Die Guardia Civil hat sieben Verdächtige in einer Betrugsaffäre mit einem Schaden von rund 243.718 Euro ermittelt. Unter den Beschuldigten befindet sich auch ein Mann aus Santa Cruz de Tenerife. Die Gruppe, bestehend aus drei Männern und vier Frauen im Alter zwischen 24 und 36 Jahren, stammt aus verschiedenen Provinzen Spaniens, darunter Ávila, Ciudad Real, Jaén, Málaga, Valencia und eben Santa Cruz de Tenerife.
Der Fall dreht sich um eine Betrugsmasche namens Business Email Compromise (BEC). Dabei verschaffen sich Kriminelle unbefugten Zugriff auf E-Mail-Konten von Unternehmen oder Organisationen, um Zahlungsprozesse zu manipulieren. In diesem Fall hatten die Täter die Kommunikationswege einer Firma und einer religiösen Einrichtung infiltriert, um Rechnungen zu fälschen und Zahlungsinformationen zu verändern.
Die Täter beobachteten zunächst heimlich die E-Mail-Korrespondenz zwischen den Opfern und deren Lieferanten. Sobald eine legitime Rechnung verschickt wurde, griffen sie ein und ersetzten die ursprüngliche Bankverbindung durch eine Kontonummer, die sie kontrollierten. So veranlassten sie zwei Überweisungen in Höhe von 124.868 und 118.850 Euro, die auf ihre Konten flossen.
Die Guardia Civil setzte bei der Aufklärung auf modernste technische Analyse, darunter die Auswertung von IP-Adressen und Zugriffsprofilen, sowie auf eine enge Zusammenarbeit mit den betroffenen Banken. Dadurch konnten sie die Geldflüsse verfolgen, die Konten der Betrüger sperren und die gesamte Summe zurückholen.
Die Ermittler betonen, dass diese Kombination aus digitaler Forensik und Finanzintelligenz entscheidend war, um den Schaden für die Opfer zu verhindern. Die Verdächtigen wurden der Justiz übergeben, die weitere Schritte einleitet.
Für Unternehmen und Organisationen auf den Kanarischen Inseln, die zunehmend Ziel solcher Cyberangriffe werden, geben die Behörden folgende Empfehlungen: Änderungen bei Bankdaten sollten immer telefonisch bestätigt werden, um Betrug zu verhindern. E-Mail-Adressen müssen genau geprüft werden, besonders auf kleine Abweichungen in der Schreibweise. Systeme zur Zwei-Faktor-Authentifizierung sollten aktiviert und interne Prüfprozesse für hohe Überweisungen eingeführt werden. Zudem raten Experten dazu, Mitarbeiter regelmäßig im Umgang mit verdächtigen Nachrichten zu schulen und bei Verdacht sofort die Bank zu informieren und Anzeige zu erstatten.
Für Urlauber, Auswanderer und Einwohner der Kanaren bedeutet dieser Fall eine wichtige Warnung. Cyberkriminalität kann auch lokale Unternehmen und Institutionen treffen, was sich letztlich auf die gesamte Gemeinschaft auswirkt. Wachsamkeit und präventive Maßnahmen sind daher essenziell, um finanzielle Verluste zu vermeiden und die Sicherheit digitaler Transaktionen zu erhöhen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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