Die Situation an der Universität von La Laguna (ULL) ist angespannt. Seit mehr als einem Jahr sind mehrere Klassenräume aufgrund von erhöhten Radonwerten geschlossen. Diese Maßnahme betrifft vor allem die Studierenden der Ingenieurwissenschaften, die unter den Umständen leiden und die Untätigkeit der Universitätsleitung kritisieren. Radon ist ein radioaktives Gas, das gesundheitliche Risiken birgt, insbesondere bei längerer Exposition. Laut dem Labor für Medizinische Physik und Umweltstrahlung der ULL wurden in einigen Räumen Werte von über 300 Bq/m³ gemessen, was die gesetzlichen Grenzwerte überschreitet. Die Schließung erfolgte jedoch erst im vergangenen Jahr, obwohl die Probleme bereits seit 2022 bekannt waren.
Die betroffenen Studierenden geben an, dass sie während der Zeit der Schließung in provisorischen Räumen unterrichtet werden, die nicht für den Unterricht geeignet sind. Diese sogenannten „Aulas de Caja Canarias“ befinden sich im Gebäude für Studierendenservice und bieten keine optimalen Bedingungen für den Unterricht. Viele Studierende sitzen in großen Räumen, wo die Hälfte der Klasse den Lehrenden den Rücken zudreht. Die Universität hat zwar Fernseher installiert, damit die Studierenden die Präsentationen sehen können, jedoch ist die Unterrichtsqualität stark beeinträchtigt.
Etwa 1.000 Studierende sind von der Schließung betroffen. Die Universität hat versucht, diese Studierenden in fünf neue Räume umzuleiten, was jedoch zu einer weiteren Umverteilung von anderen Kursen und Studiengängen geführt hat. Dies hat die Situation für viele Studierende zusätzlich erschwert. Ein betroffener Student äußert seine Frustration: „Jeder Tag war ein Glücksspiel. Ich habe mich immer gefragt, ob ich die Tafel sehen oder den Lehrer hören kann. Die Sitzverteilung war alles andere als gerecht. Wer zuerst kam, bekam den besten Platz.“
Ein zentrales Problem ist die mangelnde Transparenz seitens der Universitätsleitung. Die Studierenden haben sich wiederholt an die Verwaltung gewandt, um Informationen über die Situation und mögliche Lösungen zu erhalten. Samuel Frías, der Sprecher der Studierendenvertretung der Ingenieurwissenschaften, kritisiert die ULL scharf. „Es gab keinen offiziellen Bericht oder Informationen darüber, wann wir in unsere Klassenräume zurückkehren können. Die Universität hat lediglich mitgeteilt, dass wir die Radon-Messgeräte nicht anfassen sollen.“
Die Studierenden haben ihre Beschwerden in den letzten Monaten regelmäßig in den monatlichen Sitzungen der Schulversammlungen vorgebracht. Im vergangenen Dezember wandten sie sich an die Vizekanzler für Nachhaltigkeit und Infrastruktur sowie an die Universitätsleitung, um ihre Besorgnis über die anhaltende Situation auszudrücken. Sie forderten eine zügige Lösung und betonten, dass die Gesundheit der Studierenden und die Qualität des Unterrichts nicht unter einer bürokratischen Hürde leiden dürften.
Die Situation bleibt angespannt, während die Studierenden auf eine Antwort und eine schnelle Lösung hoffen. Die Kanarische Regierung und die beiden Universitäten des Archipels haben mittlerweile die Bürger um Unterstützung gebeten, um ein Radon-Risiko-Karten zu erstellen. Diese Initiative könnte helfen, ähnliche Probleme in der Zukunft zu vermeiden und die Sicherheit in den Bildungseinrichtungen zu gewährleisten. Die Studierenden der ULL fordern nun nicht nur eine schnelle Lösung, sondern auch mehr Transparenz und Engagement seitens der Universität, um ihre Bildungsbedingungen zu verbessern.
Quelle: eldiario.es
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