Die Kanarischen Inseln haben im Jahr 2025 die höchsten Wartezeiten für Facharzttermine in ganz Spanien verzeichnet. Aktuell müssen Patienten hier durchschnittlich 162 Tage auf einen Termin warten, was zwei Monate über dem nationalen Durchschnitt von 102 Tagen liegt. Erschreckend ist, dass 89,9 % der Patienten auf den Kanaren mehr als zwei Monate auf einen Facharzttermin warten, während der nationale Durchschnitt bei 61,5 % liegt. Diese Zahlen sind alarmierend und werfen ein Licht auf die Herausforderungen, mit denen das Gesundheitssystem der Inseln konfrontiert ist.
Ein Blick auf die verschiedenen Fachrichtungen zeigt, dass die Wartezeiten unterschiedlich ausgeprägt sind. Während die Kanaren im Bereich der chirurgischen Eingriffe im Vergleich zu anderen Regionen Spaniens unter dem nationalen Durchschnitt liegen, sind die Wartezeiten in der plastischen Chirurgie mit 187 Tagen und in der Neurochirurgie mit 176 Tagen besonders lang. Im Kontrast dazu stehen die deutlich kürzeren Wartezeiten in der Dermatologie mit nur 29 Tagen und in der Gynäkologie mit 57 Tagen. Diese Diskrepanz ist für viele Patienten frustrierend und führt zu einer ungleichen Gesundheitsversorgung.
Laut dem Bericht des spanischen Gesundheitsministeriums stieg die Anzahl der Patienten, die auf eine nicht dringende Operation warten, im zweiten Halbjahr 2025 auf 853.509. Dies entspricht einem Anstieg von 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist der Anteil der Patienten, die mehr als sechs Monate auf eine Operation warten, der bei 21,6 % liegt. In einigen Regionen, wie Andalusien und Katalonien, sind die Werte sogar noch höher. Dies verdeutlicht, dass die Probleme nicht nur auf den Kanaren, sondern landesweit bestehen, und dass eine umfassende Reform des Gesundheitssystems notwendig ist.
Für die deutschsprachige Gemeinschaft auf den Kanaren hat diese Entwicklung praktische Konsequenzen. Viele Auswanderer und Touristen sind auf eine zeitnahe medizinische Versorgung angewiesen, sei es für routinemäßige Untersuchungen oder für spezifische Behandlungen. Lange Wartezeiten können nicht nur zu gesundheitlichen Problemen führen, sondern auch zu Stress und Unsicherheit für die Betroffenen. Die Tatsache, dass fast 90 % der Patienten auf den Kanaren länger als zwei Monate auf einen Termin warten müssen, könnte die Entscheidung, auf die Inseln zu ziehen oder dort Urlaub zu machen, negativ beeinflussen.
Die Gesundheitsbehörden stehen nun vor der Herausforderung, die Wartezeiten zu reduzieren und die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Dies könnte durch eine verstärkte Investition in die Gesundheitsinfrastruktur, die Rekrutierung zusätzlicher Fachkräfte und die Implementierung effizienterer Verwaltungsprozesse geschehen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell die Verantwortlichen auf diese besorgniserregende Situation reagieren. Für die Menschen auf den Kanaren ist es entscheidend, dass sie Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung haben, die ihren Bedürfnissen entspricht und ihre Lebensqualität verbessert. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Behörden in der Lage sind, die dringend benötigten Verbesserungen umzusetzen.