Calima gehört auf den Kanarischen Inseln zu den Wettererscheinungen, die Urlauber und Neuankömmlinge zunächst überraschen können. Der Himmel wirkt plötzlich milchig oder gelblich, die Sicht wird schlechter und selbst weit entfernte Berge oder Nachbarinseln verschwinden hinter einem Schleier. Auf Autos, Terrassen und Fenstern kann sich feiner Staub absetzen.
Der Grund dafür liegt nur wenige hundert Kilometer östlich der Kanaren: Staub aus Nordafrika wird mit der Luftströmung über den Atlantik transportiert und erreicht dabei immer wieder die Kanarischen Inseln.
Was ist Calima?
Als Calima wird auf den Kanaren eine Wetterlage bezeichnet, bei der sich trockene Partikel in der Atmosphäre befinden und dadurch die Sicht beeinträchtigt werden kann. Häufig handelt es sich auf den Inseln um mineralischen Staub aus Nordafrika.
Je nach Wetterlage kann die Konzentration des Staubs sehr unterschiedlich sein. Eine leichte Calima fällt manchmal lediglich durch einen diesigen Himmel auf. Bei stärkeren Ereignissen kann die Luft deutlich trüber werden und die Sichtweite erheblich zurückgehen.
Typische Anzeichen einer Calima sind:
– ein milchiger, gelblicher oder bräunlicher Himmel
– eingeschränkte Fernsicht
– trockene und staubige Luft
– Staubablagerungen auf Autos, Fenstern und Außenflächen
– teilweise ungewöhnlich warme und trockene Wetterbedingungen
Calima ist dabei nicht dasselbe wie Nebel. Während Nebel aus sehr kleinen Wassertröpfchen besteht, wird die eingeschränkte Sicht bei Calima durch trockene Partikel verursacht.
Woher kommt die Calima auf den Kanaren?
Die Nähe der Kanarischen Inseln zum afrikanischen Kontinent spielt eine entscheidende Rolle. Unter geeigneten meteorologischen Bedingungen können große Mengen Mineralstaub aus Nordafrika in die Atmosphäre gelangen und anschließend mit den Luftströmungen über den Atlantik transportiert werden.
Die Kanaren liegen auf einer dieser Transportstrecken. Deshalb gehören Einbrüche von Saharastaub zum Klima der Inselgruppe und können mehrmals im Jahr auftreten.
Der Staub muss dabei nicht ausschließlich in Bodennähe unterwegs sein. Er kann sich auch in höheren Luftschichten befinden. Dadurch kann eine Calima je nach Wetterlage auf einzelnen Inseln und in unterschiedlichen Höhenlagen verschieden stark wahrgenommen werden.
Welche Kanarischen Inseln können betroffen sein?
Grundsätzlich kann Calima alle Kanarischen Inseln erreichen:
– Teneriffa
– Gran Canaria
– Fuerteventura
– Lanzarote
– La Palma
– La Gomera
– El Hierro
– La Graciosa
Wie stark die Auswirkungen an einem bestimmten Ort sind, hängt von der jeweiligen Wetterlage, der Staubkonzentration, der Windrichtung und der Höhenlage ab.
Deshalb ist es durchaus möglich, dass die Sicht auf einer Insel stark eingeschränkt ist, während die Situation an einem anderen Ort weniger auffällig erscheint.
Wie lange dauert eine Calima?
Dafür gibt es keine feste Regel. Manche Episoden sind nach kurzer Zeit wieder vorbei, andere halten mehrere Tage an.
Die kanarische Gesundheitsbehörde weist darauf hin, dass Episoden von Saharastaub mehrmals im Jahr auftreten und zwischen etwa einem Tag und mehr als zwei Wochen dauern können.
Entscheidend ist, wie lange die entsprechende Luftströmung anhält und wann sauberere Luftmassen die staubhaltige Luft wieder verdrängen.
Ist Calima gesundheitsschädlich?
Eine Calima ist nicht nur ein optisches Wetterphänomen. Durch den Saharastaub steigt die Konzentration von Partikeln in der Luft.
Besonders empfindlich können Kinder, ältere Menschen sowie Menschen mit chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen reagieren.
Die kanarische Gesundheitsbehörde nennt unter anderem mögliche Beschwerden wie Husten, Müdigkeit oder Beschwerden im Brustbereich. Bestehende Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können sich während starker Staubereignisse verschlechtern.
Auch Menschen, die normalerweise keine Beschwerden haben, können eine intensive Calima beispielsweise durch trockene Atemwege oder gereizte Augen wahrnehmen.
Was sollte man bei starker Calima beachten?
Die Dirección General de Salud Pública der Kanarischen Regierung empfiehlt insbesondere empfindlichen Personen, bei Calima einige einfache Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.
Dazu gehören:
– längere Aufenthalte im Freien möglichst vermeiden
– Fenster und Türen bei starker Staubbelastung geschlossen halten
– ausreichend trinken
– intensive körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden
– Staub auf Oberflächen mit einem feuchten Tuch entfernen
Wer bereits an einer Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, sollte offizielle Warnungen besonders beachten.
Bei einer deutlichen Verschlechterung von Atemwegsbeschwerden empfiehlt die kanarische Gesundheitsbehörde, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen; in akuten Notfällen gilt auf den Kanaren wie im übrigen Spanien die Notrufnummer 112.
Sport und Aktivitäten während einer Calima
Ob ein Spaziergang, eine Wanderung oder Sport im Freien sinnvoll ist, hängt stark von der Intensität der jeweiligen Calima ab.
Bei einer leichten Staubbelastung können die Bedingungen völlig anders sein als während eines starken Ereignisses mit deutlich eingeschränkter Sicht und hoher Partikelkonzentration.
Bei stärkerer Calima empfiehlt die kanarische Gesundheitsbehörde, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Das ist besonders wichtig für Menschen mit Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wer eine Wanderung oder andere längere Outdoor-Aktivitäten geplant hat, sollte deshalb vorher die aktuelle Wetter- und Warnlage prüfen.
Kann Calima den Flugverkehr beeinträchtigen?
Starke Calima kann die Sicht erheblich reduzieren. AEMET weist darauf hin, dass entsprechende Wetterlagen auf den Kanaren gelegentlich auch Auswirkungen auf den Flugbetrieb haben können.
Das bedeutet allerdings nicht, dass bei jeder Calima Flüge ausfallen. Eine leichte Staubbelastung und ein extremes Ereignis mit stark eingeschränkter Sicht sind zwei völlig unterschiedliche Situationen.
Wer während einer ausgeprägten Calima fliegt, sollte deshalb zusätzlich zum Wetterbericht die aktuellen Informationen seiner Fluggesellschaft und des jeweiligen Flughafens beachten.
Warum ist nach einer Calima überall Staub?
Wenn sich die Wetterlage verändert, verschwinden die Staubpartikel nicht einfach vollständig. Ein Teil lagert sich auf dem Boden und auf Gegenständen ab.
Das sieht man besonders deutlich auf:
– Autos
– Balkonen und Terrassen
– Fenstern
– Gartenmöbeln
– Solaranlagen
– Pflanzen
Kommt gleichzeitig oder kurz danach Regen hinzu, können sich die Partikel mit dem Niederschlag verbinden. Zurück bleiben dann die für solche Wetterlagen typischen Staub- und Schmutzspuren.
Wo kann ich prüfen, ob Calima erwartet wird?
Für die aktuelle Wetterlage sollte man sich nicht auf ältere Nachrichten oder Beiträge in sozialen Netzwerken verlassen.
Die wichtigste Anlaufstelle für Wettervorhersagen und amtliche Wetterwarnungen in Spanien ist die staatliche Wetterbehörde AEMET. Informationen zur Luftqualität und gesundheitliche Hinweise stellt außerdem die Regierung der Kanarischen Inseln bereit. Auch auf unserer Webseite unter Wetter kann man das aktuelle Wetter mit Wetter Warnungen einsehen.
Bei angekündigter Calima lohnt es sich, nicht nur auf das Wort „Calima“ zu achten. In Wetterinformationen wird häufig auch von Staub oder polvo en suspensión – also Staub in der Atmosphäre – gesprochen.
Calima gehört zu den Kanaren
Für Menschen, die längere Zeit auf den Kanaren leben, ist Calima irgendwann kein ungewöhnliches Ereignis mehr. Die Intensität kann allerdings erheblich schwanken.
Eine leichte Calima sorgt möglicherweise nur für einen trüben Himmel. Bei einem starken Ereignis können dagegen Sicht, Luftqualität und Aktivitäten im Freien deutlich beeinträchtigt werden.
Deshalb ist vor allem eines wichtig: Nicht jede Calima ist ein Grund zur Sorge, aber bei einer starken Staubbelastung sollte man die offiziellen Wetter- und Gesundheitshinweise ernst nehmen.
Kurz zusammengefasst: Calima auf den Kanaren entsteht häufig durch Mineralstaub aus Nordafrika. Sie kann die Sicht und die Luftqualität beeinträchtigen. Besonders empfindliche Menschen sollten bei starken Ereignissen längere Aufenthalte und körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden und die aktuellen Hinweise der Behörden beachten.
Meine persönlichen Erfahrungen mit Calima, im Winter willkommen, da dadurch die Temperaturen gefühlt um ca 5 Grad steigen, im Sommer ist mir Calima zu heiss, da Calima aber immer nur wenige Tage dauert kommt man auch ganz gut durch diese Zeit. Beachten sollten man noch, dass Calima in den höheren Lagen eher als noch wärmer empfunden wird, als an der Küste selber.
Mehr Informationen auch in unserem Ratgeber Zum Thema Calima


