Teneriffa empfängt jährlich etwa 7,5 Millionen Touristen, verfügt im Sommer jedoch lediglich über zwei Campingplätze. Während die Nachfrage nach Outdoor-Tourismus und Camping auf der Insel zunimmt, besteht ein deutlicher Mangel an entsprechenden Einrichtungen. Aktuell sind nur der private Campingplatz Nauta in Arona und der kommunale Platz in Punta del Hidalgo, der vom Gemeinderat La Laguna betrieben wird, als Anlaufstellen für Campingurlauber vorhanden. Diese Situation steht im Widerspruch zum wachsenden Interesse an Caravan- und Campingferien auf Teneriffa.
Die bisher fehlende gesetzliche Grundlage für Camping- und Wohnmobilstellplätze will die kanarische Regierung mit einem neuen Dekret schaffen. Dieses soll verschiedene Arten von Campingflächen – darunter traditionelle Campingplätze, Wohnmobilbereiche und Übernachtungszonen – unterscheiden und verbindliche Mindeststandards festlegen. Dazu zählen hygienische Anforderungen, eine gesicherte Wasserversorgung sowie eine ordnungsgemäße Abfallentsorgung. Nach Angaben von Miguel Ángel Rodríguez, Direktor für Touristische Ordnung, Ausbildung und Förderung, wird das neue Regelwerk eine klare Rechtsgrundlage für Kommunen und Investoren schaffen und eine bedeutende Veränderung für die Branche darstellen.
Der Nauta-Campingplatz ist derzeit die wichtigste private Einrichtung und ganzjährig geöffnet. Er bietet Stellplätze für Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile. Der kommunale Platz in Punta del Hidalgo wurde kürzlich renoviert, musste jedoch in der Vergangenheit immer wieder temporär schließen. Vor diesem Hintergrund plant die Inselverwaltung den Ausbau einer Vernetzung von Campingangeboten, um dem Bedarf besser gerecht zu werden.
Konkret sind neue Projekte in Arbeit, darunter die Eröffnung eines weiteren Campingplatzes in La Tejita, Granadilla de Abona, sowie die Entwicklung größerer Plätze auf ehemaligen Industrieflächen. Diese Vorhaben sollen Investitionsmöglichkeiten für den Tourismussektor schaffen und gleichzeitig die Infrastruktur verbessern. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die wirtschaftlichen Chancen des Outdoor-Tourismus umfassend zu nutzen und die lokale Wirtschaft zu stärken.
Die Einführung der neuen Vorschriften und die Umsetzung der geplanten Campingprojekte werden somit entscheidend sein, um die wachsende Anzahl an Urlaubern mit Interesse an Camping und Caravaning angemessen zu versorgen. Die Behörden haben die Notwendigkeit einer geordneten und nachhaltigen Entwicklung des Campingsektors erkannt. Wann die gesetzlichen Änderungen in Kraft treten und die neuen Plätze eröffnen, bleibt ein nächster Schritt, dessen Realisierung von Investoren und Kommunen eng begleitet wird.
Quelle: tenerifeweekly.com
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