Rund 4.500 migrantische Haushaltskräfte auf den Kanarischen Inseln leben in einem Zustand der Arbeitsrechtsirregularität. Diese alarmierende Zahl hat das Observatorium für soziale Rechte der Kanaren (Odesocan) ermittelt und macht die Region zu einem der am stärksten betroffenen Gebiete in Spanien. Odesocan, eine im Oktober 2023 gegründete Stiftung, hat sich zum Ziel gesetzt, die sozialen Rechte der Bevölkerung zu überwachen und zu verteidigen. Die Schätzung basiert auf einer Analyse von Daten der Sozialversicherung und anderen relevanten Untersuchungen.
Ein zentrales Problem bei der Erfassung der Arbeitsbedingungen von nicht dokumentierten migrantischen Arbeitskräften ist die mangelnde Verfügbarkeit von Daten. Oftmals sind die wenigen vorhandenen Informationen fragmentiert und stammen aus punktuellen qualitativen Studien. Dies erschwert eine präzise Einschätzung der tatsächlichen Anzahl der betroffenen Personen erheblich. Laut Odesocan zeigt sich, dass eine von vier migrantischen Frauen, die im Haushaltssektor tätig ist, sich in einer irregulären Situation befindet.
Die Stiftung warnt, dass migrantische Frauen ohne regulären Aufenthaltsstatus auf den Kanaren einem hohen Risiko von Gewalt ausgesetzt sind. Dies steht im Widerspruch zu den Verpflichtungen des spanischen Staates, der sich zum Schutz sozialer und demokratischer Rechte verpflichtet hat. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die Arbeitsbedingungen im Haushaltssektor häufig unsichtbar bleiben und nicht ausreichend anerkannt werden.
Um die Anzahl der migrantischen Frauen, die im Haushaltssektor ohne Vertrag oder Sozialversicherungsanmeldung arbeiten, zu quantifizieren, hat Odesocan drei verschiedene Methoden angewandt. Diese Methoden bieten ergänzende Ansätze zur Analyse des Phänomens, da Arbeitsrechtsirregularität in der Regel nicht in den offiziellen Statistiken erfasst wird. Die Schätzungen variieren zwischen 718 und 4.506 Frauen, wobei der obere Wert auf einem beobachteten Defizit an sozialversicherten Arbeitskräften basiert. Dieses Defizit interpretiert Odesocan als Ausdruck einer strukturellen Irregularität auf den Kanaren.
Die tatsächliche Zahl der betroffenen migrantischen Haushaltskräfte wird vermutlich im oberen Bereich dieser Schätzung liegen. Verschiedene Indikatoren, wie die demografische Zusammensetzung der Kanarischen Inseln sowie die höhere Inzidenz von irregulärem Arbeitsverhältnis bei Drittstaatsangehörigen, unterstützen diese Annahme. Odesocan betont, dass die genannten Zahlen nicht als feste Schätzungen zu verstehen sind, sondern als ein Intervall, innerhalb dessen sich die Realität des Phänomens bewegt. Für eine genauere Analyse wäre jedoch der Zugang zu spezifischen Daten des Ministeriums für Inklusion erforderlich, die eine detaillierte Betrachtung der Arbeitsverhältnisse ermöglichen würden.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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