Am Samstag, den 28. Oktober, haben die Gewerkschaften UGT und CCOO zu einem landesweiten Streik aufgerufen, an dem Mitarbeiter großer Modeunternehmen wie Inditex, Mango, H&M und Primark teilnehmen werden. Der Streik richtet sich gegen einen neuen Tarifvertrag, der als nachteilig für die Arbeitnehmer angesehen wird und weitreichende Einschränkungen ihrer Rechte mit sich bringt. UGT beschreibt diese Streikaktion als historisch, da sie in der Modebranche in Spanien ohne Präzedenzfall ist.
Die Gewerkschaft kritisiert, dass der vorläufige Tarifvertrag, der von der Arbeitgebervereinigung ARTE und den Gewerkschaften CCOO und Fetico unterzeichnet wurde, viele bestehende Rechte der Arbeitnehmer gefährdet. Insbesondere befürchtet UGT, dass die Verhandlungen zur Regelung der Arbeitsbedingungen in verschiedenen Regionen zu einer erheblichen Ungleichheit führen werden. Während einige Gebiete in Bezug auf Löhne und Arbeitszeit Verbesserungen erfahren, verlieren andere wichtige Rechte wie bezahlte Urlaubstage oder Regelungen zur Krankheitsvertretung.
Der Streik wird von verschiedenen Aktionen in großen Städten begleitet. In Madrid ist für Samstag um 12 Uhr eine zentrale Demonstration in der Calle Preciados, nahe der Plaza del Callao, geplant. UGT ruft die Beschäftigten auf, sich den Protesten anzuschließen und für ihre Rechte zu kämpfen. Die Gewerkschaft sieht in den bisherigen Verhandlungen eine Bedrohung für die kollektiven Vereinbarungen, die in den verschiedenen Regionen bestehen, und befürchtet eine Absenkung der Standards.
Laut UGT sind rund 200.000 Arbeitnehmer von den neuen Regelungen betroffen, die zu einer Ungleichheit zwischen neuen und langjährigen Mitarbeitern führen könnten. Der vorläufige Tarifvertrag würde beispielsweise eine Integration von Gehaltsunterschieden in einen persönlichen Zuschlag vorsehen, was mittelfristig zu einem Kaufkraftverlust führen könnte. Diese Regelung könnte zudem Arbeitgeber anreizen, langjährige Mitarbeiter durch Neueinstellungen mit schlechteren Bedingungen zu ersetzen.
Die Arbeitgebervereinigung ARTE hingegen betont, dass der vorläufige Tarifvertrag noch verhandelt werde und tatsächlich Verbesserungen für die Arbeitnehmer bringe. ARTE spricht von einem Dialog, der notwendig sei, um die Arbeitsbedingungen zu optimieren. Die Präsidentin von ARTE, Ana López-Casero, bekräftigte, dass das Ziel des vorläufigen Vertrags die Schaffung von mehr Gleichheit und Verbesserungen für die Beschäftigten sei.
Die Diskussion um den neuen Tarifvertrag zeigt deutlich, wie die Arbeitsbedingungen in der Modebranche in Spanien zurzeit im Umbruch sind. Die bevorstehenden Proteste könnten für die Betroffenen nicht nur eine Möglichkeit darstellen, ihre Stimme zu erheben, sondern auch weitreichende Folgen für die Zukunft der Arbeitsverhältnisse im Einzelhandel haben. Angesichts der anhaltenden Unsicherheiten in der Branche bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln und welche Auswirkungen dies auf die Beschäftigten haben wird.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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