Der Teide-Nationalpark auf Teneriffa steht vor einem umfassenden Wandel. Das Cabildo de Tenerife hat die vollständige Verantwortung für das Management dieses ikonischen Naturraums übernommen, um sowohl dessen Schutz als auch die Erhaltung der Kanarischen Inseln zu verbessern. Diese Übertragung, die von der Regierung der Kanarischen Inseln durchgeführt wurde, leitet eine neue Phase ein, die sich auf eine direkte Verwaltung konzentriert. Ziel ist es, den Druck auf den Nationalpark um bis zu 50 % zu reduzieren.
Rosa Dávila, Präsidentin des Cabildo, erklärte, dass dies durch ein neues Mobilitäts- und Zugangskontrollmodell erreicht werden soll. Ab sofort werden Shuttlebusse eingesetzt, und der Einsatz von Privatfahrzeugen für Nicht-Anwohner wird eingeschränkt. Besucher müssen künftig eine Ökosteuer für den Zugang, Parkplätze und bestimmte Aktivitäten zahlen, während Einwohner Teneriffas Vorrang und kostenlosen Zugang zu den Dienstleistungen erhalten.
Die neuen Regelungen orientieren sich an den Managementsystemen großer internationaler Naturräume, die bereits Systeme zur Zugangskontrolle, zur Reservierung im Voraus und zu Verkehrsbeschränkungen implementiert haben, um Überfüllung zu vermeiden. Ein erster Schritt besteht in der Umgestaltung der TF-21-Straße zwischen El Portillo und Boca Tauce. Diese wird nicht mehr als Inselstraße betrachtet, sondern als Route, die in das geschützte Naturumfeld integriert wird. Dadurch können Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung des Gebiets direkt umgesetzt werden, einschließlich der Kontrolle des Verkehrs.
Ab 2026 wird ein System zur Zugangskontrolle an den Hauptzugängen des Nationalparks in La Esperanza, La Orotava und Vilaflor-Chío eingeführt. Eine Obergrenze von 500 Parkplätzen wird festgelegt, die eine vorherige Reservierung erfordert. Während Anwohner kostenlosen Zugang haben, müssen Besucher eine Gebühr zahlen. Die Mobilität im Park wird durch strukturelle Änderungen gefördert, die eine schrittweise Reduzierung der Nutzung privater Fahrzeuge vorsehen. Ab 2027 werden Einschränkungen für Konvois von Quads, Buggys und Geländewagen eingeführt. Zudem wird ein öffentliches Verkehrsnetz mit 28 Shuttle-Bussen etabliert, die von Puerto de la Cruz, La Laguna, Costa Adeje und Puerto Santiago abfahren.
Die Busse werden alle 20 Minuten fahren und können bis zu eine Million Fahrgäste pro Jahr transportieren. Innerhalb des Nationalparks wird eine Rundstrecke eingerichtet, die alle 15 Minuten zwischen dem Besucherzentrum und den Roques de García bedient wird. Mietfahrzeuge müssen Parkplätze reservieren und eine Ökosteuer zahlen. Ab Sommer 2026 sind auch Kontrollmaßnahmen an Aussichtspunkten und stark frequentierten Bereichen wie Chipeque und Roques de García geplant, um Überfüllung während der Hauptverkehrszeiten zu minimieren.
Das Cabildo plant zudem eine Erhöhung der Überwachung und Sicherheit im Nationalpark. Seit 2024 existiert ein 24-Stunden-Überwachungssystem, das als einzigartig in Europa gilt und die Zahl der Rettungseinsätze und Vorfälle reduziert hat. Mit der neuen Managementphase soll die Anzahl der Umweltbeauftragten bis 2027 auf 74 erhöht werden. Ein Umweltkonservationsprogramm mit einem Budget von 1,68 Millionen Euro für den Zeitraum 2026-2028 wird ebenfalls aufgelegt, um 23 Projekte zur Wiederherstellung der Flora und zur Kontrolle invasiver Arten zu unterstützen. Ziel ist es, den Teide zu schützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass er weiterhin genossen werden kann.
Quelle: tenerifeweekly.com
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