Die Diskussion um die Wasserqualität an den Stränden Teneriffas wird immer intensiver. Trotz der Überwachung mikrobiologischer Parameter durch die kanarische Gesundheitsbehörde sorgt die Behandlung von Abwässern mit hypochlorithaltigen Desinfektionsmitteln für Besorgnis. Die Umweltorganisation Aeccm kritisiert die mangelnde Transparenz und fordert wissenschaftliche Nachweise, dass durch den Einsatz dieser Mittel keine gesundheitlichen oder ökologischen Risiken entstehen.
An zahlreichen Stellen auf Teneriffa – über 100 unregulierte Einleitungsstellen – wird Abwasser seit Jahren teilweise nur mit Hypochlorit desinfiziert, bevor es in die Umwelt gelangt. Dabei können durch die Reaktion von Chlor mit organischem Material in den Gewässern organochlorhaltige Verbindungen entstehen, darunter krebserregende Trihalomethane. Diese Stoffe bergen langfristige Gesundheitsgefahren für Badende und können auch die Umwelt schädigen.
Aeccm verlangt von den Behörden, offen zu legen, welche wissenschaftlichen Untersuchungen zur Sicherheit der eingesetzten Desinfektionsmethoden vorliegen und warum bestimmte chemische Schadstoffe bislang nicht umfassend überwacht werden. Die Organisation weist darauf hin, dass Aussagen über fehlende Gesundheitsrisiken nur glaubwürdig sind, wenn sie durch belastbare und öffentlich zugängliche Daten belegt werden.
Die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit hat bisher lediglich mitgeteilt, die Anfragen würden geprüft, und verweist auf bestehende Regelungen wie den Königlichen Erlass 1341/2007. Dieser legt zwar mikrobiologische Kontrollen fest, berücksichtigt aber nicht explizit die Überwachung von Chlornebenprodukten oder deren gesundheitliche Auswirkungen.
Die Problematik ist nicht neu und entspricht internationalen Herausforderungen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt umfassende chemische Risikoanalysen, wenn Chlor zur Desinfektion eingesetzt wird. In den USA und Europa sind solche Bewertungen Teil der regulären Wasserqualitätskontrollen. Die Kanarischen Inseln stehen vor der Frage, ob ihre derzeitigen Kontrollmaßnahmen ausreichen, um Badegäste und Umwelt effektiv zu schützen.
Für Urlauber, Einheimische und Umweltinteressierte auf den Kanaren ist diese Debatte von großer Relevanz, da die Sicherheit der Badegewässer direkten Einfluss auf das Vertrauen in die touristische Infrastruktur hat. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Behörden auf die Forderungen nach mehr Transparenz und Prüfung reagieren und gegebenenfalls Anpassungen bei der Wasserüberwachung vornehmen, um gesundheitliche Risiken auszuschließen.
Quelle: tenerifeweekly.com
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