Fuerteventura: AM-CC fordert mehr Geld aus Madrid für Verkehr, Wasser und Wohnungsbau
Die Kandidaten von Asamblea Majorera–Coalición Canaria (AM-CC) fordern eine stärkere finanzielle Unterstützung Fuerteventuras durch die spanische Zentralregierung. Bei einem Treffen am 3. November 2026 in der Inselzentrale der Partei sprachen sie über ausstehende staatliche Zahlungen, notwendige Infrastrukturinvestitionen und die Wohnungsprobleme auf der Insel.
Das Wichtigste in Kürze
- Öffentlicher Nahverkehr: Das Cabildo muss nach Angaben von Nuria Cabrera rund zehn Millionen Euro für den kostenlosen Busverkehr vorfinanzieren.
- Staatliche Finanzierung: Die Kandidaten fordern frühzeitigere Zahlungen und zusätzliche Investitionsvereinbarungen mit Madrid.
- Infrastruktur: Straßen, Wasserversorgung und Bildungseinrichtungen gehören zu den genannten Prioritäten.
- Wohnungsbau: Teodoro Sosa fordert zusätzliche Mittel, um insbesondere jungen Menschen Wohnraum zu ermöglichen.
- Weitere Themen: Landwirtschaft, Energieversorgung, Küstenschutz und öffentliche Nutzung ehemaliger Militärflächen.
Zehn Millionen Euro für kostenlosen Busverkehr vorfinanziert
Ein zentraler Kritikpunkt von Nuria Cabrera, Senatskandidatin von AM-CC und Finanzrätin des Cabildo de Fuerteventura, betrifft die Finanzierung des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs.
Nach ihren Angaben muss die Inselverwaltung rund zehn Millionen Euro aus eigenen Mitteln bereitstellen, um ihre Verpflichtungen gegenüber dem Busunternehmen zu erfüllen.
Die entsprechende staatliche Finanzierung treffe dagegen erst gegen Ende des Jahres ein.
Cabrera fordert deshalb, dass Madrid die zugesagten Mittel bereits zu Jahresbeginn überweist.
Dadurch könnten Gelder, die das Cabildo bislang vorübergehend für den Busverkehr einsetzen muss, früher für andere Aufgaben zur Verfügung stehen.
Als Beispiele nannte sie die Modernisierung von Busbahnhöfen und Haltestellen.
Die Angaben zur Vorfinanzierung stammen von Cabrera. Eine unabhängige Überprüfung der konkreten Zahlungsstände liegt der Redaktion nicht vor.
Mehr Investitionen in Straßen, Schulen und Wasserversorgung
Neben dem öffentlichen Nahverkehr sieht Cabrera weiteren Investitionsbedarf auf Fuerteventura.
Sie verwies insbesondere auf Straßen, Bildungsinfrastruktur und die Wasserversorgung.
Nach ihrer Einschätzung benötigt die Insel eine stärkere Unterstützung der spanischen Zentralregierung, um bestehende Defizite zu beheben und die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern.
Cabrera erklärte außerdem, dass sie im Falle ihrer Wahl in den Senat ihre Tätigkeit als Finanzrätin des Cabildo mindestens bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode fortsetzen möchte.
Über ihre anschließende politische Tätigkeit solle die Partei entscheiden.
Teodoro Sosa fordert bilaterale Finanzierungsabkommen
Teodoro Sosa, Kongresskandidat von Coalición Canaria–Primero Canarias für die Provinz Las Palmas, sprach sich für direkte Vereinbarungen zwischen der spanischen Zentralregierung und den Kanarischen Inseln aus.
Seiner Ansicht nach benötigt der Archipel eine gerechtere staatliche Finanzierung, die den besonderen geografischen und wirtschaftlichen Bedingungen der Inseln Rechnung trägt.
Sosa kritisierte insbesondere den Investitionsbedarf bei der Wasserversorgung und Energieinfrastruktur.
Dabei verwies er auf die Finanzierung eines Entsalzungsprojekts in Marokko und stellte diese den aus seiner Sicht unzureichenden Mitteln für die kanarische Wasserinfrastruktur gegenüber.
Die Kritik ist eine politische Position des Kandidaten. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich nicht ableiten, dass beide Finanzierungsmaßnahmen unmittelbar miteinander konkurrieren oder aus demselben Haushalt finanziert werden.
Landwirtschaft und Wohnungsbau ebenfalls im Mittelpunkt
Vor dem Parteitreffen hatte Sosa Gespräche mit Vertretern der Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei geführt.
Dabei ging es unter anderem um die Wettbewerbsbedingungen kanarischer Erzeuger gegenüber Produkten aus anderen Regionen.
Die besonderen Transportkosten und geografischen Bedingungen der Inseln spielen bei solchen Fragen eine wichtige Rolle.
Auch die Wohnungsversorgung gehört zu den politischen Forderungen.
Sosa sprach sich für zusätzliche öffentliche Mittel aus, damit junge Menschen bessere Möglichkeiten erhalten, in ihrer Heimatgemeinde wohnen zu bleiben.
Konkrete neue Wohnungsbauprojekte, Finanzierungszusagen oder Zeitpläne wurden bei dem Treffen allerdings nicht vorgestellt.
Weitere Forderungen zu Energieversorgung und öffentlichen Flächen
Juan José Rodríguez, Nummer drei auf der Kongressliste und Finanzdezernent der Gemeinde La Oliva, ergänzte weitere Themen.
Er nannte insbesondere den Wohnungsbau, die Zuständigkeiten im Küstenbereich und die öffentliche Sicherheit.
Sosa forderte darüber hinaus Verbesserungen bei der Energieerzeugung und Stromverteilung.
Außerdem sprach er sich dafür aus, nicht mehr benötigte Militärflächen für öffentliche Einrichtungen oder Wohnraum nutzbar zu machen.
Ob entsprechende Flächen tatsächlich zur Verfügung stehen und welche rechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssten, wurde nicht konkretisiert.
Unsere Einordnung: Entscheidend sind Finanzierung und Umsetzung
Die Aussagen der AM-CC-Kandidaten greifen mehrere Probleme auf, die für die Einwohner Fuerteventuras unmittelbar relevant sind.
Besonders konkret ist die Kritik an der Vorfinanzierung des kostenlosen Busverkehrs. Sollte die staatliche Finanzierung tatsächlich erst gegen Jahresende eintreffen, kann dies die Haushaltsplanung des Cabildo erschweren.
Bei den weiteren Forderungen zu Straßen, Schulen, Wasserversorgung und Wohnungsbau fehlen bislang jedoch konkrete Angaben zu Projektkosten, Finanzierungszusagen und Umsetzungsterminen.
Für die Bewertung der Vorschläge wird deshalb entscheidend sein, welche Maßnahmen bereits geplant sind, welche zusätzlichen Mittel benötigt werden und welche Behörden dafür zuständig sind.
Die bei dem Treffen vorgestellten Positionen sind Wahlkampfforderungen. Neue staatliche Finanzierungsbeschlüsse wurden nicht bekannt gegeben.
Quelle: La Voz de Fuerteventura, 3. November 2026, Berichterstattung über das Treffen von AM-CC mit Nuria Cabrera, Teodoro Sosa und Juan José Rodríguez.

