Im Juni kam es auf Teneriffa zu einem Masernausbruch, bei dem fünf Personen erkrankten. Nur eine dieser Personen hatte eine Impfung erhalten, allerdings lediglich eine von den empfohlenen zwei Dosen. Die anderen vier Erwachsenen im Alter von 47 bis 51 Jahren waren entweder ungeimpft oder hatten nur eine Impfdosis erhalten. Ein Säugling im Alter von acht Monaten, der ebenfalls infiziert wurde, erhielt die Masernimpfung erst nach der Exposition, obwohl die reguläre Impfung erst mit zwölf Monaten vorgesehen ist.
Die Gesundheitsbehörden der Kanarischen Inseln haben den Ausbruch inzwischen für beendet erklärt, da nach Ablauf der festgelegten Beobachtungszeit keine weiteren Fälle auftraten. Insgesamt waren sechs Personen betroffen, wobei der Indexfall aus Großbritannien gemeldet wurde und epidemiologisch nicht direkt zum Ausbruch auf den Kanaren gezählt wird.
Die Erkrankten zeigten überwiegend milde Symptome, zwei von ihnen mussten jedoch stationär behandelt werden. Der Ursprung des Ausbruchs liegt bei einem vierjährigen Kind, das nach einem Aufenthalt auf Teneriffa in Großbritannien an Masern erkrankte. Zu den weiteren Fällen zählen ein Hotelmitarbeiter, der Kontakt mit dem Indexfall hatte, zwei Mitarbeiter eines Krankenhauses, das dieser Hotelangestellte aufsuchte, ein Mitglied der Sicherheitskräfte, das ebenfalls das Krankenhaus besuchte, sowie ein Säugling, der mit einem der Betroffenen verwandt ist.
Sofort nach Bekanntwerden der Verdachtsfälle wurden umfangreiche Maßnahmen zur Kontrolle und Nachverfolgung von Kontaktpersonen eingeleitet, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Die Gesundheitsbehörde unterstreicht die Bedeutung der vollständigen Impfung mit zwei Dosen gemäß dem Impfkalender, um individuellen Schutz zu gewährleisten und eine Weiterverbreitung zu verhindern.
Die Masernimpfung wird in Spanien seit 1975 angeboten, seit 1981 als Teil der Dreifachimpfung, und seit 1996 mit einer zweiten Dosis. Diese Maßnahmen führten zu einer deutlichen Reduktion von Masernausbrüchen. Dennoch hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Spanien im Zuge zunehmender importierter Fälle 2017 den Status als masernfreies Land aberkannt.
Die Gesundheitsbehörde ruft Eltern dazu auf, den Impfstatus ihrer Kinder im Alter von drei Jahren zu überprüfen und sicherzustellen, dass beide Impfdosen verabreicht wurden. Ebenso wird empfohlen, dass Personen, die nach 1978 geboren sind und weder eine Maserninfektion durchgemacht noch zwei Impfungen erhalten haben, sich in ihrem Gesundheitszentrum impfen lassen. Damit soll eine erneute Ausbreitung der Masern auf den Kanaren verhindert werden.
Für die Bevölkerung auf Teneriffa und den Kanaren bleibt die vollständige Impfung die wirksamste Maßnahme, um Masernfälle künftig zu vermeiden. Die Behörden werden die Lage weiterhin beobachten und bei neuen Fällen umgehend reagieren.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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