Die kanarische Regierung steckt weiterhin in Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihres Budgets für die ökologische und energetische Transition. Im Jahr 2025 hat das zuständige Ressort unter Leitung von Mariano Zapata (PP) lediglich 41,9 Prozent der vorgesehenen Mittel ausgegeben. Von insgesamt 494,6 Millionen Euro standen nur 207,2 Millionen Euro für Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien, den Ausbau von Wind- und Solarkraftwerken sowie den Schutz geschädigter Naturräume tatsächlich zur Verfügung. Damit blieb die Ausführung weit hinter den Erwartungen zurück und stellt erneut den schlechtesten Wert aller Ressorts der Regierung unter Präsident Fernando Clavijo (CC) dar.
Der Vergleich mit dem Vorjahr zeigt eine leichte Verbesserung: 2024 lag die Ausführungsquote nur bei 26 Prozent. Doch die Opposition kritisierte die weiterhin mangelhafte Umsetzung scharf. Die sozialistische Abgeordnete Alicia Vanoostende warf der Regierung vor, trotz großer Ankündigungen keine wirksamen Maßnahmen zur ökologischen Transformation ergriffen zu haben. Sie bemängelte, dass technische Teams zerschlagen und Förderlinien geändert wurden, was zu erheblicher Unordnung und der Nichtnutzung von Hunderten Millionen Euro führte.
Der Großteil der Mittel stammt aus dem EU-Wiederaufbaufonds (Mecanismo de Recuperación y Resiliencia, MRR), der insgesamt 530,8 Millionen Euro für die kanarische ökologische Transition bereitstellt. Die Ausgaben begannen 2021 mit nur 7,3 Millionen Euro, fielen 2022 auf 2,4 Millionen und stiegen 2023 auf 30,9 Millionen. Nach einem Rückgang auf 25,9 Millionen im Jahr 2024 wurden 2025 wieder 93,3 Millionen Euro abgerufen. Dennoch bleiben noch 360,3 Millionen Euro ungenutzt, die für den Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen, die Förderung von Eigenverbrauch und die Wiederherstellung geschützter Naturräume vorgesehen sind. Hinzu kommen 10,6 Millionen Euro, die bereits zurückgezahlt wurden.
Der Zeitdruck ist erheblich: Die Frist zur Abrechnung der Projekte, die mit Mitteln aus den Next Generation EU-Fonds finanziert werden, läuft im Juli 2026 ab. Eine Nichtverwendung der Gelder könnte zu Rückforderungen führen und den ökologischen Fortschritt der Inseln erheblich bremsen. Mariano Zapata rechtfertigte die schleppende Umsetzung damit, dass die kanarische Verwaltung bislang keine Erfahrung mit der Verwaltung solcher europäischen Großmittel hatte. Die Aufbauarbeit für die notwendige Verwaltungsstruktur habe viel Zeit beansprucht. Bei den regulären Programmen außerhalb der EU-Sondermittel erreichte das Ressort jedoch eine Ausführungsquote von über 94 Prozent in den meisten Direktionen. Insgesamt lag die Quote der gesamten Behörde bei 82,1 Prozent und damit auf dem zweitletzten Platz hinter dem Ressort für öffentliche Arbeiten, Wohnungswesen und Mobilität.
Die übrigen Ressorts schnitten deutlich besser ab: Das Ministerium für Tourismus und Arbeit erreichte 63 Prozent, Politik für Territorium, Kohäsion und Wasser 75,2 Prozent, Finanzen und EU-Beziehungen 78,5 Prozent und öffentliche Arbeiten 79,7 Prozent. Spitzenreiter bei der Budgetausführung waren die Ministerien für Gesundheit (97,8 Prozent), Präsidentschaft, öffentliche Verwaltung, Justiz und Sicherheit (97,6 Prozent) sowie Bildung (96,3 Prozent).
Insgesamt ließ die kanarische Regierung 2025 mehr als eine Milliarde Euro ungenutzt, was die Effektivität der öffentlichen Verwaltung infrage stellt und den dringend benötigten ökologischen Wandel auf den Inseln verzögert. Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet dies, dass wichtige Projekte zur Förderung nachhaltiger Energie und zum Schutz der Umwelt langsamer vorankommen als geplant. Die Herausforderung für die kommenden Monate besteht darin, die verbleibenden Mittel rechtzeitig und effizient einzusetzen, um die gesetzten Ziele für die ökologische Transformation zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern auf den Inseln zu reduzieren.
Quelle: eldiario.es
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