Am Freitag, den 22. September, versammelten sich in Las Palmas de Gran Canaria Experten aus ganz Spanien, um über ein innovatives Wohnmodell zu diskutieren: die gemeinschaftliche Wohnform. Diese Veranstaltung wurde von der Vizekanzlei für Sozialwesen der Kanarischen Regierung organisiert, um einen Dialog zwischen öffentlichen Institutionen und Wohnungsbaugenossenschaften zu fördern. Ziel ist es, neue Ansätze zur Schaffung von Wohnraum zu entwickeln, der den Bedürfnissen einer alternden Bevölkerung gerecht wird.
Francisco Candil, der Vizekanzler für Sozialwesen, betonte die Notwendigkeit, den traditionellen Zugang zu Wohnraum zu überdenken. „Wir müssen von der Individualität zu gemeinschaftlichen Lösungen übergehen“, erklärte Candil. Diese neue Denkweise zielt darauf ab, Projekte zu fördern, die nicht nur Wohnraum bereitstellen, sondern auch die soziale Interaktion und Unabhängigkeit der Bewohner unterstützen. Insbesondere für ältere Menschen soll das gemeinschaftliche Wohnen eine Möglichkeit bieten, ihre Autonomie zu verlängern und gleichzeitig Einsamkeit zu vermeiden.
Die Kanarische Regierung hat bereits 3 Millionen Euro aus den „Next Generation EU“-Fonds in die Entwicklung von 11 gemeinschaftlichen Wohnprojekten auf den Inseln Gran Canaria, Teneriffa und La Palma investiert. Dieses Modell der gemeinschaftlichen Wohnnutzung sieht vor, dass die Wohnräume als Gebrauchsgegenstände und nicht als Gewinnobjekte betrachtet werden. Dadurch wird die Spekulation auf dem Immobilienmarkt reduziert und ein langfristig bezahlbarer Wohnraum geschaffen. Die Genossenschaften behalten die Eigentumsrechte an den Wohnungen, was eine nachhaltige Nutzung ermöglicht.
Die Veranstaltung beinhaltete mehrere Podiumsdiskussionen, in denen verschiedene Aspekte des gemeinschaftlichen Wohnens behandelt wurden. Experten aus Regionen wie Navarra, Katalonien und dem Baskenland teilten ihre Erfahrungen und Strategien, um den Austausch zwischen öffentlichen und privaten Akteuren zu fördern. Dabei wurde deutlich, dass die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die Entwicklung von Wohnprojekten entscheidend ist, um diese neuen Modelle auch in den Kanarischen Inseln zu etablieren.
Ein zentrales Thema war die Rolle des gemeinschaftlichen Wohnens im Hinblick auf soziale Integration und die Bekämpfung von Einsamkeit. Experten diskutierten, wie solche Wohnformen nicht nur den Wohnraum verbessern, sondern auch zur psychischen Gesundheit der Bewohner beitragen können. Die Diskussionen reichten von der Notwendigkeit, Pflege und Unterstützung innerhalb der Gemeinschaft zu organisieren, bis hin zu konkreten Maßnahmen, die helfen können, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen.
Die positive Resonanz auf die Veranstaltung zeigt, dass das Interesse an gemeinschaftlichem Wohnen auf den Kanarischen Inseln wächst. Immer mehr Menschen erkennen die Vorteile dieser Wohnform, die nicht nur bezahlbaren Wohnraum bietet, sondern auch ein unterstützendes und gemeinschaftliches Umfeld schafft. Die Kanarische Regierung plant, weitere Initiativen zu starten, um diesen Trend zu fördern und das gemeinschaftliche Wohnen als eine tragfähige Alternative zu herkömmlichen Wohnformen zu etablieren.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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