Mit dem Beginn des neuen Schuljahres auf Teneriffa rückt das Problem der Verkehrsstaus erneut in den Fokus. Vanesa Martín, Sprecherin der Partei Sí se puede Canarias, kritisiert scharf, dass die lokale Regierung weiterhin Ressourcen in ein umstrittenes Bahnprojekt steckt, anstatt praktikable und nachhaltige Mobilitätslösungen umzusetzen. Das vorgeschlagene Zugvorhaben hat bereits erhebliche öffentliche Mittel verschlungen, unter anderem für teure Projekte, wiederholte Überarbeitungen und Werbereisen ins Ausland. Gleichzeitig fehlt auf der Insel ein nachhaltiger Mobilitätsplan, der europäische Fördermittel für konkrete Verbesserungen wie bessere Busverbindungen, Fahrgemeinschaften sowie den Ausbau von Fuß- und Radwegen nutzt. Martín weist darauf hin, dass die geplanten Busspuren zwischen Santa Cruz und dem Norden Teneriffas trotz jahrelanger Planung weitgehend nicht realisiert wurden. Sie fordert, dass die Busspuren mindestens bis La Victoria de Acentejo verlängert werden, um den Pendlerverkehr effektiv zu entlasten. Die Sprecherin kritisiert zudem, dass durch das Bahnprojekt wichtige Mittel von anderen öffentlichen Bauvorhaben, etwa dem Ausbau von Krankenhäusern im Norden und Süden Teneriffas, abgezogen werden. Seit 2015 liegen keine ernsthaften Mobilitätsstudien für die Hauptverkehrsachse TF5 vor, was die Situation weiter erschwere. Martín sieht in der Fixierung auf das Bahnprojekt eine Verschwendung von Zeit und Geld, während Tausende Pendler täglich im Stau stehen. Sie erinnert an eine Versprechung, die Verkehrsprobleme innerhalb von 90 Tagen zu lösen, die mittlerweile vor drei Jahren abgegeben wurde. Die Kosten für die Untätigkeit schlagen sich nicht nur negativ auf Umwelt und Gesundheit nieder, sondern bedrohen auch die Wirtschaft der Insel: Für neue Straßen werden Investitionen in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Pfund geschätzt, ein Betrag, der als unrealistisch gilt. Die Forderung von Sí se puede Canarias ist klar: Die Regierung soll den Fokus auf praktikable, kostengünstige Maßnahmen legen und die öffentlichen Verkehrsangebote stärker außerhalb des Ballungsraums ausbauen. Nur so könne Teneriffa dem Verkehrschaos wirksam begegnen und langfristig eine nachhaltige Mobilität sichern.
Quelle: tenerifeweekly.com
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