Der Servicio Canario de la Salud (SCS) hat den Bau eines neuen Gebäudes für fortschrittliche Therapien am Universitätskrankenhaus Gran Canaria Doctor Negrín mit einem Budget von 22,6 Millionen Euro beauftragt. Dieses Projekt ist von entscheidender Bedeutung für die Verbesserung der onkologischen Versorgung in den Kanarischen Inseln. Der Bau, der voraussichtlich 24,5 Monate in Anspruch nehmen wird, soll bis August 2028 abgeschlossen sein.
Das neue Gebäude wird mit einem Protonentherapiegerät sowie einem Zyklotron ausgestattet, das zur Produktion von Radiopharmazeutika dient. Diese Technologien sind für die Behandlung von Krebspatienten unerlässlich und ermöglichen es der Region, weniger von externen Quellen abhängig zu sein. Der Bau wird von der Firma COPASA S.L.U. durchgeführt, die bereits Erfahrung im Bau ähnlicher Einrichtungen, wie dem Protonentherapiezentrum in Galicien, hat.
Der SCS plant, die Bauarbeiten im Juli 2023 zu beginnen. Die Fertigstellung des Bunkers, in dem die Protonentherapie untergebracht wird, ist für Juli 2027 vorgesehen. Anschließend soll die Installation der Geräte im September 2027 beginnen, bevor das gesamte Projekt im August 2028 abgeschlossen wird. Das Gebäude wird eine Fläche von 4.300 Quadratmetern umfassen und auf drei oberirdischen Etagen sowie zwei Untergeschossen errichtet werden.
Die Einführung der Protonentherapie in Gran Canaria stellt einen bedeutenden Fortschritt dar. Bislang gab es in der öffentlichen Gesundheitsversorgung Spaniens kein Angebot für diese Art der Behandlung, die sich besonders für Patienten mit langfristiger Überlebensprognose, wie beispielsweise Kinder, eignet. Protonentherapie nutzt Protonen anstelle von Röntgenstrahlen oder Elektronen, was eine gezieltere Abgabe von Strahlung ermöglicht und somit das Risiko von Schäden an gesundem Gewebe reduziert.
Zusätzlich zum Protonentherapiegerät wird das Zyklotron in der ersten Untergeschossebene des neuen Gebäudes untergebracht. Mit der Fähigkeit, Isotope wie Kohlenstoff-11 und Jod-124 zu produzieren, wird das Zyklotron eine Schlüsselrolle in der Krebsdiagnose und -behandlung spielen. Diese Isotope sind entscheidend für die präzise Abgabe von Strahlung an Krebszellen, was die Effizienz der Therapien erheblich steigert.
Die Schaffung dieser Infrastruktur wird das Universitätskrankenhaus Gran Canaria Doctor Negrín zu einem nationalen Vorreiter in der Nuklearmedizin und der fortschrittlichen Diagnostik machen. Durch die lokale Produktion von Radiopharmazeutika wird die Abhängigkeit von externen Lieferanten verringert und die Versorgungsqualität für Krebspatienten auf den Kanarischen Inseln erheblich verbessert. Damit wird nicht nur die medizinische Versorgung auf den Inseln gestärkt, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Eigenständigkeit in der Gesundheitsversorgung unternommen.
Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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