Falscher Alarm um Flaschenpfand in kanarischen Bars: Keine Zusatzkosten bei Verzehr vor Ort – Einkaufen (Spar Lebensmittel…

Falscher Alarm um Flaschenpfand in kanarischen Bars: Keine Zusatzkosten bei Verzehr vor Ort

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

25 Juni, 2026

Die Einführung eines Pfandsystems auf Einwegflaschen in Spanien sorgt seit Wochen für Verunsicherung unter Konsumenten und Gastronomie auf den Kanarischen Inseln. Viele befürchten, dass ab August 2026 jede Getränkebestellung mit einem zusätzlichen Pfandaufschlag verbunden sein wird. Doch diese Annahme trifft nur bedingt zu. Das neue europäische Verpackungsgesetz sieht vor, dass für bestimmte Getränkeverpackungen ein Pfand von zehn Cent erhoben wird. Dieses Pfand ist jedoch kein endgültiger Aufpreis, sondern eine rückzahlbare Kaution, die Kunden beim Zurückgeben der leeren Flaschen zurückerhalten.

Das sogenannte System für Pfand, Rückgabe und Rücknahme (SDDR) ist Teil der europäischen Kreislaufwirtschaftsstrategie. Ziel ist es, die Recyclingquoten von Plastik- und Metallverpackungen deutlich zu erhöhen und so Umweltbelastungen zu reduzieren. Der Stichtag für die landesweite Einführung in Spanien ist der 12. August 2026. Allerdings wird die Umsetzung schrittweise erfolgen, um den Betrieben Zeit zur Anpassung zu geben. Bis spätestens 2029 müssen 90 Prozent der Einwegflaschen zurückgenommen und recycelt werden.

In Spanien regelt der Real Decreto 1055/2022 bereits die Einführung des Pfandsystems. Demnach wird bei Einwegflaschen von Wasser, Erfrischungsgetränken, Säften, isotonischen und alkoholischen Getränken ein Pfand von 10 Cent auf den Kaufpreis aufgeschlagen. Dieses Pfand wird auf dem Kassenbon separat ausgewiesen. Verbraucher müssen die leeren Behältnisse an autorisierten Sammelstellen zurückgeben, um das Pfand erstattet zu bekommen.

Für die Gastronomie auf den Kanaren gibt es jedoch eine wichtige Ausnahme. Die EU-Gesetzgebung sieht vor, dass Gaststätten, Hotels, Bars und Cafés (HORECA-Sektor) keinen Pfandaufschlag erheben müssen, wenn das Getränk vor Ort konsumiert wird, das Gefäß im Lokal geöffnet wird und der leere Behälter im Betrieb verbleibt, damit das Personal ihn ordnungsgemäß entsorgen und recyceln kann. Das bedeutet, dass Gäste, die ihr Getränk auf der Terrasse oder im Restaurant genießen, nicht mit zusätzlichen Kosten belastet werden.

Anders sieht es aus, wenn Getränke zum Mitnehmen bestellt werden oder außerhalb der Betriebsräume konsumiert werden. In diesem Fall sind die Gastronomen verpflichtet, das Pfand von 10 Cent zu berechnen und an den Kunden weiterzugeben. Die Rückgabe des Behälters liegt dann in der Verantwortung des Verbrauchers, der sie an entsprechenden Rücknahmestationen vornehmen muss, um das Pfand zurückzuerhalten.

Nicht alle Produkte sind vom Pfandsystem betroffen. Ausnahmen gelten unter anderem für Wein, Spirituosen mit hohem Alkoholgehalt sowie Milch und Milchprodukte, die aufgrund spezieller Verpackungs- und Verbrauchsgewohnheiten nicht in das System einbezogen werden.

Neben dem Flaschenpfand bringt die neue EU-Regelung weitere Veränderungen für die Gastronomie. Ab sofort sind Einwegplastikverpackungen für Lebensmittel, die vor Ort konsumiert werden, verboten. Das betrifft insbesondere Portionsverpackungen für Ketchup, Zucker, Salz, Milch oder Saucen. Stattdessen müssen Gaststätten auf Mehrwegspender, wiederverwendbare Glasbehälter oder biologisch abbaubare Alternativen umsteigen. Ausnahmen gelten nur für Betriebe, die ausschließlich Take-away anbieten oder aus hygienischen Gründen.

Diese Maßnahmen erfordern von den Betrieben auf den Kanaren eine Umstellung ihrer internen Abläufe und Logistik. Die Behörden sehen darin jedoch einen notwendigen Schritt, um die Plastikverschmutzung an Land und im Meer zu verringern. Für Gäste bedeutet das vor allem, dass sie keine dauerhaften Preissteigerungen für Getränke befürchten müssen, wenn sie diese vor Ort konsumieren, aber künftig auf Einwegplastik an den Tischen verzichten.

Insgesamt setzt Spanien mit der Einführung des Pfandsystems und den Einwegplastikverboten die Vorgaben der EU konsequent um. Für Bewohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren heißt das: Mehr Umweltschutz bei gleichbleibenden Getränkepreisen in der Gastronomie – solange der Verzehr im Lokal erfolgt. Wer Getränke mitnimmt, sollte sich auf den Pfandaufschlag einstellen und die Rückgabe der Flaschen nicht vergessen, um Kosten zu vermeiden. Die Umstellung dürfte zunächst für Diskussionen sorgen, ist aber ein wichtiger Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit auf den Inseln.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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