Die Stadt La Laguna auf Teneriffa hat zusammen mit der Universität La Laguna (ULL) das erste lokale Wohnungsmarkt-Observatorium der Kanarischen Inseln gegründet. Dieses unabhängige und technische Instrument soll eine kontinuierliche Analyse der Miet- und Kaufpreise, der Verfügbarkeit von Immobilien sowie des Einflusses des Tourismus auf die Insel liefern. Die Einrichtung des Observatoriums erfolgt über die Stiftung der Universität La Laguna (FGULL) und wird mit rund 107.000 Euro aus dem städtischen Haushalt über mehrere Jahre finanziert. Die Umsetzung folgt einem Beschluss des Gemeinderats von März dieses Jahres.
Das Observatorium ist ein entscheidendes Instrument zur Umsetzung der spanischen Wohnrechtsgesetzgebung (Gesetz 12/2023), die vorschreibt, vor der Einführung von Eingriffen in den Wohnungsmarkt eine fundierte technische Analyse vorzulegen. Besonders relevant ist dies für die mögliche Ausweisung von Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt.
Das neue Analysezentrum wird Daten verschiedener Quellen zusammenführen, darunter Wohnungsverwaltungen, Plattformen für Ferienvermietungen, öffentliche Register und die Steuerbehörden. Ziel ist es, die bisher oft uneinheitlichen und veralteten Statistiken zu überwinden und verlässliche, vergleichbare und aktuelle Daten bereitzustellen.
Untersucht werden unter anderem die Entwicklung der Kauf- und Mietpreise, die tatsächliche Zahl leerstehender Wohnungen sowie das Angebot an Ferienwohnungen. Zudem werden die Anteile des Haushaltseinkommens, die für Miete oder Hypotheken aufgewendet werden, die Besitzstruktur nach Stadtvierteln und demografische Projektionen analysiert. Halbjährlich werden öffentliche Berichte veröffentlicht, eine Informationsplattform online bereitgestellt und Diskussionsveranstaltungen mit wirtschaftlichen, sozialen und akademischen Akteuren organisiert.
Bürgermeister Luis Yeray Gutiérrez betonte, dass diese Initiative einen Wendepunkt in der kommunalen Wohnungspolitik darstellt. Die Bürgerinnen und Bürger benötigen datenbasierte Entscheidungen statt subjektiver Wahrnehmungen. Die neuen Daten ermöglichen es, ein realistisches Bild der Marktentwicklung zu zeichnen und gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
Auch der Stadtrat für Raumordnung und Wohnungswesen, Adolfo Cordobés, hob hervor, dass das Observatorium technische Defizite bisheriger Analysen überwindet und somit die Rechtssicherheit und methodische Fundierung zukünftiger politischer Entscheidungen gewährleistet.
Der Rektor der Universität La Laguna, Francisco García, unterstrich den Beitrag der Wissenschaft zur Lösung struktureller Probleme auf den Kanaren. Das Observatorium sei ein Beispiel dafür, wie universitäre Forschung das Leben der Bevölkerung verbessern könne. Mit diesem Schritt positioniert sich La Laguna als Vorreiter in der wissenschaftlichen Begleitung der Boden- und Wohnungspolitik auf den Kanarischen Inseln und schafft eine Grundlage für fundierte Regulierungen des Wohnungsmarkts.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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