Die Anwohner von Costa Calma, einer beliebten Tourismusdestination im Süden von Fuerteventura, haben das Rathaus von Pájara aufgefordert, grundlegende Dienstleistungen zu übernehmen, die seit Jahrzehnten vernachlässigt werden. Die Bewohner kritisieren, dass sie selbst für die Reinigung, Beleuchtung und Instandhaltung aufkommen müssen, während die Sicherheit in der Gegend abnimmt und der örtliche Palmenhain verwahrlost. Chelo Brenlla, die Vizepräsidentin der Nachbarschaftsplattform „Pájara: der Süden erwacht“, äußert, dass die Situation seit der Pandemie dramatisch schlechter geworden sei.
Costa Calma hat etwa 5.500 registrierte Einwohner und zieht in der Hochsaison bis zu 15.000 Touristen täglich an. Trotz dieser Zahlen beklagen die Anwohner eine unzureichende Infrastruktur und die Untätigkeit der verschiedenen Stadtverwaltungen über die letzten 30 Jahre. Bürgermeister Alejandro Jesús Jorge Moreno räumt die Komplexität der Situation ein, die aus nicht ordnungsgemäß angenommenen Urbanisierungen resultiert. Er betont, dass alle bisherigen Regierungen versucht hätten, die Lage zu verbessern, jedoch nicht ausreichend erfolgreich waren.
Ein zentrales Problem ist die Wasserversorgung, die über teure Zähler erfolgt, was die Anwohner stark belastet. Die Kosten liegen bei fast 5 Euro pro Kubikmeter, während andere Stadtteile deutlich niedrigere Preise zahlen. Dies führt dazu, dass viele Gemeinschaften in finanzielle Schwierigkeiten geraten, da sie die hohen Kosten nicht mehr tragen können. Die Anwohner haben zudem ein formelles Schreiben mit neun konkreten Forderungen an das Rathaus eingereicht, darunter die Verbesserung der Wasserversorgung und die Errichtung eines Stützdamms in einer gefährdeten Straße.
Die Situation in Costa Calma ist nicht nur für die Anwohner selbst, sondern auch für die zahlreichen deutschen Residenten und Touristen von Bedeutung. Viele Deutsche haben sich in Costa Calma niedergelassen oder besuchen die Region regelmäßig, um Sonne und Meer zu genießen. Die anhaltenden Probleme mit der Grundversorgung könnten jedoch die Attraktivität der Region mindern. Wenn sich die Infrastruktur nicht verbessert, könnte dies potenzielle Touristen abschrecken und die Lebensqualität der Einwohner beeinträchtigen.
Die Anwohner fühlen sich im Stich gelassen, insbesondere da Costa Calma als touristischer Hotspot gilt. Die hohen Lebenshaltungskosten, die durch die überteuerte Wasserversorgung noch verstärkt werden, könnten dazu führen, dass viele Familien in finanzielle Not geraten. Ein Umdenken seitens der Stadtverwaltung ist dringend erforderlich, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.
Die Forderungen der Anwohner sind klar und konkret. Sie verlangen nicht nur eine faire Preisgestaltung für die Wasserversorgung, sondern auch eine umfassende Verbesserung der Infrastruktur. Eine funktionierende Straßenbeleuchtung, regelmäßige Reinigung und Instandhaltung der öffentlichen Bereiche sind nur einige der Punkte, die angesprochen wurden. Die Errichtung eines Stützdamms in einer gefährdeten Straße ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, Sicherheit und Schutz für die Anwohner zu gewährleisten.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Es bleibt abzuwarten, wie das Rathaus auf die Forderungen reagiert und ob es bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Lebensqualität in Costa Calma zu verbessern. Für die deutschsprachigen Leser auf den Kanaren, die oft an der Stabilität und Sicherheit ihrer Umgebung interessiert sind, sind diese Entwicklungen von großer Bedeutung. Die Zukunft Costa Calmas hängt davon ab, ob die Stadtverwaltung in der Lage ist, den Herausforderungen, die die Anwohner benennen, wirksam zu begegnen.