Die saharauische Gemeinschaft in den Kanarischen Inseln äußert große Besorgnis über ihre Exklusion von der kürzlich genehmigten außergewöhnlichen Regularisierung durch die spanische Regierung. Diese Maßnahme könnte rund 40.000 Menschen, die bereits in den Inseln leben, eine legale Aufenthaltsgenehmigung verschaffen. Allerdings wurde in letzter Minute eine Änderung eingeführt, die Antragsteller auf den Status von Staatenlosen von dieser Regelung ausschließt. Die Entscheidung hat in der saharauischen Gemeinschaft Empörung ausgelöst, da sie als diskriminierend und erniedrigend empfunden wird. Sukeina Ndiaye, Präsidentin der Migranten-Netzwerke in Teneriffa, bezeichnete die Situation als inhuman und als Missachtung der saharauischen Identität, die eng mit der spanischen Geschichte verbunden ist.
Die Ministerin für Migration, Elma Saiz, verteidigte die Entscheidung und verwies auf eine Empfehlung des Staatsrates, die die Exklusion von Personen, deren Anträge bereits bearbeitet werden, nahelegte. Sie betonte, dass die saharauischen Antragsteller durch den Status der Staatenlosigkeit bereits einen gewissen Schutz genießen. Dennoch beklagen viele, dass die Bearbeitungszeiten für solche Anträge oft Jahre in Anspruch nehmen, obwohl gesetzlich eine Frist von drei Monaten vorgesehen ist. Im Jahr 2025 wurden in Spanien etwa 3.600 Anträge auf den Status des Staatenlosen gestellt, von denen nur 2.242 bearbeitet wurden.
Aktivisten haben am 16. April 2023 im Parlament der Kanarischen Inseln ihre Bedenken geäußert und darauf hingewiesen, dass während Asylsuchende in den Genuss der Regularisierung kommen, die saharauischen Antragsteller ausgeschlossen bleiben, um mögliche Spannungen mit Marokko zu vermeiden. Diese Situation wird als Teil einer längerfristigen politischen Strategie wahrgenommen, die die Rechte der saharauischen Bevölkerung in Spanien untergräbt. Die Debatte um die Regularisierung und die Rechte der saharauischen Gemeinschaft bleibt somit ein zentrales Thema in der politischen Agenda der Kanarischen Inseln.
Quelle: el diario canarias ahora
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