Rund 2000 Menschen haben sich am Samstagnachmittag in La Orotava im Norden Teneriffas zur LGBTIQA+-Demonstration versammelt. Die Teilnehmer zogen vom Parque Cultural Doña Chana bis zur Plaza del Ayuntamiento. Unter dem Motto „Auch wenn man uns an den Rand drängt, zeigt der Stolz den Weg nach Norden“ setzten sie ein sichtbares Zeichen für Vielfalt und Gleichberechtigung.
Die Straßen der Stadt waren bunt geschmückt mit zahlreichen Regenbogenflaggen und Plakaten, die für Respekt gegenüber sexueller, familiärer und geschlechtlicher Diversität warben. Immer wieder hallten Sprechchöre durch die Straßen wie „Unsere Existenz ist keine Debatte“, „Die Straßen gehören uns“, „Stolz wird nicht verkauft, Stolz wird verteidigt“ oder „Hier ist der trans* Widerstand“. Diese Parolen machten klar, dass die Bewegung nicht nur feiert, sondern auch kämpft.
Die Demonstration wurde von mehreren LGBTIQA+-Organisationen aus Teneriffa organisiert, darunter Aperttura, Transwomen, Transboys, Libertrans, Diversas, Caminar Intersex, Fundación Pedro Zerolo, LGBTIQ+ Tacoronte Comarca de Acentejo, Iris und Realidades. Am Ende der Veranstaltung verlasen sie gemeinsam ein Manifest auf der Plaza del Ayuntamiento, in dem sie die Rechte der Community einforderten und zugleich einen Moment der Stille für die Opfer der jüngsten Erdbeben in Venezuela abhielten.
In ihrem Manifest betonten die Gruppen, dass der Stolz nicht nur eine Feier sei, sondern ein kollektiver Erfolg, der die Existenz und Rechte der LGBTIQA+-Community sichert. Sie warnten vor der zunehmenden Bedrohung durch rechtsextreme Kräfte, die Identitäten infrage stellen, Hass verbreiten und dadurch Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung verstärken. Besonders kritisierten sie das Einziehen der ultrarechten Partei VOX in die Kommunalregierungen von Arona und Granadilla de Abona. Dies werteten sie als historischen Verrat an der LGBTIQA+-Gemeinschaft und mahnten, dass VOX die Rechte der Community politisch angreift.
Die Organisatoren forderten einen staatlichen Pakt gegen Hassreden, der alle Institutionen einbindet und klare Maßnahmen wie Prävention, Sanktionen und Wiedergutmachung beinhaltet. Außerdem hoben sie hervor, dass der Stolz intersektional sein müsse und die Rechte von intersexuellen, nicht-binären und asexuellen Menschen stärker anerkannt werden sollten. Ein weiteres wichtiges Thema war die Wohnungsnot innerhalb der Community. Die Demonstranten verlangten die Einrichtung von Unterkünften für obdachlose LGBTIQA+-Personen.
Das Manifest bekräftigte den Wunsch, dass der Stolz weiterhin in allen Gemeinden, Stadtteilen und Regionen Teneriffas sichtbar bleibt – nicht nur im Großraum der Inselhauptstadt. Die Demonstration in La Orotava ist Teil einer rotierenden Veranstaltungsreihe, die in den letzten vier Jahren verschiedene Orte auf der Insel einbezogen hat und auch in Zukunft fortgesetzt wird.
Mit Blick auf die anstehenden Wahlen im Jahr 2027 kündigten die Aktivisten an, ihre Rechte besonders energisch zu verteidigen, um Rückschritte durch rechtsextreme Regierungsbeteiligungen zu verhindern. Sie riefen die Bevölkerung auf, sich solidarisch zu zeigen und gegen Hass und Diskriminierung gegenüber LGBTIQA+, Frauen und Migranten einzustehen.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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