Die kanarische Regierung hat mit mehreren Reformen seit 2024 die Produktion von Wohnraum deutlich angekurbelt, wie ein aktueller Bericht der spanischen Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia (CNMC) bestätigt. Die Wettbewerbsbehörde erkennt darin die von den Kanaren bereits eingeleiteten Maßnahmen an, die darauf abzielen, starre Bebauungspläne zu flexibilisieren, bestehende Flächen und Gebäude leichter umzuwandeln sowie Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.
Das Wohnungsangebot auf den Kanarischen Inseln war lange Zeit durch langsame Verwaltungsprozesse und einen Mangel an Bauland geprägt. Der kanarische Wohnungsbauminister Pablo Rodríguez erläuterte im Parlament, dass die bisherigen Maßnahmen, darunter mehrere Dekrete und eine neue Gesetzgebung, bereits zu einer signifikanten Steigerung der Bautätigkeit geführt haben. Während über zehn Jahre im Durchschnitt etwa 1.000 Wohneinheiten jährlich entstanden, wurden 2024 mehr als 4.000 und 2025 bereits über 5.000 Wohnungen in Produktion genommen.
Trotz dieses Fortschritts betonte Rodríguez, dass diese Zahlen noch nicht ausreichen, um die Wohnungsnachfrage zu decken. Vor der Finanzkrise 2008 erreichte die Inselgruppe eine Produktion von rund 35.000 Wohnungen pro Jahr, eine Menge, die derzeit aufgrund fehlender industrieller Kapazitäten unerreichbar ist. Das Ziel der Regierung ist es jedoch, mittelfristig jährlich etwa 10.000 neue Wohneinheiten zu schaffen, um dem Bedarf besser gerecht zu werden.
Ein zentrales Problem bleibt die Umwandlung von verfügbarem Bauland in nutzbaren Wohnraum. Ein aktueller Bericht des kanarischen Wohnungsbeobachtungszentrums zeigt, dass ausreichend öffentliches und privates Bauland vorhanden ist. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass lange und komplexe Genehmigungsprozesse sowie rigide Bebauungspläne die Entwicklung verzögern und die Kosten für Wohnraum erhöhen.
Der CNMC-Bericht empfiehlt deshalb, die städtische Gesetzgebung zu vereinfachen, Planungen flexibler zu gestalten und Genehmigungen, wo möglich, durch einfache Mitteilungen oder Erklärungen zu ersetzen. Diese Empfehlungen decken sich vollständig mit den bereits durchgeführten und geplanten Reformen der kanarischen Regierung.
Ein weiterer Schwerpunkt der künftigen Wohnbaupolitik ist die Förderung der industriellen Bauweise. Diese soll helfen, Bauzeiten zu verkürzen, die Effizienz zu steigern und dem Fachkräftemangel im Bausektor entgegenzuwirken. Der geplante Wohnungsbauplan für 2026 bis 2030 sieht hierzu gezielte Fördermaßnahmen vor, die sich an die besonderen Bedingungen der Inselregion anpassen sollen, etwa die Insellage und die damit verbundenen Kosten.
Die kanarische Regierung plant, die Reformen weiter voranzutreiben und den Ausbau der Wohnungsproduktion mit dem neuen Plan in den kommenden Jahren zu intensivieren. Die Ergebnisse der bisherigen Maßnahmen und die Empfehlungen der CNMC bilden dabei die Grundlage für eine Politik, die den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum auf den Kanarischen Inseln verbessern will.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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