Die Finanzierungsvorschläge des regionalen Gobierno für die öffentlichen Universitäten der Kanarischen Inseln im Zeitraum von 2027 bis 2030 stoßen auf scharfe Kritik von PSOE und Nueva Canarias. Beide Parteien lehnen den vorgelegten Vertragsentwurf als unzureichend ab und warnen vor ernsthaften finanziellen Risiken für die Hochschulen. Die Oppositionssprecherinnen betonen, dass nach drei Jahren Verzögerungen und fehlenden Verhandlungen mit den Universitäten nun ein Dokument vorliegt, das von den Rektoren als enttäuschend und wirtschaftlich bedrohlich bewertet wird.
Yaiza López Landi, Sprecherin für Universitäten der Sozialisten, wirft der Regionalregierung vor, mit dem Vorschlag die Universitäten zu einer Selbstunterfinanzierung zu zwingen. Sie kritisiert insbesondere die fehlende Priorisierung der Hochschulen, die mangelnde Transparenz im Verhandlungsprozess und den starken Fokus auf Öffentlichkeitsarbeit statt auf konstruktiven Dialog. Fast ein Jahr habe es keine effektiven Verhandlungen gegeben, und die Universitäten erhielten den Vertragsentwurf erst kurz vor dessen öffentlicher Präsentation.
Auch Carmen Hernández von Nueva Canarias sieht in dem Angebot keine Lösung, sondern eine politische Entscheidung, die die Universitäten in eine kritische Lage bringt. Sie spricht von einer Gefährdung der wirtschaftlichen Nachhaltigkeit der beiden öffentlichen Hochschulen und bemängelt, dass die geplante Finanzierung nur etwa die Hälfte der im nationalen Hochschulgesetz vorgesehenen Mittel abdeckt. Dies führe dazu, dass dringend notwendige Investitionen zur Modernisierung der Infrastruktur und zur Erweiterung des Bildungsangebots nicht realisiert werden können.
Der Hintergrund der Debatte liegt in einem von der Regionalregierung zu Beginn der Legislaturperiode angekündigten Programmvertrag, der die finanzielle Stabilität und ausreichende Mittel für die Universitäten sichern sollte. Nach drei Jahren ohne Fortschritte und intensiven Verhandlungspausen liegt nun erstmals ein Entwurf vor, der jedoch von den Verantwortlichen der Hochschulen als enttäuschend bewertet wird.
Die aktuelle Situation birgt die Gefahr, dass notwendige Modernisierungsmaßnahmen auf den Kanarischen Inseln verzögert werden und die Universitäten ihre Rolle als zentrale Bildungs- und Forschungseinrichtungen nicht voll ausbauen können. Die Oppositionsparteien fordern eine Nachbesserung der Finanzierung und eine ernsthaftere Einbindung der Universitäten in den Prozess. Die künftige Entwicklung des Hochschulsystems auf den Kanaren hängt wesentlich davon ab, ob die Regierung auf diese Kritik reagiert und den Vertrag anpasst oder ob die Unterfinanzierung weiter Bestand hat. Die Frist für eine endgültige Einigung steht noch offen, was die Hochschulen vor eine unklare Zukunft stellt.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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