Weniger Flugrouten im Winter wegen hoher Kerosinpreise – Tourismus (Flugzeuge Airport)

Weniger Flugrouten im Winter wegen hoher Kerosinpreise

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

13. Oktober 2026

Winterflugplan 2026/27: Ryanair streicht Berlin-Verbindungen zu drei Kanareninseln

Europäische Fluggesellschaften überarbeiten wegen hoher Kerosinpreise und steigender Betriebskosten ihre Winterflugpläne. Auch Verbindungen zu den Kanarischen Inseln sind betroffen. Besonders deutlich fallen die Änderungen bei Ryanair aus: Die Airline schließt ihre Basis in Berlin und streicht unter anderem Verbindungen nach Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote.

Andere Fluggesellschaften reduzieren ihre ursprünglich geplanten Kapazitäten oder setzen einzelne Strecken zeitweise aus. Gleichzeitig bauen einige Anbieter ihr Angebot aus. Für Reisende bedeutet das: Die Auswirkungen unterscheiden sich erheblich nach Flughafen, Fluggesellschaft und Reisedatum.

Das Wichtigste in Kürze

  • Winterflugplan: 25. Oktober 2026 bis 27. März 2027
  • Ryanair: Schließung der Berliner Basis zum 24. Oktober angekündigt
  • Betroffene Kanaren-Verbindungen: Berlin–Fuerteventura, Berlin–Gran Canaria und Berlin–Lanzarote
  • Berlin insgesamt: Ryanair plant 50 Prozent weniger Kapazität und streicht zwölf Strecken.
  • Volotea: Kürzungen und zeitweise Aussetzungen betreffen unter anderem Verbindungen mit Lanzarote.
  • Jet2: Flüge und Pauschalreisen nach La Palma aus dem Angebot genommen.
  • Andere Airlines: KLM und Eurowings haben auch zusätzliche Kapazitäten angekündigt.
  • Fluggastrechte: Bei Annullierungen bestehen grundsätzlich Ansprüche auf Erstattung oder anderweitige Beförderung.

Welche Flüge zwischen Deutschland und den Kanaren sind betroffen?

Die wichtigste bestätigte Änderung für Reisende aus Deutschland betrifft den Flughafen Berlin Brandenburg (BER).

Ryanair hatte bereits im April angekündigt, ihre dortige Basis mit sieben stationierten Flugzeugen zum 24. Oktober 2026 zu schließen.

Für den Winterflugplan bedeutet das eine Reduzierung der Ryanair-Kapazität in Berlin um 50 Prozent. Insgesamt werden zwölf Strecken gestrichen.

Nach den von Hosteltur veröffentlichten Angaben gehören dazu die Verbindungen von Berlin nach Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote.

Damit fallen für Reisende aus Berlin mehrere bisherige Direktflugmöglichkeiten zu den Kanarischen Inseln weg.

Wichtig: Die Streichung betrifft die genannten Ryanair-Verbindungen. Sie bedeutet nicht, dass die drei Inseln von Berlin aus grundsätzlich nicht mehr erreichbar sind.

Welche Direktflüge anderer Airlines an einzelnen Reisetagen verfügbar bleiben, muss anhand der aktuellen Buchungssysteme geprüft werden.

Ab wann gelten die Änderungen?

Der europäische Winterflugplan beginnt am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, und endet am Samstag, dem 27. März 2027.

Ryanair hat die Schließung der Berliner Basis bereits für den 24. Oktober angekündigt.

Bei anderen Fluggesellschaften gelten teilweise unterschiedliche Zeiträume. Einige Kapazitätsreduzierungen betreffen den gesamten Winter, andere nur bestimmte Monate oder einzelne Strecken.

Deshalb sollten Reisende nicht davon ausgehen, dass jede angekündigte Kürzung automatisch eine vollständige Streichung über die gesamte Wintersaison bedeutet.

Warum streicht Ryanair Flüge in Deutschland?

Die hohen Kerosinpreise sind ein wichtiger Belastungsfaktor für europäische Fluggesellschaften. Bei Ryanairs Entscheidung für Berlin spielen jedoch vor allem andere Kosten eine Rolle.

Die Airline kritisiert seit längerer Zeit die deutschen Luftverkehrssteuern und die Gebühren an deutschen Flughäfen.

Nach eigenen Angaben sind die Betriebskosten am Flughafen Berlin seit der Corona-Pandemie deutlich gestiegen.

Ryanair will die bisher in Berlin stationierten Flugzeuge deshalb an kostengünstigere europäische Flughäfen verlegen.

Für Deutschland hat die Fluggesellschaft eine Reduzierung ihres Winterangebots um rund 700.000 Sitzplätze angekündigt. Das entspricht einem Rückgang von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Welche weiteren Fluggesellschaften reduzieren ihre Kapazitäten?

Auch easyJet und Wizz Air haben ihre ursprünglichen Planungen zurückgenommen.

Bei easyJet liegt die Reduzierung gegenüber der zunächst vorgesehenen Winterkapazität nach Branchenberichten bei insgesamt rund 1,3 bis 1,4 Millionen Sitzplätzen.

Wizz Air kündigte Anfang Oktober eine Verringerung der ursprünglich geplanten Kapazität für das zweite Geschäftshalbjahr um fünf Prozent an.

Diese Zahlen beziehen sich auf die jeweiligen Unternehmensplanungen. Sie bedeuten nicht, dass entsprechend viele bereits gebuchte Flüge gestrichen wurden.

Für die Kanarischen Inseln lassen sich daraus allein keine konkreten Ausfälle einzelner Strecken ableiten.

Volotea: Auch Lanzarote von Änderungen betroffen

Die spanische Fluggesellschaft Volotea reduziert ihr Angebot zwischen November und Februar nach veröffentlichten Branchendaten um etwa zehn bis elf Prozent gegenüber dem vorherigen Winter.

Betroffen sind unter anderem Verbindungen ab Asturias, Bilbao und Lanzarote.

Dabei handelt es sich teilweise um vorübergehende Aussetzungen oder reduzierte Flugfrequenzen.

Nicht alle betroffenen Verbindungen werden vollständig gestrichen. Einzelne Flüge können weiterhin an bestimmten Tagen stattfinden.

Wer mit Volotea von oder nach Lanzarote reisen möchte, sollte deshalb das konkrete Datum prüfen.

Jet2 nimmt La Palma aus dem Winterangebot

Die britische Fluggesellschaft Jet2 hat bestätigt, dass sie ihre Flüge und Pauschalreisen nach La Palma aus dem Programm nimmt.

Das Unternehmen begründet diese Entscheidung mit einer Überprüfung seines Angebots und der Nachfrage.

Ein direkter Zusammenhang mit den gestiegenen Kerosinpreisen wurde von Jet2 nicht ausdrücklich genannt.

Für La Palma ist der Rückzug dennoch relevant, weil internationale Flugverbindungen für den Tourismus und die Erreichbarkeit der Insel eine wichtige Rolle spielen.

Gibt es auch zusätzliche Flüge auf die Kanaren?

Ja. Trotz der Kürzungen einzelner Airlines gibt es auch Fluggesellschaften, die ihre Kapazitäten ausbauen.

Hosteltur berichtet unter anderem über zusätzliche Angebote von KLM und Eurowings.

Auch Jet2 hatte zunächst eine Ausweitung ihres Winterangebots um 8,7 Prozent angekündigt, bevor die Entscheidung zur Einstellung der La-Palma-Verbindungen bekannt wurde.

Die Entwicklung zeigt, dass die Kanarischen Inseln nicht insgesamt von einem einheitlichen Rückgang des Flugangebots betroffen sind.

Vielmehr verändern sich die verfügbaren Verbindungen je nach Airline und Herkunftsmarkt.

Welche Alternativen haben Reisende aus Deutschland?

Wer bisher einen Ryanair-Direktflug von Berlin nach Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote genutzt hat, sollte zunächst prüfen, ob eine andere Fluggesellschaft dieselbe Insel direkt anfliegt.

Ist keine passende Direktverbindung verfügbar, kommen Umsteigeverbindungen infrage.

Mögliche Umsteigeflughäfen sind beispielsweise Madrid oder Barcelona, sofern dort für das gewünschte Reisedatum geeignete Anschlussflüge angeboten werden.

Auch Abflüge von anderen deutschen Flughäfen können eine Alternative sein.

Dabei sollten Reisende nicht nur den Ticketpreis vergleichen, sondern auch die Gesamtreisezeit, Gepäckkosten und das Risiko bei getrennt gebuchten Flügen berücksichtigen.

Bei einer durchgehenden Buchung bestehen im Fall einer verpassten Anschlussverbindung in der Regel weitergehende Ansprüche als bei zwei unabhängig voneinander gebuchten Tickets.

Welche Rechte haben Fluggäste bei einer Streichung?

Wird ein bereits gebuchter Flug von der Fluggesellschaft annulliert, haben Passagiere nach der europäischen Fluggastrechteverordnung grundsätzlich die Wahl zwischen:

  • Erstattung des Ticketpreises für die nicht genutzte Beförderung
  • Anderweitiger Beförderung zum Zielort unter vergleichbaren Bedingungen zum frühestmöglichen Zeitpunkt
  • Einer Umbuchung auf einen späteren Termin nach Wunsch des Reisenden, sofern Plätze verfügbar sind

Bei einer kurzfristigen Annullierung können zusätzliche Ansprüche auf Betreuung, Verpflegung und gegebenenfalls Hotelunterbringung entstehen.

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht außerdem Anspruch auf eine pauschale Ausgleichszahlung.

Für viele Flüge zwischen Deutschland und den Kanarischen Inseln beträgt diese grundsätzlich 400 Euro pro Person, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Entscheidend ist der Zeitpunkt der Benachrichtigung.

Wird die Annullierung mindestens 14 Tage vor dem geplanten Abflug mitgeteilt, besteht normalerweise kein Anspruch auf eine zusätzliche pauschale Ausgleichszahlung.

Das Recht auf Erstattung oder anderweitige Beförderung bleibt jedoch bestehen.

Auch außergewöhnliche Umstände können einen Ausgleichsanspruch ausschließen. Die Fluggesellschaft muss die entsprechenden Voraussetzungen nachweisen.

Was sollten bereits gebuchte Passagiere jetzt tun?

Wer für den Winter 2026/27 einen Flug zwischen Deutschland und den Kanaren gebucht hat, sollte die Buchung direkt bei der Fluggesellschaft überprüfen.

Besonders wichtig ist dies bei Ryanair-Flügen ab Berlin.

Wurde eine Verbindung gestrichen, sollten Reisende die angebotenen Möglichkeiten zur Erstattung oder Umbuchung vergleichen, bevor sie selbst neue Tickets kaufen.

Eine vorschnelle Annahme der Ticketerstattung kann dazu führen, dass die Fluggesellschaft keine Ersatzbeförderung mehr organisieren muss.

Außerdem empfiehlt es sich, Buchungsbestätigungen, Mitteilungen über Flugplanänderungen und gegebenenfalls Belege für zusätzliche Kosten aufzubewahren.

Bei Pauschalreisen sollte zunächst der Reiseveranstalter kontaktiert werden.

Unsere Einordnung: Weniger Direktflüge können die Reiseplanung erschweren

Für die Kanarischen Inseln sind internationale Flugverbindungen besonders wichtig. Sie verbinden den Archipel mit den europäischen Herkunftsmärkten und ermöglichen auch Einwohnern regelmäßige Reisen zum spanischen Festland und ins Ausland.

Die Streichung der Ryanair-Verbindungen ab Berlin betrifft deshalb nicht nur Urlauber, sondern auch Menschen, die zwischen Deutschland und den Kanaren pendeln oder Familie und Freunde besuchen.

Besonders relevant ist der Verlust von Direktverbindungen. Eine Reise mit Umstieg kann länger dauern und zusätzliche Kosten verursachen.

Gleichzeitig wäre es falsch, aus den Kürzungen einzelner Fluggesellschaften einen generellen Einbruch des Kanaren-Flugverkehrs abzuleiten.

Einige Airlines reduzieren ihr Angebot, während andere bestimmte Strecken verstärken.

Für Reisende ist deshalb die konkrete Verbindung wichtiger als die allgemeine Kapazitätsentwicklung einer Fluggesellschaft.

Quellen: Hosteltur, 13. Oktober 2026; Ryanair, Unternehmensmitteilung vom 24. April 2026; Europäische Union, Fluggastrechteverordnung (EG) Nr. 261/2004.

Originalbericht bei Hosteltur

Offizielle Ryanair-Mitteilung zur Schließung der Berliner Basis

EU-Informationen zu Fluggastrechten

Quelle: hosteltur.com
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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