Mehr als 60 Eltern von Schülern der Escuelas Pías in Santa Cruz de Tenerife haben sich mit einem Schreiben an den Bischof der Insel gewandt, um ihre „größte Besorgnis“ über die Behandlung eines Priesters auszudrücken, der wegen Pädophilie angezeigt wurde. Der besagte Priester, C.A.A., war bis vor kurzem im schulischen Umfeld tätig und wurde wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe auf einen Minderjährigen in Kolumbien im Jahr 1992 angezeigt. Die Eltern kritisieren die „schwere Ambiguität“ der Mitteilungen des Schulzentrums und fordern, dass das Wohl der Kinder an oberster Stelle steht.
Nach der ersten Veröffentlichung der Vorwürfe wurde der Priester von der Schule in eine andere Einrichtung versetzt, wo er keinen Kontakt zu Kindern haben sollte. In einer Mitteilung an die Eltern informierte die Schule, dass der Priester in einen „angemessenen Ort“ verlegt wurde, der seiner Situation und fortgeschrittenen Alters gerecht wird. Doch die Eltern sind nicht überzeugt und verlangen mehr Klarheit darüber, wo genau dieser Ort liegt, da sie befürchten, dass er sich weiterhin in der Nähe von Kindern aufhalten könnte.
Die Eltern argumentieren, dass dieser Umzug lediglich eine Fortsetzung der „Komplizenschaft“ darstellt und nicht die Verantwortung übernimmt, die die Schwere der Vorwürfe erfordert. Sie fordern eine „konsequente, detaillierte und unmissverständliche Überprüfung“, die das oberste Interesse der Kinder priorisiert und sicherstellt, dass sie in einer geschützten Umgebung lernen können. Die Eltern sind sich einig, dass der Schutz ihrer Kinder an erster Stelle stehen muss und dass die Schule ihre Verantwortung ernst nehmen sollte.
Die Vorwürfe gegen C.A.A. wurden Anfang Mai 2023 laut, als ein ehemaliger Schüler der Schule, der heute psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, seine Erfahrungen mit dem Priester öffentlich machte. Er berichtete, dass er als achtjähriger Junge wiederholt in das Büro des Priesters eingeladen wurde, wo er sexuell belästigt wurde. Der Priester war damals Koordinator für die Grundschule in einem kolumbianischen Institut und soll die Vorfälle bis zu seiner Abberufung im Jahr 1993 fortgesetzt haben.
Die Eltern sind alarmiert über die Tatsache, dass C.A.A. seit 2015 in der Gemeinschaft der Escolapios in Santa Cruz de Tenerife lebt. Die Schule hat bestätigt, dass er keine Lehrverantwortung und keine direkten Aufgaben im Umgang mit Schülern hat, dennoch bleibt die Sorge um die Sicherheit der Kinder bestehen. Die Eltern fordern eine klare und transparente Kommunikation von Seiten der Schule und der Kirche, um zu gewährleisten, dass solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden können.
Die Escuelas Pías haben sich noch nicht offiziell zu den Forderungen der Eltern geäußert, jedoch ist klar, dass die Situation nicht nur die betroffenen Familien, sondern auch die gesamte Schulgemeinschaft in eine schwierige Lage bringt. Die Eltern hoffen, dass ihre Stimme gehört wird und dass die Sicherheit ihrer Kinder endlich Priorität hat.
Quelle: eldiario.es
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