Auf den Kanarischen Inseln starten die Sommer-Rabatte offiziell am 1. Juli und dauern bis zum 31. August. Doch viele große Marken und Kaufhäuser haben den Verkaufsbeginn bereits vorgezogen, um das Potenzial des Wochenendes und der Online-Plattformen zu nutzen. So etwa Mango und H&M, die ihre Aktionen vor dem offiziellen Starttermin gestartet haben. Anders als bei den Winterverkäufen, die landesweit meist am 7. Januar beginnen, gibt es bei den Sommer-Rabatten keine einheitliche Regelung zum Startdatum.
Die Händler auf den Kanaren blicken mit vorsichtigem Optimismus auf diese Rabattphase. Sie rechnen mit einem Umsatzplus von zwei bis drei Prozent im Vergleich zu 2025. Abbas Moujir, Präsident der Föderation der urbanen Handelsbereiche Kanarischer Inseln (FAUCA), sieht dies als eine natürliche Entwicklung: Nach einer längeren Phase der Unsicherheit mit rückläufigen Zahlen im April und Mai erwarten die Händler zumindest stabile oder leicht steigende Umsätze. Diese Entwicklung ist für viele Einzelhändler eine wichtige Erholung nach den schwierigen letzten Jahren.
Der Handel auf den Kanaren steht jedoch vor einigen Herausforderungen. Der Rückgang bei den Touristenankünften, der Konflikt im Nahen Osten, steigende Kosten und die Verteuerung bestimmter Produkte belasten die Kaufkraft der Familien. Viele Haushalte fokussieren sich daher auf den Erwerb von lebensnotwendigen Gütern, was den Absatz von Luxus- oder Nicht-Grundbedarfsartikeln einschränken kann.
Trotz der Flexibilität bei den Rabattzeiten gelten klare Regeln: Die Produkte müssen mindestens zwei Monate vor Beginn der Rabatte im Handel gewesen sein, dürfen keine Mängel aufweisen und müssen mit korrekten Preisschildern versehen sein, die die Preisänderung deutlich machen. Laut Moujir hält sich der Einzelhandel auf den Kanaren gut an diese Vorgaben. Verbraucherbeschwerden sind demnach selten.
Auch die Vereinigung der mittelgroßen und großen Handelsunternehmen auf den Kanaren (ASODISCAN) erwartet positive Ergebnisse. Alfredo Medida, Generalsekretär von ASODISCAN, verweist auf noch vorhandene Lagerbestände nach einem halben Jahr mit schwierigen klimatischen Bedingungen. Zudem beeinflusst der Krieg im Iran die Preise und verlangsamt das inländische Konsumverhalten. Rabatte von bis zu 50 Prozent sind derzeit üblich, so die Angaben des Kommunikations- und Nachhaltigkeitsleiters von El Corte Inglés auf den Kanaren. Man hofft, die Umsätze des Vorjahres zu übertreffen und so eine gute Ausgangslage für die Weihnachtszeit zu schaffen.
Ein wesentlicher Faktor für den Handel bleibt der Online-Verkauf. Medida beschreibt den E-Commerce als einen „stillen Wettbewerber“, der kontinuierlich wächst und Marktanteile gewinnt. In Gesprächen der Branche wird er scherzhaft als unsichtbarer Teilnehmer mit einer symbolischen freien Sitzgelegenheit gewürdigt. Diese Entwicklung verändert die bisherigen Spielregeln, etwa hinsichtlich der Rabatttage oder Sonntagsöffnungszeiten, die heute an Bedeutung verlieren.
Die rechtliche Grundlage für die Rabattregelungen hat der spanische Verfassungsgerichtshof gefestigt. Er bestätigt, dass Zeitfenster für Sonderverkäufe Teil des Wettbewerbsrechts sind und nicht durch regionale Einschränkungen behindert werden dürfen. Dies stärkt den freien Handel und die unternehmerische Freiheit auf den Kanaren.
Für Verbraucher bleiben ihre Rechte bei Rabatten unangetastet. Produkte müssen mindestens um die Hälfte reduziert sein, deutlich gekennzeichnet werden und der Referenzpreis entspricht dem niedrigsten Preis des letzten Monats. Die Garantie auf rabattierte Waren bleibt unverändert. Rückgaben sind im stationären Handel grundsätzlich nicht verpflichtend, außer bei Fabrikationsfehlern, werden aber oft kulanterweise akzeptiert. Beim Online-Kauf gilt ein Rückgaberecht von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen.
Technologische Neuerungen wie Künstliche Intelligenz (KI) beeinflussen zunehmend den Handel. Werkzeuge wie die von Modelia helfen Händlern, wirtschaftliche Auswirkungen von Trends besser zu verstehen. KI analysiert, welche Stile, Farben oder Produktkategorien an Bedeutung gewinnen, und unterstützt so schnellere, marktorientierte Entscheidungen. Dies kann zu höheren Umsätzen und besserer Kundenzufriedenheit führen – ein Vorteil für Händler und Käufer auf den Kanaren.
Insgesamt zeigen sich die Kanarischen Händler gut vorbereitet und zuversichtlich, die Sommer-Rabatte trotz wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen erfolgreich zu gestalten. Für Urlauber, Auswanderer und Einheimische bieten die Rabattaktionen auch in diesem Jahr eine Gelegenheit, Produkte günstiger zu erwerben – sowohl im traditionellen Handel als auch online.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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