Die XIV. Sektorale Konferenz zur Migration wurde aufgrund der Abwesenheit der vom Partido Popular (PP) regierten autonomen Gemeinschaften abgesagt. Sechs Regionen, darunter die Kanaren, nahmen hingegen an der Sitzung teil. Die Konferenz sollte die außerordentliche Regularisierung von Migranten bewerten und den Plan für Integration und Staatsbürgerschaft erörtern. Durch das Fehlen der PP-geführten Regionen fehlte jedoch die Beschlussfähigkeit, weshalb die Ministerin für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration, Elma Saiz, die Absage als politisches Signal wertete.
Die Konferenz war erstmals so angesetzt, dass auch die von den politischen Vereinbarungen zwischen PP und Vox betroffenen Regionen an der Migrationspolitik mitwirken sollten. Die Kanaren zeigten sich als eine der sechs Gemeinschaften loyal und engagiert, indem sie trotz der politischen Spannungen teilnahmen. Die kanarische Sozialministerin Candelaria Delgado kritisierte den Boykott und betonte, dass gerade bei Meinungsverschiedenheiten der Dialog wichtig sei. Sie unterstrich, dass Konflikte offen ausgetragen werden müssten, notfalls auch vor Gericht, die Gespräche aber nicht verweigert werden dürften.
Um die auf der abgesagten Konferenz geplanten Themen dennoch zu behandeln, haben Saiz und Delgado eine bilaterale Sitzung für den 26. August vereinbart. In diesem Treffen sollen alle offenen Punkte der Tagesordnung umfassend besprochen werden. Die Kanaren setzen damit ihr Engagement in der regionalen und nationalen Migrationspolitik fort und übernehmen eine aktive Rolle in der institutionellen Zusammenarbeit.
Die Absage der Konferenz verdeutlicht die bestehenden Spannungen zwischen der Zentralregierung und den PP-regierten Regionen Spaniens. Insbesondere die Frage der außerordentlichen Migrantenregularisierung und der Integrationsmaßnahmen bleibt damit vorerst ohne gemeinsame politische Linie. Die kanarische Teilnahme zeigt zugleich, dass die Inseln ihre Verantwortung in der Migrationspolitik wahrnehmen und sich für einen konstruktiven Austausch einsetzen. Die anstehende bilaterale Sitzung könnte den Weg für eine koordinierte Lösung ebnen und hat daher unter den betroffenen Gemeinschaften eine besondere Bedeutung.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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