Die Zahl der auf den Kanarischen Inseln zugelassenen Fahrzeuge wächst weiter und hat erstmals die Marke von zwei Millionen überschritten. Nach aktuellen Daten der spanischen Verkehrsbehörde DGT belief sich der Fahrzeugbestand zum Ende des Jahres 2025 auf knapp zwei Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hinzu kommen die Neuzulassungen aus den ersten sieben Monaten 2026, die den Bestand weiter erhöht haben.
Besonders auffällig ist der hohe Anteil an älteren Fahrzeugen: Rund 545.000 Fahrzeuge auf den Inseln sind mindestens 25 Jahre alt, was etwa drei von zehn Fahrzeugen entspricht. Fahrzeuge mit einem Alter zwischen 10 und 24 Jahren machen fast 40 Prozent des Fuhrparks aus. Im Gegensatz dazu sind nur 15 Prozent der Fahrzeuge zwischen ein und vier Jahre alt. Die durchschnittliche Fahrzeugalter liegt bei 16 Jahren und damit leicht über dem nationalen Durchschnitt Spaniens. Die Altersstruktur variiert zudem zwischen den Provinzen, mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren in Las Palmas und 16,6 Jahren in Santa Cruz de Tenerife.
Der Zuwachs bei den Fahrzeugzahlen betrifft vor allem Pkw, die mit über 1,28 Millionen Einheiten etwa 65 Prozent des Gesamtbestands ausmachen. Im Jahr 2025 wurden fast 37.000 neue Pkw zugelassen, was das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr deutlich beschleunigt. Auch die Zahl der Motorräder nimmt zu und liegt aktuell bei über 200.000, während rund 45.000 Mofas registriert sind. Zusammen machen Zweiräder knapp 12,4 Prozent des Fahrzeugbestands aus.
Die hohe Fahrzeugdichte auf den Kanaren, mit über 830 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner, führt zu starken Verkehrsbelastungen, insbesondere auf den Hauptverkehrsachsen in Tenerife und Gran Canaria. Trotz der seit 2023 eingeführten kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs steigt der private Fahrzeugbestand weiter an.
Die Kraftstoffverteilung zeigt, dass Benziner nach wie vor dominieren und 67 Prozent des Fahrzeugbestands ausmachen. Diesel-Fahrzeuge folgen mit rund 31,8 Prozent. Elektrofahrzeuge sind mit knapp 22.000 registrierten Einheiten weiterhin eine Minderheit und machen nur etwa 1,1 Prozent des Fuhrparks aus.
Die Provinz Las Palmas verzeichnet mit über einer Million Fahrzeugen den größten Fuhrpark und einen Zuwachs von mehr als 31.000 Fahrzeugen im Jahr 2025. Santa Cruz de Tenerife folgt mit knapp 960.000 Fahrzeugen und einem jährlichen Zuwachs von über 22.000.
Für Fahrer auf den Kanarischen Inseln bedeutet die Altersstruktur des Fahrzeugbestands, dass viele Fahrzeuge älteren Baujahrs unterwegs sind, was Einfluss auf Wartung, Verbrauch und Umweltbelastung haben kann. Gleichzeitig führt das hohe Verkehrsaufkommen zu erhöhtem Stau und längeren Fahrzeiten, insbesondere auf den Hauptverkehrsstraßen. Die geringe Verbreitung von Elektrofahrzeugen zeigt, dass die Umstellung auf umweltfreundlichere Antriebe bisher nur langsam voranschreitet.
Angesichts der kontinuierlich steigenden Fahrzeugzahlen und des hohen Anteils älterer Fahrzeuge bleibt die Verkehrssituation auf den Kanaren eine Herausforderung. Die Entwicklung des Fahrzeugbestands und die Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Mobilität werden für die kommenden Jahre von zentraler Bedeutung sein.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
Zum Original

