Verano Joven: Kanarische Jugend profitiert nicht von Spaniens Förderprogramm – Leben (Jugendliche Platz)

Verano Joven: Kanarische Jugend profitiert nicht von Spaniens Förderprogramm

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

26 Juni, 2026

Die Kanarische Koalition (Coalición Canaria) kritisiert erneut scharf das spanische Sommerprogramm „Verano Joven“. Zum vierten Mal in Folge hat die Zentralregierung ein Förderprogramm für junge Menschen aufgelegt, das aus Sicht der kanarischen Abgeordneten Cristina Valido keine Wirkung für die Jugend auf den Inseln entfaltet. Grund: Das Programm konzentriert sich ausschließlich auf Rabatte im Schienen- und Fernbusverkehr – Verkehrsmittel, die auf den Kanaren praktisch nicht existieren.

Während der parlamentarischen Debatte im Kongress in Madrid bemängelte Valido, dass die spezifischen Bedürfnisse des Archipels weiterhin ignoriert werden. Die Kanaren sind als Inselregion auf den Schiffsverkehr angewiesen, der als Hauptverbindung zum spanischen Festland dient. Doch das staatliche Programm sieht keinerlei Vergünstigungen für den maritimen Transport vor – weder für Fähren noch für andere Schiffsverbindungen. Dies sei eine klare Benachteiligung der kanarischen Jugend.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hatte die gemischte Ausschusskommission für Insellage mit Unterstützung des Senators Pedro San Ginés eine offizielle Forderung an die Zentralregierung gestellt. Diese forderte die Einbeziehung von Rabatten für den Schiffsverkehr für junge Bewohner der Kanaren, der Balearen, Ceutas und Melillas. Auch die kanarische Regionalregierung hat mehrfach schriftlich und mündlich auf die Problematik hingewiesen. Eine konkrete Antwort des Ministeriums für Verkehr und nachhaltige Mobilität blieb bisher aus. Stattdessen wurde Valido lediglich auf eine Internetseite verwiesen, die das Programm beschreibt, ohne auf die Besonderheiten der Inseln einzugehen.

Das Programm „Verano Joven“ verfügt über ein Budget von 130 Millionen Euro und richtet sich an junge Menschen in ganz Spanien. Es soll ihnen ermöglichen, günstiger zu reisen und so Mobilität und soziale Teilhabe zu fördern. Doch auf den Kanaren ist diese Unterstützung faktisch nutzlos, da der öffentliche Nah- und Fernverkehr auf Busse und Schiffe beschränkt ist. Die Inseln verfügen nicht über Schienenverkehr, was den Nutzen der Rabatte für die dort lebenden Jugendlichen stark einschränkt.

Valido wies zudem auf eine oft genannte Argumentation einiger Parlamentarier hin, die den kanarischen Residenzrabatt von 75 Prozent als ausreichend betrachten. Die Abgeordnete stellte klar, dass dieser Rabatt kein Geschenk oder eine freiwillige Leistung sei, sondern ein gesetzlich verankertes Recht, das aufgrund der geografischen Lage und Insellage nicht wegzudiskutieren sei. Er ermögliche es den Bewohnern der Inseln, trotz der Entfernung zum Festland Teil des spanischen Staatsgebiets zu bleiben und soziale Bindungen aufrechtzuerhalten.

Trotz ihrer Kritik stimmte die Koalition Canaria dem Gesetzesdekret zu, um nicht die jungen Menschen in ganz Spanien mit einem Nein zu benachteiligen. Gleichzeitig kündigte Valido an, die Forderungen nach einer gerechten Berücksichtigung der Kanaren in zukünftigen Programmen weiterhin vehement zu vertreten. Sie machte deutlich, dass die Realität des Lebens auf den Inseln und deren räumliche Distanz zum Festland bei politischen Entscheidungen endlich stärker berücksichtigt werden müsse.

Für deutsche Urlauber, Auswanderer und Bewohner der Kanaren bedeutet das, dass sie bei der Nutzung von staatlichen Förderprogrammen wie dem „Verano Joven“ auf den maritimen Verkehr angewiesen bleiben und keine zusätzlichen Vergünstigungen erwarten können. Wer auf den Inseln lebt oder plant, dorthin zu ziehen, sollte sich bewusst sein, dass die Mobilitätsangebote der Zentralregierung oft auf das Festland ausgerichtet sind und die besonderen Bedürfnisse der Inselregionen häufig außen vor lassen. Die Debatte um mehr Gerechtigkeit im Bereich Mobilität und Förderung für junge Menschen auf den Kanaren dürfte deshalb auch weiterhin aktuell bleiben.

Quelle: lavozdefuerteventura.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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