Fortschritte beim Erjos-Tunnel: Verbindung von Nord- und Süd-Teneriffa – Verkehr (Tunnel)

Fortschritte beim Erjos-Tunnel: Verbindung von Nord- und Süd-Teneriffa

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

19. Oktober 2026

Erjos-Tunnel auf Teneriffa: Innenausbau läuft – Fertigstellung für Anfang 2027 geplant

Der Bau des Erjos-Tunnels im Westen Teneriffas geht in die nächste Phase. Nachdem die beiden jeweils 5,1 Kilometer langen Tunnelröhren vollständig durchbrochen wurden, arbeiten die Bauunternehmen derzeit an der Abdichtung und den seitlichen Wartungs- und Rettungswegen. Die neue Straßenverbindung zwischen Santiago del Teide und El Tanque soll die Fahrt zwischen dem Norden und Süden der Insel deutlich erleichtern.

Die Kanarische Regierung hält weiterhin an einer Fertigstellung im ersten Quartal 2027 fest. Ein verbindlicher Termin für die Verkehrsfreigabe steht allerdings noch nicht fest.

Das Wichtigste in Kürze

  • Standort: Zwischen Santiago del Teide und El Tanque im Westen Teneriffas
  • Tunnel: Zwei parallel verlaufende Röhren mit jeweils rund 5,1 Kilometern Länge
  • Gesamter Straßenabschnitt: 11,3 Kilometer
  • Aktuelle Arbeiten: Abdichtung, Wartungs- und Rettungswege sowie weitere technische Ausstattung
  • Geplante Fahrzeit: Rund 7 bis 10 Minuten auf der neuen Verbindung statt bisher etwa 25 Minuten über die bestehende Strecke
  • Geschwindigkeit: Vorgesehen sind maximal 80 km/h
  • Verkehrsprognose: Rund 17.000 Fahrzeuge täglich im ersten Betriebsjahr
  • Projektbudget: Rund 288,7 Millionen Euro nach aktueller Berichterstattung
  • Geplante Fertigstellung: Erstes Quartal 2027
  • Verkehrsfreigabe: Noch kein verbindlicher Termin bekannt

Welche Arbeiten laufen derzeit im Erjos-Tunnel?

Die beiden Tunnelröhren unter dem Teno-Gebirge sind bereits vollständig ausgebrochen. Der Schwerpunkt liegt nun auf dem Innenausbau.

Nach Angaben des stellvertretenden Infrastrukturministers der Kanarischen Regierung, Francis González, werden die Tunnel derzeit abgedichtet und mit seitlichen Wegen für Wartung und Sicherheit ausgestattet.

Die Abdichtung soll verhindern, dass eindringendes Wasser die Tunnelkonstruktion und die technischen Einrichtungen beeinträchtigt.

Die seitlichen Wege dienen nicht nur Wartungsarbeiten, sondern sind auch für die Sicherheit im Tunnel wichtig.

Damit ist der Bau zwar weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen.

Wo verläuft die neue Straßenverbindung?

Der Erjos-Tunnel ist das zentrale Bauwerk des westlichen Abschnitts des geplanten Autobahnrings von Teneriffa, des sogenannten Anillo Insular.

Die neue Straße verbindet El Tanque auf der Nordseite des Teno-Gebirges mit Santiago del Teide im Südwesten.

Der gesamte Neubauabschnitt ist etwa 11,3 Kilometer lang. Davon entfallen jeweils 5,1 Kilometer auf die beiden parallel verlaufenden Tunnelröhren.

Die neue Strecke umgeht den Gebirgsübergang bei Erjos und soll den Verkehr zwischen dem Nordwesten und dem Süden der Insel wesentlich vereinfachen.

Vor allem für Pendler aus Icod de los Vinos, Garachico, Los Silos, Buenavista del Norte und El Tanque könnte die Verbindung interessant werden, wenn sie regelmäßig in Richtung Santiago del Teide, Adeje oder Costa Adeje unterwegs sind.

Wie viel Fahrzeit soll der Tunnel einsparen?

Die neue Verbindung soll nach den bisherigen Planungen in rund sieben bis zehn Minuten befahrbar sein.

Für die bisherige Fahrt über die kurvenreiche Bergstrecke werden unter günstigen Bedingungen etwa 25 Minuten genannt.

Daraus ergibt sich eine mögliche Zeitersparnis von ungefähr 15 bis 18 Minuten auf diesem Streckenabschnitt.

Die tatsächliche Ersparnis hängt jedoch vom Ausgangspunkt, dem Ziel und der Verkehrslage ab.

Wer beispielsweise von Puerto de la Cruz nach Adeje fährt, wird nicht automatisch die gesamte Strecke in sieben bis zehn Minuten zurücklegen können.

Auch die Zufahrten zum Tunnel und die übrigen Straßenabschnitte bleiben für die gesamte Reisezeit entscheidend.

Welche Straße wird durch den Erjos-Tunnel entlastet?

Die neue Verbindung soll insbesondere die bisherige Bergstrecke der TF-82 über Erjos entlasten.

Diese Straße führt über kurvenreiche Abschnitte durch das Teno-Gebirge und verbindet mehrere Ortschaften.

Der neue Tunnel ermöglicht künftig eine direktere Verbindung, ohne den Gebirgsübergang befahren zu müssen.

Das könnte nicht nur Pendlern helfen, sondern auch dem Lieferverkehr und anderen Fahrern, die regelmäßig zwischen dem Norden und Süden Teneriffas unterwegs sind.

Die bisherige Straße bleibt für die Erreichbarkeit der angrenzenden Ortschaften weiterhin wichtig.

Zwei Tunnelröhren und 19 Querverbindungen

Der Erjos-Tunnel besteht aus zwei getrennten Röhren, die jeweils für eine Fahrtrichtung vorgesehen sind.

Mit rund 5,1 Kilometern Länge werden sie nach ihrer Fertigstellung die längsten Straßentunnel auf den Kanarischen Inseln sein.

Zwischen den beiden Röhren sind insgesamt 19 Querverbindungen vorgesehen.

Diese dienen vor allem der Sicherheit: Bei einem Unfall, Brand oder einer anderen Gefahrensituation sollen sie die Flucht in die benachbarte Tunnelröhre ermöglichen.

Zu den weiteren technischen Einrichtungen gehören:

  • Belüftungsanlagen zur Steuerung der Luftqualität und Rauchableitung
  • Beleuchtung für den regulären Betrieb und Notfälle
  • Kommunikations- und Überwachungssysteme
  • Technische Einrichtungen zur Verkehrssteuerung
  • Seitliche Rettungs- und Wartungswege

Bevor Fahrzeuge den Tunnel nutzen können, müssen die sicherheitsrelevanten Systeme installiert, geprüft und für den Betrieb freigegeben werden.

Wie viele Fahrzeuge werden den Tunnel nutzen?

Für das erste Betriebsjahr rechnen die Planer mit rund 17.000 Fahrzeugen täglich.

Langfristig könnte die Verkehrsbelastung nach den bisherigen Prognosen auf etwa 30.000 Fahrzeuge pro Tag steigen.

Dabei handelt es sich um Schätzungen für die zukünftige Nutzung.

Wie viele Fahrzeuge tatsächlich durch den Tunnel fahren werden, lässt sich erst nach der Eröffnung anhand der Verkehrszählungen feststellen.

Die neue Verbindung soll auch eine alternative Nord-Süd-Route auf Teneriffa schaffen.

Ob und in welchem Umfang dadurch die stark belasteten Straßen im Großraum Santa Cruz und La Laguna entlastet werden, hängt davon ab, wie viele Autofahrer künftig die westliche Verbindung wählen.

Was kostet der Erjos-Tunnel?

Nach der aktuellen Berichterstattung liegt das Gesamtbudget des Projekts bei rund 288,7 Millionen Euro.

Mehr als 202 Millionen Euro sollen bereits in das Vorhaben investiert worden sein.

Die Bauarbeiten begannen im November 2019. Im Oktober 2020 starteten die eigentlichen Tunnelgrabungen.

Ausgeführt wird das Projekt von einer Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen FCC Construcción, El Silbo und Syocsa-Inarsa.

Die Kanarische Regierung genehmigte zudem eine Projektänderung mit zusätzlichen Ausgaben von rund 21,49 Millionen Euro.

Diese umfasst unter anderem Verbesserungen bei Energieeffizienz, Sicherheit und technischer Ausstattung.

Die unterschiedlichen veröffentlichten Projektkosten beziehen sich teilweise auf verschiedene Bau- und Änderungsstände. Sie sollten deshalb nicht ohne Weiteres miteinander addiert werden.

Photovoltaikanlage mit 936 Solarmodulen geplant

Ein Teil der Energie für den Tunnel soll künftig direkt durch eine eigene Photovoltaikanlage erzeugt werden.

Geplant ist eine Anlage mit 936 Solarmodulen und einer installierten Spitzenleistung von rund 590 Kilowatt.

Sie soll auf einer Fläche oberhalb des südlichen Tunnelportals bei Santiago del Teide errichtet werden.

Nach Angaben der Kanarischen Regierung könnte die Anlage unter normalen Betriebsbedingungen etwa 55 Prozent des gesamten Strombedarfs der Tunnelinfrastruktur decken.

Das ist eine Prognose. Wie viel Strom tatsächlich erzeugt und genutzt werden kann, hängt unter anderem von den Sonnenstunden und dem Energieverbrauch der technischen Anlagen ab.

Besonders wichtig ist die Energieversorgung, weil Beleuchtung, Belüftung, Überwachung und Sicherheitssysteme auch im laufenden Betrieb zuverlässig funktionieren müssen.

Umweltmaßnahmen im Teno-Gebirge

Der Bau des Erjos-Tunnels führt durch ein landschaftlich und ökologisch sensibles Gebiet.

Die neue Trasse soll den Naturraum des Teno-Gebirges möglichst wenig beeinträchtigen, indem der Verkehr auf einem wesentlichen Abschnitt unterirdisch geführt wird.

Zum Umweltkonzept gehört auch die Wiederherstellung früherer Steinbruchflächen.

Dabei wird Material aus den Tunnelgrabungen unter anderem zur Rekultivierung der Steinbrüche La Grama und Bilma beziehungsweise Montañas Negras verwendet.

Die Regierung hat außerdem eine Änderung der Tunnelverkleidung vorgesehen, um den Betonverbrauch zu reduzieren.

Dadurch sollen nach ihren Berechnungen rund 32.000 Tonnen CO₂-Emissionen während der Bauphase vermieden werden.

Auch diese Angabe ist eine rechnerische Einsparprognose und keine gemessene Verringerung des späteren Straßenverkehrs.

Wann wird der Erjos-Tunnel eröffnet?

Die Kanarische Regierung nennt weiterhin das erste Quartal 2027 als Ziel für den Abschluss der Bauarbeiten.

Bis dahin müssen insbesondere der Innenausbau und die technischen Systeme fertiggestellt werden.

Anschließend sind die erforderlichen Prüfungen und Freigaben für den sicheren Betrieb notwendig.

Ein konkreter Eröffnungstag wurde bislang nicht bestätigt.

Deshalb ist zwischen der geplanten baulichen Fertigstellung und der tatsächlichen Verkehrsfreigabe zu unterscheiden.

Unsere Einordnung: Große Entlastung für den Nordwesten möglich

Der Erjos-Tunnel gehört zu den wichtigsten laufenden Straßenbauprojekten auf Teneriffa.

Besonders für Einwohner im Nordwesten könnte die neue Verbindung den Alltag erleichtern. Wer regelmäßig zwischen El Tanque, Icod de los Vinos oder Garachico und dem Süden der Insel unterwegs ist, muss künftig voraussichtlich nicht mehr die bisherige Bergstrecke über Erjos nutzen.

Auch für Besucher, die den Nordwesten Teneriffas erkunden möchten, könnte die Verbindung die Anreise vereinfachen.

Die häufig genannte Fahrzeit von sieben bis zehn Minuten sollte allerdings nicht missverstanden werden: Sie bezieht sich auf den neuen Verbindungsabschnitt, nicht auf die gesamte Fahrt zwischen Nord- und Südteneriffa.

Entscheidend ist jetzt, dass neben dem baulichen Innenausbau auch die umfangreiche Sicherheitstechnik fertiggestellt und zuverlässig geprüft wird.

Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind und ein offizieller Termin zur Verkehrsfreigabe vorliegt, können Autofahrer mit der neuen Route planen.

Quellen: Tenerife Weekly / El Día, 18. Oktober 2026; Gobierno de Canarias, Mitteilungen zum Erjos-Tunnel und zur Projektänderung 2025/2026.

Originalartikel von Tenerife Weekly

Offizielle Informationen der Kanarischen Regierung zur Projektänderung

Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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