Die Kanarische Regierung hat den digitalen Service SEMAC Virtual gestartet, der Arbeitskonflikte künftig per Video-Schaltung klären soll. Das neue System des Servicio de Mediación, Arbitraje y Conciliación (SEMAC) ermöglicht es Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf den Inseln, ihre Streitigkeiten online zu vermitteln – ohne weite Anfahrtswege. Die Einführung markiert einen bedeutenden Schritt in der Modernisierung der öffentlichen Verwaltung auf dem Archipel.
Tourismus- und Arbeitsministerin Jéssica de León präsentierte das Projekt als Mittel zur besseren Zugänglichkeit und Effizienzsteigerung. Gerade Bewohner kleinerer Inseln wie La Gomera oder El Hierro profitierten, da sie bisher oft nach Teneriffa reisen mussten, um an Schlichtungsverfahren teilzunehmen. Nun können alle Beteiligten per Videokonferenz zugeschaltet werden, die Identifikation erfolgt über die Elektronische Regierungsplattform der Kanaren, und Protokolle werden digital mit QR-Codes signiert.
Bereits in den ersten zwei Wochen nach dem Start wurden 576 Schlichtungen durchgeführt und 1.156 elektronische Benachrichtigungen versendet. Die Zahl der wöchentlichen Verfahren stieg damit von zuvor 30 bis 40 auf über 500. Diese Zahlen zeigen, wie schnell SEMAC Virtual angenommen wird und wie effektiv es die Bearbeitung der Fälle beschleunigt.
Historisch gab es Probleme mit einer langen Warteliste bei der Arbeitsmediation. Um dem entgegenzuwirken, stellte die Generaldirektion für Arbeit acht neue Juristen und zehn Verwaltungsmitarbeiter ein. So soll die Rückstau an unbearbeiteten Fällen in den kommenden Monaten vollständig abgebaut werden.
Ein weiterer Vorteil des Systems ist die erhebliche Reduzierung von Reisezeiten und Kosten für die Beteiligten. Die sogenannte „cualquier isla“-Option, die eine Teilnahme von jeder Insel aus erlaubt, macht inzwischen 36 Prozent aller Anmeldungen aus. Dies unterstreicht den Wunsch nach flexibleren, ortsunabhängigen Lösungen bei Arbeitskonflikten auf den Kanaren.
Der Generaldirektor für Arbeit, José Ramón Rodríguez, betonte, dass bereits über tausend Termine bis Monatsende angesetzt sind, was die Kapazität des neuen Systems verdeutlicht. Auch der technische Generalsekretär der Arbeitsabteilung, Francisco Padilla, wies darauf hin, dass SEMAC Virtual in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden und Rechtsexperten entwickelt wurde, um das digitale Verfahren so nah wie möglich an die Präsenzschlichtung anzupassen.
Für Bewohner, Arbeitnehmer und Unternehmen der Kanarischen Inseln bedeutet SEMAC Virtual eine spürbare Erleichterung. Die digitale Plattform spart Zeit, Kosten und Nerven und sorgt für eine schnellere Lösung von Streitigkeiten. Die Regierung sieht darin einen wichtigen Schritt zur weiteren Digitalisierung der Arbeitsverwaltung, mit Perspektiven auf künftige Integrationen in die Sozialgerichtsbarkeit, um Abläufe noch effizienter zu gestalten und Wartezeiten weiter zu verkürzen.
Quelle: lavozdefuerteventura.com
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