Über 600 Menschen fordern bezahlbaren Wohnraum im Schamann-Viertel von Las Palmas auf Gran Canaria (Las Palmas Innenstadt)

Über 600 Menschen fordern bezahlbaren Wohnraum im Schamann-Viertel von Las Palmas

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

21 Juni, 2026

Mehr als 600 Menschen sind am Samstag durch die Straßen des Schamann-Viertels in Las Palmas de Gran Canaria gezogen, um bezahlbaren und würdigen Wohnraum zu fordern. Die Demonstration wurde von der Initiative Derecho al Techo organisiert, die sich für das Recht auf eine angemessene Unterkunft und den Schutz der Stadtviertel einsetzt. Das Schamann-Viertel, traditionell ein Arbeiterbezirk, leidet zunehmend unter Gentrifizierung und steigenden Mietpreisen, was viele Bewohner vor große Probleme stellt.

Sofía Olivares, Sprecherin von Derecho al Techo, berichtete, dass sich neben Anwohnern aus Schamann auch Gruppen aus anderen Stadtteilen wie Guanarteme Se Mueve und Tamaranae der Protestbewegung angeschlossen haben. Die Demonstranten kritisierten vor allem die unzureichenden Maßnahmen der öffentlichen Verwaltung gegen die Wohnungsnot. „Die Wohnung kostet uns das Leben“, lautete eine zentrale Botschaft der Demonstration, die auf die dringende Notwendigkeit wirksamer und mutiger Lösungen hinwies.

Die Organisation Derecho al Techo verzeichnet täglich neue Beratungsfälle, insbesondere im Zusammenhang mit Zwangsräumungen. Viele betroffene Familien haben Mitglieder mit Behinderungen oder kleine Kinder und verfügen über geringe finanzielle Mittel, die mit den aktuellen Marktpreisen nicht Schritt halten können. Zudem geraten auch Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus zunehmend in die Falle von Mietbetrug durch Vermieter. Diese Gruppen bleiben meist ungeschützt, da staatliche Hilfen und kostenlose Rechtsberatung häufig nicht ausreichend oder gar nicht verfügbar sind.

Sandra Navarro, eine Teilnehmerin der Demonstration und Forscherin an der Universität Las Palmas, appellierte vor allem an junge Menschen, sich zu organisieren und Solidarität zu zeigen. Sie schilderte ihre persönliche Situation: Trotz einer festen Anstellung kann sie sich keine eigene Wohnung leisten, da die durchschnittlichen Mieten in Las Palmas mittlerweile über 1.000 Euro monatlich liegen. Zusätzlich werden oft Bürgschaften oder zwei Gehaltszahler verlangt. Navarro sieht die Notwendigkeit, gemeinsam Lösungen zu finden, um die Krise auf dem Wohnungsmarkt zu überwinden und jungen Menschen das eigenständige Leben zu ermöglichen.

Auch die Rechtsanwältin Isabel Saavedra von Derecho al Techo äußerte scharfe Kritik am freien Markt für Wohnraum. Sie betonte, dass Wohnen ein Grundrecht sei, das verfassungsrechtlich geschützt werde, und nicht sich selbst überlassen werden dürfe. Ohne Regulierung werde der Preis für Wohnraum weiter steigen. Der Bau neuer privater Wohnungen führe nicht zu Entlastung, sondern zu noch höheren Kosten, da ein öffentlicher Wohnungsbestand fehlt, der bedürftigen Menschen zur Verfügung gestellt werden könnte.

Saavedra wies zudem auf die alarmierende Zahl von über 70 Zwangsräumungen innerhalb eines Jahres auf Gran Canaria hin. Seit dem Wegfall des sogenannten sozialen Schutzschildes können Gerichte kaum noch Räumungen verhindern, was besonders für vulnerable Familien verheerende Folgen hat. Aktuell laufen sechs weitere Zwangsräumungsverfahren, die bisher nicht gestoppt werden konnten.

Die Demonstration zog vom Obispo Romo bis zur Pedro Infinito Straße und war von zahlreichen Plakaten und Slogans begleitet. Botschaften wie „Die Großmutter bleibt in unseren Vierteln“, „Kanaren werden verteidigt, nicht verkauft“ oder „Die Zementfieber ist unsere Qual“ zeigten die Entschlossenheit der Teilnehmer, ihre Nachbarschaften und ihr Zuhause zu schützen. Die Rufe „Keine Menschen ohne Zuhause, keine Häuser ohne Menschen“ und „Wir sind Nachbarschaft, wir verteidigen unsere Häuser“ hallten durch das Viertel und verdeutlichten die breite gesellschaftliche Unterstützung für das Anliegen.

Die Proteste spiegeln die anhaltende Wohnungsnot auf den Kanarischen Inseln wider, die nicht nur die Lebensqualität der Bewohner beeinträchtigt, sondern auch die soziale Struktur ganzer Stadtteile bedroht. Für Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet dies, dass sich die Wohnsituation in beliebten Städten wie Las Palmas weiter verschärft, was langfristig auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Infrastruktur haben kann. Die Forderungen der Demonstranten richten sich klar an die Politik, mutige Schritte zu unternehmen, um den Wohnungsmarkt zu regulieren und bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen.

Quelle: laprovincia.es
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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