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Kanarische Industrie wächst auf 7,7 Prozent des BIP und trotzt internationalen Herausforderungen

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

31 August, 2026

Die kanarische Industrie befindet sich in einer Aufwärtsentwicklung und nähert sich einem Anteil von 7,7 Prozent am regionalen Bruttoinlandsprodukt (BIP), nachdem sie bisher bei etwa 6 Prozent lag. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg die industrielle Produktion um 4,5 Prozent, was deutlich über dem nationalen Durchschnitt von 2,9 Prozent liegt. Parallel dazu erhöhten sich die Sozialversicherungsbeiträge und die Unternehmensstimmung verbesserte sich, was auf eine positive wirtschaftliche Dynamik hindeutet.

Diese Fortschritte erfolgen trotz signifikanter Herausforderungen: Die Energiepreise sind im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 18,5 Prozent gestiegen, was mehr als doppelt so hoch ist wie der spanische Durchschnitt von 9,2 Prozent. Der Anstieg der Kosten ist vor allem auf die internationalen Spannungen zurückzuführen, insbesondere auf den Konflikt im Nahen Osten, der die Transportkosten, den Energieträger- und Rohstoffmarkt belastet. Diese Faktoren führen zu erhöhten Produktionskosten und beeinflussen die gesamte Wertschöpfungskette der Industrie auf den Kanaren.

Die Industrie auf den Kanaren ist aufgrund ihrer besonderen wirtschaftlichen und geografischen Lage besonders empfindlich gegenüber solchen externen Schocks. Die Branche reagiert jedoch mit einer gewissen Widerstandskraft und gilt als stabiler Arbeitgeber, der qualifizierte und langfristige Beschäftigung bietet. Die Industrie trägt damit wesentlich zur regionalen Wirtschaft bei, indem sie die Abhängigkeit vom Tourismus reduziert und die lokale Produktion stärkt.

Die Industrievereinigung Asinca hat im Mai 2026 unter dem Motto „Fuerza industrial. Visión compartida“ einen Aktionsplan verabschiedet, der auf Kontinuität setzt und sechs Schwerpunktlinien verfolgt. Dazu gehören unter anderem die Forderung nach einem differenzierten, aber gerechten Umgang mit den Kanaren, sowie die Stärkung der internen Organisation. Im Fokus stehen auch Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union für 2028 bis 2034, um Förderinstrumente wie das Posei-Programm zu erhalten und die Finanzierungssituation für die Industrie nicht zu verschlechtern.

Die kanarische Regierung unterstützt die Branche mit der Strategie zur industriellen Entwicklung (EDIC) für die Jahre 2022 bis 2027, die auf eine Modernisierung, Diversifizierung und Stärkung des Industriesektors abzielt. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem verarbeitenden Gewerbe, das über 80 Prozent der Industrieunternehmen und mehr als 70 Prozent der Beschäftigten ausmacht. Die Strategie basiert auf einer intensiven Beteiligung verschiedener Akteure und einer gründlichen Analyse der regionalen Potenziale.

Ein weiterer Motor für die lokale Wirtschaft ist das Gütesiegel „Elaborado en Canarias“, das in der Bevölkerung und bei Konsumenten ein hohes Maß an Vertrauen genießt. Die Kampagne „El punto que va contigo“ unterstreicht, dass hinter dem Label mehr als nur ein Produkt steht: Es symbolisiert Arbeitsplätze, Investitionen, Innovation und eine nachhaltige Entwicklung der Kanaren von innen heraus. Parallel dazu fördert die Initiative „Desde Canarias“ die Präsenz kanarischer Produkte in rund 1.500 Einzelhandelsgeschäften auf dem spanischen Festland.

Die Industrie auf den Kanaren profitiert zudem von einer guten Kommunikation mit der öffentlichen Verwaltung, die als konstruktiv und interessiert beschrieben wird. Themen wie die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren, der Zugang zu geeigneten Gewerbeflächen und die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur stehen auf der Agenda der Industrievertretung.

Die positive Entwicklung der Industrie hat konkrete Auswirkungen auf die Bevölkerung der Kanaren. Sie schafft qualifizierte Arbeitsplätze, fördert die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Schwankungen im Tourismussektor und trägt zur Stabilität der regionalen Wirtschaft bei. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich die Verhandlungen auf europäischer Ebene verlaufen und wie die Industrie ihre Position weiter ausbauen kann.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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