Ein Verfahren gegen eine mutmaßliche Drogenhändlergruppe auf den Kanarischen Inseln hat mit 64 Beschuldigten eine neue Phase erreicht. Die Ermittlungen, die 2016 begannen und bis März 2018 dauerten, führten zur Festnahme zahlreicher Verdächtiger, die in verschiedenen Häfen und Flughäfen auf Teneriffa, La Palma und Gran Canaria festgenommen wurden. Das zuständige Gericht in La Laguna hat die Ermittlungen inzwischen abgeschlossen und die Anklage zugelassen.
Die Gruppe soll ein organisiertes Netzwerk gebildet haben, das vor allem über den Seeweg Drogen einführte. Dabei wurden unter anderem Unternehmen genutzt, die für das Be- und Entladen von Schiffen aus Südamerika zuständig sind. Die Ermittler gehen von einem stabilen und langfristig funktionierenden System aus, das als kriminelles Unternehmen agierte.
Im Verlauf der Ermittlungen wurden unter anderem große Mengen Drogen sichergestellt, wie etwa im Juli 2017 am Hafen von Las Palmas, als 170 Kilogramm mit hoher Reinheit entdeckt wurden, deren Wert auf mehr als sechs Millionen Euro geschätzt wird. Insgesamt sind in dem Verfahren auch Transaktionen von bis zu 265.000 Euro dokumentiert worden.
Die Staatsanwaltschaft hat im September 2024 Anklage erhoben und fordert für einzelne Angeklagte Haftstrafen von bis zu 14 Jahren wegen Drogenhandels und Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation. Die Verteidigung versucht, die Strafen durch den Hinweis auf Verfahrensverzögerungen zu mildern.
Derzeit warten die Gerichte auf die Einlassungen der Anwälte der Beschuldigten, bevor der Richter über die Zulassung des Prozesses entscheidet. Die Anklage wurde von der Audiencia Provincial de Santa Cruz de Tenerife bestätigt, die auch die Argumente der Verteidigung zurückwies, wonach den Beschuldigten eine effektive Verteidigung verwehrt worden sei.
Betroffen von dem Verfahren sind nicht nur die direkt Beschuldigten, sondern auch die betroffenen Häfen und Flughäfen, die als Umschlagplätze dienten. Für die lokale Bevölkerung und Urlauber bedeutet dies vor allem eine verstärkte Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden an den Kontrollpunkten.
Der Ausgang des Verfahrens wird zeigen, wie konsequent die Justiz gegen organisierte Drogenkriminalität auf den Kanaren vorgeht. Bis zur endgültigen Entscheidung bleibt der Status der Angeklagten als verdächtige Mitglieder einer kriminellen Organisation bestehen, und der Prozess wird mit Spannung erwartet.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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