Die Mietpreise für Wohnungen an den Küsten der Kanarischen Inseln sind im Juni 2026 drastisch gestiegen. Fünf Gemeinden der Inseln zählen inzwischen zu den 15 teuersten Mietorten in ganz Spanien. Besonders betroffen sind die Kommunen Mogán und San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria, wo die Quadratmeterpreise im Schnitt über 21 Euro liegen. Für eine durchschnittliche 80-Quadratmeter-Wohnung ergeben sich daraus monatliche Kosten von mehr als 1.700 Euro, was die Erschwinglichkeit für viele Bewohner stark einschränkt.
Der Mietpreisauftrieb betrifft vor allem touristisch stark frequentierte Gebiete auf Gran Canaria und Teneriffa. Granadilla de Abona auf Teneriffa verzeichnet in den letzten fünf Jahren einen Anstieg von über 100 Prozent. Dort kostet eine 80-Quadratmeter-Wohnung mittlerweile durchschnittlich 1.335 Euro monatlich, was mehr als dem Doppelten der Mieten von 2021 entspricht. Auch Arona und Adeje sind mit Zuwächsen von 93 beziehungsweise 83 Prozent betroffen. Dort liegen die Quadratmeterpreise knapp unter 20 Euro, was bei einer typischen Wohnungsgröße Mietpreise von rund 1.590 Euro pro Monat bedeutet.
Neben den genannten Gemeinden gehören auch La Oliva auf Fuerteventura sowie die beiden Hauptstädte Las Palmas de Gran Canaria und Santa Cruz de Tenerife zu den teureren Mietregionen der Kanaren. Während Las Palmas mit 15,87 Euro pro Quadratmeter und Santa Cruz mit 15,20 Euro pro Quadratmeter über dem spanischen Durchschnitt von 14,79 Euro liegen, ist Icod de los Vinos im Norden Teneriffas die vergleichsweise günstigste Küstengemeinde mit rund 10,34 Euro pro Quadratmeter, was monatlichen Mietkosten von etwa 827 Euro für eine 80-Quadratmeter-Wohnung entspricht.
Die Ursachen für die stark steigenden Mietpreise liegen in einem deutlichen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die Küstenregionen der Kanaren sind sowohl wegen des Tourismus als auch durch die wachsende Anzahl von Menschen, die dauerhaft an der Küste leben wollen, stark nachgefragt. Das Wohnungsangebot ist jedoch begrenzt, was die Preise in die Höhe treibt. Diese Entwicklung erschwert es insbesondere der einheimischen Bevölkerung, bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Die Konsequenzen der Mietpreissteigerungen sind vielfältig: Für viele Bewohner wird es zunehmend schwieriger, in ihren Gemeinden zu bleiben oder neue Wohnungen zu finden. Dies betrifft nicht nur Einheimische, sondern auch Auswanderer und potenzielle Mieter, die sich mit stark erhöhten Kosten konfrontiert sehen. Die angespannten Wohnmärkte verstärken soziale Spannungen und zwingen zur Suche nach Alternativen, etwa in weniger stark nachgefragten Orten wie Icod de los Vinos.
Die Lage an den Kanarischen Küsten erfordert daher weiterhin Aufmerksamkeit und Maßnahmen, um die Wohnraumsituation zu entspannen. Ob und wie gesetzliche oder kommunale Eingriffe erfolgen, um den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu sichern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Für Mieter und Interessenten gelten die aktuellen Entwicklungen als wichtiger Maßstab bei der Wahl des künftigen Wohnorts auf den Kanaren.
Quelle: diariodeavisos.elespanol.com
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