Die Nacht des 23. Juni ist auf den Kanarischen Inseln ein festlicher Höhepunkt, an dem das traditionelle Sardinen-Grillen zum unverzichtbaren Ritual gehört. Diese Tradition, die sich in vielen Küstenregionen Spaniens tief verwurzelt hat, wird auf den Kanaren mit Begeisterung gepflegt und lockt Einheimische wie Urlauber gleichermaßen an die Strände und Plätze. Wer die San Juan Nacht authentisch feiern möchte, kann mit wenigen Zutaten und einfachen Schritten ein typisches Festmahl zubereiten.
Das Herzstück des Abends bilden frische Sardinen, die am besten unverarbeitet und mit Haut und Kopf gegrillt werden. Dadurch bleibt ihr natürlicher Geschmack voll erhalten. Die Sardinen werden nur leicht oder gar nicht gewaschen, dann von beiden Seiten großzügig mit grobem Salz bestreut. Wichtig ist, die Kohlen des Grills gut durchglühen zu lassen, ohne dass eine starke Flamme aufsteigt, um die Fische schonend und gleichmäßig zu garen. Die Grillzeit beträgt etwa drei bis vier Minuten pro Seite. Sind die Sardinen goldbraun und die Haut lässt sich leicht lösen, sind sie perfekt.
Begleitet wird das Grillgut traditionell von den sogenannten „Papas Arrugadas“ – kleinen, runzeligen Kartoffeln, die ohne Schälen gekocht werden. Die Kartoffeln werden in stark gesalzenem Wasser etwa 20 Minuten weich gegart. Anschließend gießt man das Wasser ab und erhitzt sie kurz weiter, sodass die Haut schrumpelig und trocken wird. Dieses typische kanarische Gericht wird mit dem bekannten Mojo serviert, einer würzigen Soße, die in verschiedenen Varianten – grün mit Koriander oder rot mit Paprika – angeboten wird. Frisches Brot rundet das einfache, aber schmackhafte Menü ab.
Viele Veranstalter und Familien auf den Kanaren legen während der San Juan Nacht auch Zweige von Lorbeer oder Rosmarin auf die Glut. Diese Kräuter verleihen den Sardinen ein besonderes Aroma und tragen zur feierlichen Stimmung bei, die an den zahlreichen Lagerfeuern und Grillplätzen herrscht. Das gemeinsame Grillen und Feiern am Strand ist nicht nur ein kulinarisches Erlebnis, sondern auch ein soziales Ereignis, das die Gemeinschaft stärkt und die lange Sommernacht zelebriert.
Für deutsche, österreichische oder schweizerische Bewohner und Urlauber auf den Kanaren ist die San Juan Nacht eine Gelegenheit, tief in die lokale Kultur einzutauchen. Wer selbst ein Sardinen-Grillen organisiert, braucht keine komplizierten Zutaten oder Werkzeuge – ein einfacher Holzkohlegrill, frische Sardinen, Kartoffeln und Mojo genügen. Der Ablauf ist unkompliziert und bietet zugleich ein authentisches Geschmackserlebnis, das typisch für die Kanaren ist.
Die San Juan Nacht ist auch ein Anziehungspunkt für Touristen, die das Flair der Kanaren in einer entspannten und festlichen Atmosphäre erleben möchten. Zahlreiche Gemeinden und Strände bieten öffentliche Grillplätze und organisieren Feste, bei denen das traditionelle Essen mit Musik und Tanz kombiniert wird. Für Auswanderer und Langzeiturlauber stellt dieses Fest eine willkommene Möglichkeit dar, die spanische Kultur näher kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Insgesamt zeichnet sich die San Juan Nacht durch ihre Einfachheit und Authentizität aus. Das gemeinsame Sardinen-Grillen am 23. Juni verbindet kulinarische Tradition mit geselligem Beisammensein und markiert den Beginn des Sommers auf den Kanarischen Inseln. Wer diese Tradition miterlebt oder selbst veranstaltet, erlebt ein Stück kanarisches Lebensgefühl von seiner ursprünglichsten Seite.
Quelle: tenerifeweekly.com
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