Die Justiz auf den Kanarischen Inseln hat in einem langjährigen Ermittlungsverfahren gegen organisierten Drogenhandel 64 Verdächtige identifiziert. Der Fall betrifft vor allem die Inseln Santa Cruz de Tenerife, La Palma und Gran Canaria, wo zwischen 2016 und 2018 zahlreiche Festnahmen erfolgten. Die Ermittlungen, die sich gegen eine kriminelle Gruppe aus dem Stadtteil Añaza in Santa Cruz richteten, sind mittlerweile abgeschlossen und die juristische Aufarbeitung tritt in die nächste Phase ein.
Die Gruppe organisierte offenbar umfangreiche Drogengeschäfte, die sich auf mehrere Häfen und Flughäfen in der Region erstreckten. Dabei wurden illegale Transporte unter anderem über den Seeweg mit Unterstützung von Reedereien aus Südamerika abgewickelt. Ein besonders großer Fund wurde am 6. Juli 2017 gemacht, als ein Lkw mit 170 Kilogramm Drogen einer Reinheit von 77 Prozent sichergestellt wurde. Der Wert der Fracht wird auf über 6 Millionen Euro geschätzt. Die illegalen Transaktionen hatten einen geschätzten Umfang von bis zu 265.000 Euro pro Deal.
Die Staatsanwaltschaft fordert für einige Angeklagte Haftstrafen von bis zu 14 Jahren sowie hohe Geldstrafen. Rund 20 der Beschuldigten haben bereits Rechtsmittel gegen die Fortsetzung des Verfahrens eingelegt. Die Verteidigung argumentiert unter anderem mit einer unangemessenen Verfahrensdauer, um die Strafen zu mildern. Das Gericht hat jedoch die Einwände zurückgewiesen und festgestellt, dass alle Angeklagten Zugang zu den Beweisen hatten und sich ausreichend verteidigen konnten.
Die Beschuldigten sind vor allem Einwohner der Kanarischen Inseln, die in der Vergangenheit durch die kriminellen Aktivitäten in mehreren wichtigen Verkehrsknotenpunkten involviert waren. Die Ermittlungen deckten ein komplexes Netzwerk auf, das über mehrere Jahre hinweg operierte und den Drogenhandel in der Region erheblich beeinflusste. Für Bewohner und Urlauber der Inseln bedeutet die Aufklärung dieses Falls eine wichtige Maßnahme zur Eindämmung der organisierten Kriminalität und zur Erhöhung der Sicherheit.
Mit dem Abschluss der Ermittlungen rückt nun die Entscheidung des Gerichts über die Anklagen und die Durchführung des Prozesses näher. Die Verteidiger müssen ihre Einwände gegen die Strafanträge zeitnah vorbringen, bevor die Richter über das weitere Verfahren entscheiden. Diese nächste Etappe ist entscheidend für den weiteren Verlauf und die juristische Aufarbeitung des Falles, der die Kanarischen Inseln seit mehreren Jahren beschäftigt.
Quelle: tenerifeweekly.com
Zum Original

