Zapata: „Kanarische Inseln verschenken mehr als 15 % ihrer erneuerbaren Energie – Speichertechnologien sind der Schlüssel…

Zapata: „Kanarische Inseln verschenken mehr als 15 % ihrer erneuerbaren Energie – Speichertechnologien sind der Schlüssel zur Verbesserung“

User avatar placeholder
Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

15. Oktober 2026

Der kanarische Minister für Ökologische Transition und Energie, Mariano H. Zapata, hat in einer Parlamentsanhörung darauf hingewiesen, dass auf den Kanarischen Inseln mehr als 15 % der erzeugten erneuerbaren Energie ungenutzt verloren gehen. Grund dafür seien derzeitige Systemgrenzen bei der Integration der Energie, weshalb die Erweiterung der Speicherkapazitäten und die Anpassung der Stromnetze dringend erforderlich seien. Zapata betonte, dass es nicht nur darum gehe, mehr erneuerbare Energie zu produzieren, sondern diese auch dann nutzbar zu machen, wenn das System sie benötigt. Dazu müssten verschiedene Technologien kombiniert und auf die spezifischen Bedingungen jeder Insel zugeschnitten werden.

Der Minister hob hervor, dass Energiespeicherung eine der größten technischen Herausforderungen der Energiewende auf den Kanaren darstellt. Da Wind- und Solarenergie nicht immer mit den Spitzenverbrauchszeiten übereinstimmen, sei es essenziell, Systeme zu haben, die Strom speichern und später bereitstellen können. So könne die Integration erneuerbarer Energien erhöht und der Bedarf an konventioneller Stromerzeugung verringert werden.

Als Beispiel für großtechnische Energiespeicherung nannte Zapata Pumpspeicherkraftwerke, die überschüssigen Strom nutzen, um Wasser von einem tiefer gelegenen Reservoir in ein höher gelegenes zu pumpen. Er verwies auf das bestehende Pumpspeicherkraftwerk Gorona del Viento auf El Hierro, das erneuerbare Erzeugung mit Speicherfunktion kombiniert und im Jahr 2025 mehr als tausend Stunden lang den gesamten Strombedarf der Insel aus erneuerbaren Quellen decken konnte.

Für Gran Canaria nannte Zapata das Projekt Salto de Chira, das eine Turbinenleistung von 200 Megawatt und eine Speicherkapazität von 3.500 Megawattstunden vorsieht. Zudem soll auf Teneriffa das zukünftige Pumpspeicherkraftwerk Güímar weitere 200 Megawatt Leistung bereitstellen. Auf Lanzarote und Fuerteventura wurden ebenfalls Pumpspeicheroptionen geprüft, jedoch konnten dort bislang keine geeigneten Standorte für großmaßstäblichen Pumpspeicher identifiziert werden. Die geografischen Gegebenheiten und die Konfiguration der Stromnetze beeinflussten die Machbarkeit solcher Anlagen.

Für La Palma läuft eine Studie des Instituto Tecnológico de Canarias, die eine erste Phase eines Pumpspeichers mit 30 Megawatt Leistung und 600 Megawattstunden Kapazität vorsieht. Als bevorzugter Standort wird die Laguna de Barlovento genannt. Die Studie und die notwendigen Verfahren müssen noch abgeschlossen werden. Zudem wird die seit dem 1. Juli 2026 in Betrieb befindliche Stromverbindung zwischen Teneriffa und La Gomera als zusätzliche Absicherung für den Ausbau von Speichertechnologien gewertet.

Neben Pumpspeichern sind auch Batteriespeicher eine wichtige Option. Zapata erläuterte, dass an Wind- und Solarparks Batterien angeschlossen werden können, um einen Teil der erzeugten Energie zu speichern und zeitversetzt abzugeben, wodurch die Diskrepanz zwischen Erzeugung und Verbrauch verringert wird. Auf La Gomera wurden bereits drei Speicherprojekte an den Windparks Jedey, Las Tricias und La Sabina in San Sebastián de La Gomera genehmigt, jeweils mit einer geplanten Leistung von 2 Megawatt.

Die Umsetzung dieser Technologien hängt von den regulatorischen Rahmenbedingungen für die nicht auf dem Festland liegenden Stromnetze ab. In diesem Zusammenhang hat das Ministerium Einwände gegen die derzeit in Bearbeitung befindliche Änderung des Real Decreto 738/2015 vorgebracht, das wirtschaftliche und technische Aspekte der Stromversorgung in diesen Gebieten regelt.

Auch im Bereich des Eigenverbrauchs spielt Energiespeicherung eine wichtige Rolle. Batterien, die zusammen mit Photovoltaikanlagen in Privathaushalten, Unternehmen oder öffentlichen Gebäuden installiert werden, ermöglichen es, einen Teil des erzeugten Solarstroms zu speichern und bei Bedarf zu nutzen, wenn die Solarmodule keine Energie liefern. Dadurch wird der Eigenverbrauch erhöht und der Bezug von Netzstrom reduziert.

Zapata berichtete, dass die Kanarischen Inseln die installierte Leistung von Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen von etwa 136 Megawatt im Jahr 2023 auf über 302 Megawatt im Juni 2026 gesteigert haben. Insgesamt gibt es inzwischen 24.817 solcher Anlagen auf den Inseln.

Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
Zum Original

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

Deutschsprachige Kleinanzeigen für alle Kanaren-Inseln: Immobilien, Jobs, Fahrzeuge, Dienstleistungen und mehr – jetzt Angebote entdecken oder kostenlos inserieren.

→ Anzeigen entdecken

Schreibe einen Kommentar

Kanaren-Nachrichten
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.