Seit dem 19. Juni gilt im Teide-Nationalpark auf Teneriffa ein striktes Rauchverbot mit empfindlichen Strafen. Die Inselregierung, das Cabildo de Tenerife, hat eine Verordnung erlassen, die bei Verstößen harte Konsequenzen vorsieht. Wer im Nationalpark eine Zigarette anzündet und dadurch einen Waldbrand verursacht, riskiert Gefängnisstrafen von einem bis zu sechs Jahren sowie Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. Schon das Rauchen ohne Feuerentstehung zieht administrative Bußgelder von 100 bis 1.000 Euro nach sich.
Diese Maßnahme unterscheidet sich deutlich von anderen geschützten Naturgebieten auf Teneriffa, wo das Rauchverbot nur während der Sommermonate oder bei extremer Hitze gilt. Im Teide-Nationalpark ist das Verbot dauerhaft und ohne zeitliche Begrenzung eingeführt worden. Rosa Dávila vom Cabildo erklärt, dass diese Strenge notwendig ist, weil die dort wachsende Retama-Pflanze sehr leicht entflammbar ist und Feuer sich rasch ausbreiten können. Historisch wurde Retama sogar als Brennholz verwendet, was die Brandgefahr zusätzlich erhöht.
Die Dringlichkeit der neuen Vorschriften wird durch die jüngsten Vorfälle untermauert: Drei Waldbrände im Nationalpark wurden nachweislich durch weggeworfene Zigaretten verursacht. Die Verordnung ist Teil einer umfassenden Strategie, die nach dem großen Feuer von 2023 gestartet wurde. Damals waren zwölf Gemeinden auf Teneriffa von den Schäden betroffen. Seitdem arbeiten das Cabildo, die Spezialeinheit Seprona der Guardia Civil und weitere Sicherheitskräfte eng zusammen. Dies führte bereits zur Festnahme von fünf Brandstiftern, darunter der mutmaßliche Verantwortliche für das Feuer in Icod el Alto (Los Realejos), der mehr als 100 Brandstiftungen zugeschrieben wird, sowie Täter der Brände in San Miguel Alto und La Esperanza.
Die Zahl der Umweltverstöße im Teide-Nationalpark ist in den letzten zwei Jahren um 358 Prozent gestiegen, deutlich mehr als in anderen geschützten Gebieten Teneriffas, wo die Zuwächse bei etwa 110 Prozent liegen. Um die neuen Regeln konsequent durchzusetzen, hat das Cabildo die Personalstärke im Park deutlich erhöht. Aktuell sind 27 Mitarbeiter vor Ort – 14 Umweltagenten und 13 ländliche Sicherheitskräfte. Zum Vergleich: Am 7. Mai, als die Verwaltung des Nationalparks komplett an das Cabildo überging, standen nur zwei Agenten zur Verfügung.
Die Verordnung umfasst das gesamte offene Gebiet des Nationalparks und gilt ohne Ausnahme. Sie ist Teil der Bemühungen der Inselregierung, den menschlichen Einfluss auf die Natur um 50 Prozent zu reduzieren. Neben dem Rauchverbot sind weitere Maßnahmen geplant, etwa eine kommende Ökosteuer für Besucher. Zudem wurde am 1. Dezember 2025 vom kanarischen Gobierno der neue Plan für Nutzung und Management (PRUG) des Teide-Nationalparks verabschiedet. Dieser verschärft unter anderem die Beschränkungen für den Individualverkehr. Private Fahrzeuge dürfen nur noch zu bestimmten Zeiten und nach vorheriger Parkplatzreservierung oder der Nutzung von Shuttle-Bussen in den Park fahren.
Auch der Zugang zum Telesforo-Bravo-Weg, der zum Gipfel des Teide führt, ist nun reglementiert. Filmaufnahmen, wissenschaftliche Forschungen und andere Aktivitäten benötigen genehmigte Sondererlaubnisse und unterliegen strengen Kontingenten. Freies Camping, Lagerfeuer und das Radfahren abseits offizieller Wege sind komplett verboten. Die neuen Regeln sollen den Schutz des Naturerbes sichern und die Gefahr weiterer Brände minimieren.
Für Urlauber, Auswanderer und Einwohner auf Teneriffa bedeutet dies, dass sie im Teide-Nationalpark nicht mehr rauchen dürfen. Wer sich nicht daran hält, muss mit hohen Geldstrafen oder sogar Haft rechnen. Gleichzeitig verbessert sich der Schutz des einzigartigen Ökosystems am höchsten Punkt der Kanarischen Inseln, was langfristig den Erhalt der Natur und die Sicherheit der Besucher gewährleistet.
Quelle: tenerifeweekly.com
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