Kritik an kanarischer Gesundheitsversorgung: Gewerkschaft fordert politische Konsequenzen – Gesundheit (Fallback Gesundh…

Kritik an kanarischer Gesundheitsversorgung: Gewerkschaft fordert politische Konsequenzen

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

26 Juni, 2026

Die Gewerkschaft Intersindical Canaria hat die aktuelle Gesundheitsversorgung auf den Kanarischen Inseln scharf kritisiert. Sie wirft der regionalen Regierung vor, mit Personalabbau, Betten- und Service-Schließungen sowie maroden Einrichtungen die medizinische Versorgung massiv zu gefährden. Die Gewerkschaft verlangt politische und managementbezogene Konsequenzen, da die Probleme in der öffentlichen Gesundheitsversorgung seit Jahren ungelöst bleiben.

Laut dem Gesundheitssekretariat der Gewerkschaft leiden alle elf Gesundheitsverwaltungen auf den Inseln unter einer „strukturell und chronisch bedenklichen Situation“. Diese betrifft sämtliche Versorgungsstufen und Bereiche der physischen, psychischen und sozialen Gesundheit. Die Folgen spüren sowohl die Bevölkerung als auch die Beschäftigten in den Kliniken und Gesundheitszentren unmittelbar.

Der Alltag in den Einrichtungen ist geprägt von Personalmangel, knappen Ressourcen und wachsendem Versorgungsdruck. Besonders die steigende Bevölkerungszahl auf den Kanaren verschärft die Lage zusätzlich. An allen Standorten kommt es zu Einstellungsstopps, begrenzten Vertretungen und einem schleichenden Abbau von Fachkräften – ein Vorgehen, das an die Sparmaßnahmen während der Finanzkrise 2008 erinnert.

Ein besonders kritischer Punkt ist die Schließung von Krankenhausbetten in der Sommerzeit. Offiziell geschieht dies wegen geringer Belegung, faktisch fehlen jedoch die Ärzte, um Operationen durchzuführen. Die Regierung nutzt Renovierungsarbeiten als Vorwand, um diese Schließungen zu rechtfertigen. Gleichzeitig werden Personalressourcen innerhalb der Kliniken lediglich umverteilt, statt neue Kräfte einzustellen. Dadurch verschiebt sich der Personalmangel von einer Abteilung zur nächsten, während Patienten in den Notaufnahmen oft auf Gängen auf Behandlung warten müssen.

Zudem drohen wichtige Dienste wie die häusliche Krankenhausversorgung (HADO) und die zahnärztliche Betreuung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen eingestellt zu werden. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Regierung funktionierende Angebote zerstöre, ohne Verantwortung zu übernehmen.

Währenddessen wachsen die Wartelisten, die Notaufnahmen sind überfüllt, und die öffentliche Infrastruktur verfällt zunehmend. Die private, öffentlich geförderte Gesundheitsversorgung modernisiert ihre Einrichtungen, finanziert durch öffentliche Mittel, was die Ungleichheit im System verstärkt. Die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Gesundheitssektor verschlechtern sich weiter, die Arbeitsbelastung steigt, und zugesagte Verbesserungen bleiben aus.

Intersindical Canaria fordert ein Ende der Sparmaßnahmen, die volle Nutzung aller Betten und Dienste solange es Wartelisten und Überlastungen gibt, eine vollständige Besetzung der Stellen sowie einen umfassenden Plan zur Wartung und Instandhaltung von Geräten und Gebäuden. Nur so könne die Gesundheitsversorgung auf den Kanaren nachhaltig gesichert werden. Die Gewerkschaft ruft die Politik dazu auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und die Versorgung der Bevölkerung nicht weiter zu gefährden.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken