Neues Supercomputing- und KI-Zentrum in Teneriffa schafft über 500 Jobs in Technik (Ki)

Neues Supercomputing- und KI-Zentrum in Teneriffa schafft über 500 Jobs

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

10 Juni, 2026

Teneriffa baut seine technologische Zukunft aus: Auf der Kanareninsel entsteht ein neues Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und Supercomputing, das mehr als 500 qualifizierte Arbeitsplätze schaffen wird. Die Inselregierung und das IT-Unternehmen Bechtle präsentierten am Dienstag das Konzept für eine hochmoderne Plattform, die traditionelle Supercomputing-Technologien, beschleunigte KI-Anwendungen und private Cloud-Dienste unter einem einheitlichen Management vereint. Das Projekt soll Teneriffa als führenden Technologie-Standort im Süden Europas etablieren.

Die geplante Infrastruktur basiert auf aktueller Hardware von Dell PowerEdge. Sie umfasst zwölf CPU-Rechenknoten mit AMD EPYC-Prozessoren sowie vier GPU-Knoten, die mit NVIDIA H200-Beschleunigern ausgestattet sind. Verbunden werden diese Komponenten über ein nicht blockierendes 400-GbE-Netzwerk. Für die Datenspeicherung steht ein paralleles Lustre-Dateisystem mit automatischem Tiering zur Verfügung, das eine Rohkapazität von mehr als 6,7 Petabyte erreicht. Diese technische Basis ermöglicht es, komplexe Berechnungen und KI-Modelle effizient zu verarbeiten.

Die Präsidentin des Cabildo de Tenerife, Rosa Dávila, hob hervor, dass das Projekt nicht nur die Insel an die Spitze der Technologie bringt, sondern auch ein echtes Ökosystem für KI in Europa aufbaut. Die Initiative soll Investitionen anziehen und bis zu 500 neue Facharbeitsplätze schaffen. Dabei will Teneriffa nicht nur Technologie konsumieren, sondern aktiv entwickeln und exportieren.

Bechtle plant, auf Teneriffa den Bechtle HPC & AI Hub – South Europe (B-HAIS) einzurichten. Dieses Zentrum wird als einziger HPC-Hub des Unternehmens im Süden Europas fungieren und die Verwaltung von Supercomputing-Projekten aus Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und weiteren Ländern übernehmen. Bereits ab dem ersten Tag sollen Arbeitslasten über den europäischen Bechtle Clouds-Marktplatz mit mehr als 70.000 Firmenkunden abgewickelt werden.

Das neue Zentrum wird an zwei Standorten operieren: Die technische Mission-Critical-Einheit befindet sich im Rechenzentrum CPD D-ALiX des ITER in Granadilla, während die Unternehmens- und Innovationszentrale im Cuevas Blancas-Gebiet des Parque Científico y Tecnológico de Tenerife (PCTT) angesiedelt sein wird. Dort hat Bechtle bereits einen Standortvertrag abgeschlossen.

Das Dienstleistungsangebot des B-HAIS gliedert sich in vier strategische Bereiche: KI und Datenwissenschaft mit souveränem Training großer Sprachmodelle nach europäischer Gesetzgebung, fortgeschrittene Technik mit Simulationen für Industrie und Energie, Medien und Unterhaltung mit der „Canary Render Farm“ für audiovisuelle Produktionen und Spieleentwicklung sowie angewandte Wissenschaften wie Astrophysik, Vulkanologie und Naturgefahrenforschung. Letztere erfolgt in Zusammenarbeit mit Light Bridges.

Der kanarische Innovationsminister Juan José Martínez betonte, dass das neue Supercomputing-Zentrum einen bedeutenden Fortschritt für die technologischen Kapazitäten Teneriffas darstellt. Mit der Einrichtung wird die Insel in die Top 500 der weltweit führenden Rechenzentren aufsteigen und sich als innovativer Standort für KI und Hochleistungsrechnen festigen. Das Projekt soll strategische Branchen stärken, internationale Kooperationen fördern und wirtschaftliche sowie arbeitsmarktbezogene Chancen schaffen.

Bechtle plant, die Belegschaft in fünf Jahren von 25 auf 200 Fachkräfte zu erhöhen. Dabei garantiert das Unternehmen, jährlich mindestens 40 hochqualifizierte unbefristete Stellen zu schaffen, von denen mindestens 70 Prozent mit lokalen oder auf den Kanaren ansässigen Personen besetzt werden sollen. Um den lokalen Talentnachwuchs zu sichern, wurde eine Kooperation mit der Personalberatung Michael Page geschlossen. Zudem ist die Einführung des deutschen Dualen Modells der DHBW vorgesehen, das bezahlte Praktika für kanarische Studierende in deutschen KI-Laboren vorsieht.

Die Investitionen von Bechtle belaufen sich auf rund 33 Millionen Euro über die Vertragslaufzeit. Diese fließen in den Ausbau von Fachabteilungen, Infrastruktur am PCTT, die Förderung des regionalen Start-up-Ökosystems sowie die internationale Vermarktung. Bechtle übernimmt zudem die operativen Verluste der ersten drei Jahre, erwartet aber ab dem vierten Jahr Gewinne von über 1,2 Millionen Euro.

Der Betrieb des Zentrums erfolgt unter strenger Einhaltung von Sicherheitsstandards wie ISO 27001, dem spanischen Nationalen Sicherheitsrahmen (ENS) und der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Auch die zukünftige EU-KI-Verordnung wird berücksichtigt. Das B-HAIS wird als souveräne europäische Alternative zu US-amerikanischen Cloud-Riesen positioniert und bietet Rechenleistungen zu mindestens 25 Prozent günstigeren Preisen als vergleichbare Dienste von AWS oder Azure. Möglich wird dies durch Synergien im Bereich Energie und Infrastruktur am ITER-Standort.

Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet das neue Zentrum eine Stärkung der regionalen Wirtschaft und Technologiebranche. Es eröffnet Chancen für qualifizierte Arbeitskräfte, fördert Innovationen und könnte die Kanaren als internationalen Technologie-Hotspot etablieren. Auch für Unternehmen, die auf fortschrittliche Rechenleistungen und KI-Anwendungen angewiesen sind, bietet das Zentrum künftig attraktive und kostengünstige Lösungen direkt vor Ort.

Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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