Kanaren starten Plan 5C zur Betreuung von rund 10.700 komplex chronisch Kranken – Leben (Senioren)

Kanaren starten Plan 5C zur Betreuung von rund 10.700 komplex chronisch Kranken

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

12 Juni, 2026

Auf den Kanarischen Inseln leben mehr als 410.000 Menschen über 65 Jahre – eine Zahl, die den demografischen Wandel und die Herausforderungen für das Gesundheitssystem deutlich macht. Um der steigenden Zahl an älteren und chronisch kranken Menschen besser gerecht zu werden, hat der Servicio Canario de la Salud (SCS) den Plan 5C für die Betreuung komplex chronisch Kranker ins Leben gerufen. Rund 10.700 Patienten mit besonders komplexen Krankheitsbildern stehen im Fokus dieses neuen Betreuungsmodells.

Am 11. Juni eröffnete Rita Tristancho, Direktorin für Patienten und Chronizität beim SCS, den 66. Nationalen Kongress der Spanischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (SEGG) sowie den 36. Kongress der Kanarischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (SOCANGER) in Las Palmas de Gran Canaria. Die Veranstaltung versammelte etwa 1.000 Fachleute, die sich intensiv mit den Herausforderungen des demografischen Wandels und der alternden Bevölkerung beschäftigen.

Tristancho hob hervor, dass der demografische Wandel nicht nur eine Frage der Zahlen ist, sondern weitreichende Auswirkungen auf die Organisation und ethische Gestaltung der Gesundheits- und Sozialdienste hat. Der Plan 5C stellt eine koordinierte und umfassende Versorgung für Patienten mit komplexen chronischen Erkrankungen sicher. Derzeit sind auf den Kanaren 321.061 Menschen über 14 Jahre mit chronischen Krankheiten registriert – das sind rund 16 Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe. Davon leiden 10.692 an besonders komplexen Krankheitsbildern, die in den speziellen Protokollen des Plans 5C betreut werden.

Dieser Plan ist Teil der Strategie zur Bewältigung der Chronizität auf den Kanarischen Inseln. Er setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz, der auch Fragilität, funktionalen Verlust, kognitive Beeinträchtigung und Langzeitpflege einschließt. Wichtig ist dabei die Förderung der Kontinuität in der Versorgung zwischen den verschiedenen Gesundheits- und Sozialdiensten sowie die Stärkung der sozialmedizinischen Koordination als zentraler Pfeiler des Systems.

Der Plan 5C basiert auf drei Kernsäulen: der Betreuung komplex chronisch Kranker, der Kontinuität der Versorgung und der Koordination aller beteiligten Akteure. Zu den strategischen Schwerpunkten zählen eine individuelle und würdige Patientenversorgung, barrierefreie Zugänge zu Leistungen, die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Gesundheit und Sozialem, eine angepasste medikamentöse Behandlung, Unterstützung für pflegende Angehörige sowie die Förderung der häuslichen Pflege als bevorzugtem Versorgungsort. Zudem wird die Nutzung moderner Technologien wie Telemonitoring vorangetrieben, um die Betreuung und Überwachung der Patienten zu verbessern. Fortbildungen für Patienten, Angehörige und Fachpersonal runden das Konzept ab.

Während des Kongresses präsentierten Vertreter des SCS, darunter die Sozialarbeiterin Eva Hombre Aguiar und die Koordinatorin für Sozialarbeit in der Primärversorgung Gran Canarias, Lucía Virginia Rodríguez, die Umsetzung und sozialen Interventionen des Plans 5C. Die dreitägige Fachveranstaltung widmete sich unter dem Motto „Auf dem Weg zu einem aktiven Altern: Wissenschaft, Pflege und Gemeinschaft“ zudem weiteren zentralen Themen der Geriatrie und Gerontologie. Dazu gehören unter anderem die Rechte und Würde älterer Menschen, Fragilität, Demenzerkrankungen sowie aktuelle wissenschaftliche und therapeutische Entwicklungen.

Für deutschsprachige Bewohner und Besucher der Kanarischen Inseln bedeutet der Plan 5C eine verbesserte Versorgung für chronisch kranke und ältere Menschen. Die stärkere Vernetzung von Gesundheits- und Sozialdiensten soll eine individuellere, umfassendere Betreuung ermöglichen. Gerade für Auswanderer und Langzeiturlauber mit chronischen Erkrankungen kann dies einen spürbaren Unterschied machen. Die Kanaren setzen damit einen wichtigen Schritt, um den Anforderungen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden und die Lebensqualität im Alter zu steigern.

Quelle: www3.gobiernodecanarias.org
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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