Hotelinvestitionen in Spanien erreichen Rekordhöhe – Tourismus (Hotel)

Hotelinvestitionen in Spanien erreichen Rekordhöhe

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

26. Oktober 2026

Kanaren bleiben gefragter Hotelstandort: Spanien verzeichnet 3,3 Milliarden Euro Investitionen

Der spanische Hotelmarkt zieht weiterhin Milliardenbeträge an. Von Januar bis September 2026 wurden nach Angaben des Immobilienberaters Colliers rund 3,3 Milliarden Euro in Hotels investiert. Das entspricht einem Anstieg von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch die Kanarischen Inseln gehören zu den wichtigsten Investitionszielen. Für das Gesamtjahr hält Colliers ein Investitionsvolumen von annähernd vier Milliarden Euro für möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • 3,302 Milliarden Euro wurden von Januar bis September 2026 in spanische Hotels investiert.
  • 8,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
  • 11 Prozent der Investitionen entfielen laut aktuellem Colliers-Marktüberblick auf die Kanaren.
  • 57 Prozent des Investitionsvolumens stammen von spanischen Käufern, 43 Prozent von internationalen Investoren.
  • Bis zu rund vier Milliarden Euro könnten bis Jahresende erreicht werden, wenn weitere geplante Transaktionen abgeschlossen werden.
  • Hotelkäufe und Modernisierungen sind nicht mit dem Neubau zusätzlicher Hotels gleichzusetzen.

Kanaren gehören zu den wichtigsten Hotelmärkten Spaniens

Die Kanarischen Inseln bleiben für Investoren im spanischen Hotelmarkt attraktiv. Nach Angaben von Colliers entfielen im aktuellen Marktüberblick elf Prozent des spanischen Hotelinvestitionsvolumens auf den Archipel.

Damit liegen die Kanaren hinter Madrid, den Balearen, der Costa del Sol und Barcelona.

Region Anteil am Hotelinvestitionsvolumen
Madrid 24 %
Balearen 17 %
Costa del Sol 16 %
Barcelona 13 %
Kanarische Inseln 11 %

Die Angaben stammen aus dem von Colliers im Oktober 2026 erläuterten Marktüberblick.

Bereits im ersten Halbjahr waren auf den Kanaren Hoteltransaktionen im Wert von 363 Millionen Euro registriert worden. Das entsprach damals 15 Prozent des landesweiten Investitionsvolumens.

Der Unterschied zwischen 15 und elf Prozent zeigt, dass sich die regionale Verteilung der Investitionen im Jahresverlauf verändert hat.

Hotelinvestitionen steigen um 8,1 Prozent

Spanienweit erreichten die Hotelinvestitionen in den ersten neun Monaten des Jahres 3,302 Milliarden Euro.

Nach Angaben von Colliers lag das Volumen damit 8,1 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Hotels machten zugleich knapp ein Fünftel der gesamten Immobilieninvestitionen in Spanien aus. Sie waren damit nach Wohnimmobilien das zweitgrößte Segment des spanischen Immobilieninvestmentmarktes.

Laura Hernando, Geschäftsführerin von Colliers Iberia, erwartet, dass bis zum Jahresende weitere größere Hoteltransaktionen abgeschlossen werden könnten.

Dadurch könnte sich das gesamte Investitionsvolumen 2026 der Marke von vier Milliarden Euro nähern.

Eine endgültige Jahresbilanz liegt jedoch noch nicht vor.

Warum interessieren sich Investoren für Hotels auf den Kanaren?

Nach Einschätzung von Colliers profitieren etablierte Ferienregionen von der anhaltenden Nachfrage nach touristischen Unterkünften.

Dazu gehören insbesondere die Kanaren und Balearen.

Hotels in gefragten Urlaubsregionen gelten für Investoren als interessant, weil sie von bestehenden touristischen Strukturen, internationaler Nachfrage und etablierten Reisezielen profitieren können.

Dabei geht es nicht ausschließlich um den Erwerb bereits modernisierter Hotels.

Auch ältere Häuser, bei denen Investoren durch Renovierungen oder eine Neupositionierung höhere Erträge erzielen möchten, sind gefragt.

Für die Kanaren bedeutet das: Bestehende Hotels können auch dann für Investoren interessant sein, wenn keine neuen Gebäude entstehen.

Mehr als die Hälfte des Kapitals stammt aus Spanien

Spanische Käufer stellen nach Angaben von Colliers mit 57 Prozent den größeren Anteil des investierten Kapitals.

Auf internationale Investoren entfallen 43 Prozent.

Zu den Käufern gehören Hotelketten, Immobilienfonds, institutionelle Investoren und private Kapitalgeber.

Hernando beobachtet zudem, dass sich zunehmend Investoren für Hotels interessieren, die früher vor allem in andere Immobilienarten investiert haben.

Eine Rolle spielt dabei, dass Hotelimmobilien heute nicht nur als Gebäude, sondern auch anhand ihrer laufenden Geschäftsergebnisse und Entwicklungsmöglichkeiten bewertet werden.

Allerdings weist die Colliers-Geschäftsführerin darauf hin, dass die kräftigen Steigerungen der vergangenen Jahre nicht unbegrenzt fortgesetzt werden können.

Insbesondere steigende Betriebskosten und die Entwicklung der Hotelpreise bleiben Risiken.

Bedeutet das mehr Hotels auf Teneriffa und Gran Canaria?

Nicht unbedingt.

Die Investitionsstatistik erfasst den Kapitalfluss in den Hotelmarkt. Dazu können insbesondere der Kauf bestehender Hotels, der Erwerb von Hotelportfolios und die Entwicklung oder Umgestaltung von Immobilien gehören.

Ein Eigentümerwechsel schafft zunächst keine zusätzlichen Hotelzimmer.

Auch eine Modernisierung kann das Investitionsvolumen erhöhen, ohne dass die Zahl der Übernachtungsplätze steigt.

Ob durch die Investitionen neue Arbeitsplätze entstehen oder zusätzliche Unterkünfte geschaffen werden, hängt von den einzelnen Projekten ab.

Für Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura lässt sich aus dem landesweiten Investitionsvolumen deshalb keine konkrete Zahl neuer Hotels ableiten.

Unsere Einordnung: Hohe Investitionen sind nicht automatisch touristisches Wachstum

Die Zahlen zeigen, dass die Kanaren für Hotelinvestoren weiterhin zu den wichtigen Standorten Spaniens gehören.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Inseln ist jedoch entscheidend, wie das Kapital eingesetzt wird.

Wird ein bestehendes Hotel modernisiert, kann das die Qualität des Angebots verbessern und Aufträge für lokale Unternehmen schaffen. Der bloße Verkauf eines Hotels an einen neuen Eigentümer hat dagegen zunächst andere Auswirkungen.

Auch die Frage, ob Investitionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, lässt sich nur anhand konkreter Projekte beantworten.

Die Zahlen sollten deshalb nicht mit einem entsprechenden Wachstum der Hotelkapazitäten oder der Touristenzahlen gleichgesetzt werden.

Bemerkenswert ist außerdem die starke Rolle spanischer Investoren. Der Hotelmarkt wird nicht allein von internationalen Fonds getragen, sondern auch von heimischen Hotelgruppen und privaten Kapitalgebern.

Für die Kanaren bleibt damit eine wichtige Frage: Fließen die Investitionen vor allem in die Erneuerung bestehender Hotels oder entstehen dadurch zusätzliche touristische Kapazitäten?

Quellen:

  • Colliers, Bericht zum spanischen Hotelinvestmentmarkt, Januar bis September 2026.
  • Colliers, Hotelinvestmentbericht für das erste Halbjahr 2026.
  • Hosteltur, Interview mit Laura Hernando vom 26. Oktober 2026.

Originalinterview bei Hosteltur

Colliers: Hotelinvestitionen im ersten Halbjahr 2026

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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