Das Mobilitätsunternehmen Uber hat begonnen, Taxifahrer in Santa Cruz de Tenerife zu kontaktieren, um seinen Eintritt in den regionalen Markt vorzubereiten. Dabei bietet Uber den Taxifahrern die Möglichkeit, die UberX-App zu nutzen, über die Kunden Fahrten im Großraum der Hauptstadt buchen können. Dieses Modell, bekannt als Taxi Uber, ist bereits in anderen spanischen Regionen aktiv.
Uber fungiert dabei als Vermittler zwischen Fahrgästen und Fahrern, die entweder traditionelle Taxis oder Fahrzeuge mit Chauffeurdienst (VTC) sein können. In Santa Cruz und anderen Teilen der Kanarischen Inseln sind VTC-Fahrzeuge jedoch rechtlich umstritten, was Uber dazu veranlasst hat, gezielt auf die Taxibranche zuzugehen, um den Dienst über die bestehenden Taxi-Lizenzen anzubieten. Dadurch benötigt Uber keine Genehmigung von der Regierung der Kanarischen Inseln oder der Stadtverwaltung, da der Dienst als Vermittlungsplattform agiert.
Die Entscheidung, sich der Plattform anzuschließen, liegt bei den einzelnen Taxifahrern, da die öffentliche Verwaltung keine Einflussnahme hat, solange keine VTC-Fahrzeuge eingesetzt werden. Die lokalen Taxi-Verbände La Gremial del Taxi und Taxi Sí Canarias warnen jedoch vor einer Kooperation mit Uber. Sie befürchten, dass Uber nach der Integration von VTC-Fahrzeugen, die derzeit noch rechtlich angefochten werden, das Modell zu Ungunsten der traditionellen Taxibranche verändern könnte.
Zebenzui Pérez, Präsident beider Verbände, rät den Taxifahrern, keine Lizenzen für Uber bereitzustellen. Zudem verweist er auf eine geplante, kommunale Taxi-App, die in einigen Monaten eingeführt werden soll. Diese Anwendung soll eine ähnliche Funktionalität wie Uber bieten und sowohl Fahrgästen als auch Taxifahrern Vorteile verschaffen, indem sie eine lokale und regulierte Alternative darstellt.
Die Entwicklung zeigt, wie technologische Plattformen zunehmend in den regionalen Mobilitätsmarkt eindringen und dabei bestehende rechtliche und wirtschaftliche Strukturen herausfordern. Für die Taxibranche in Santa Cruz bedeutet dies eine komplexe Entscheidung zwischen kurzfristigen Chancen durch neue Kundenkontakte und langfristigen Risiken durch die Veränderung des Mobilitätsmarktes. Die Einführung der kommunalen App könnte zudem den Wettbewerb intensivieren und den lokalen Taxifahrern eine eigene digitale Vertriebsplattform bieten.
In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie viele Taxifahrer sich für eine Zusammenarbeit mit Uber entscheiden und wie die neue kommunale App angenommen wird. Die rechtliche Lage der VTC-Fahrzeuge bleibt weiterhin ein entscheidender Faktor für die zukünftige Ausgestaltung des Mobilitätsangebots in Santa Cruz de Tenerife.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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