Kanaren fordern Informationen zum europäischen Migrationspakt – Leben (Jugendliche Migranten)

Kanaren fordern Informationen zum europäischen Migrationspakt

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

3 Juni, 2026

Die kanarische Regierung hat offiziell vom spanischen Staat Informationen über den neuen europäischen Migrationspakt gefordert. Candelaria Delgado, die Ministerin für Soziales, stellte am Montag einen Bericht vor, der die mangelnde Kommunikation der Zentralregierung anprangert. Nur 12 Tage vor Inkrafttreten der neuen EU-Verordnung ist die Unsicherheit auf den Kanaren groß.

In dem Bericht wird festgestellt, dass die Kanaren nicht über die Auswirkungen des Migrationspakts informiert wurden, der am 12. Juni 2026 in Kraft tritt. Dies geschieht parallel zu einem Schreiben von Fernando Clavijo, dem Präsidenten der kanarischen Regierung, an den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Darin äußert Clavijo Besorgnis über die möglichen Folgen des neuen Regelwerks für die kanarischen Inseln und fordert eine baldige Zusammenkunft aller autonomen Gemeinschaften, um die Details zu besprechen.

Die kanarische Regierung betont, dass die bevorstehende Umsetzung des Migrationspakts eine „große Unsicherheit“ mit sich bringt. Ein zentrales Anliegen ist dabei die mögliche Verlängerung der Wartezeiten für Migranten, die auf den Kanaren ankommen. Die neuen Kontrollen, die durch die europäische Gesetzgebung eingeführt werden, könnten dazu führen, dass die Inseln als „Prison“ für viele Menschen fungieren, was den bereits stark belasteten Aufnahmezentren zusätzlichen Druck auferlegt.

Laut dem Bericht kamen zwischen 2020 und 2025 rund 165.562 Migranten in 3.216 Booten auf den Kanaren an. Hinzu kommen fast 3.000 unbegleitete minderjährige Migranten, die unter dem Schutz der kanarischen Regierung stehen. Diese hohe Zahl hat das lokale Schutzsystem stark belastet. Delgado betont, dass die Mechanismen zur Verteilung der Migranten auf andere autonome Gemeinschaften und EU-Staaten unzureichend sind.

Die kanarische Regierung fordert die zuständigen Institutionen, insbesondere das Innenministerium, auf, Informationen über die benötigten Ressourcen bereitzustellen. Diese Informationen sind entscheidend, um die spezifischen Bedürfnisse zu decken und die festgelegten Fristen einzuhalten, ohne dabei die regulären Ressourcen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, soziale Dienste und Wirtschaft zu beeinträchtigen.

Delgado appelliert zudem an die Notwendigkeit, die kanarische Regierung aktiv in die Entwicklung und Umsetzung des nationalen Plans einzubeziehen. Sie fordert eine Mitwirkung an den Mechanismen zur Überwachung der Bedingungen für Migranten und betont, dass die Beteiligung des kanarischen Staates nicht nur konsultativ sein sollte. Die Koordination der Antworten und die Gewährleistung der sozialen Kohäsion in den betroffenen Regionen seien von höchster Bedeutung.

Die Ministerin schloss mit einem eindringlichen Hinweis auf die tragischen Verluste an Menschenleben auf der sogenannten Atlantikrouten, die zu den gefährlichsten der Welt zählt. Im Jahr 2025 starben laut Hilfsorganisationen wie Caminando Fronteras 1.906 Menschen auf dem Weg zu den kanarischen Küsten. Die kanarische Regierung sieht sich in der Verantwortung, die Herausforderungen der Migration proaktiv anzugehen und die Interessen der Region zu vertreten.

Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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