Die Kanarischen Inseln zeigen bei der Altersstruktur ihres Wohnungsbestands deutliche Unterschiede. Besonders Fuerteventura fällt dabei auf, denn mehr als die Hälfte aller dortigen Wohneinheiten – genauer 54 Prozent – wurden erst seit dem Jahr 2000 gebaut. Damit spiegelt die Insel die stärkste Neubautätigkeit innerhalb des Archipels wider. Im Vergleich dazu liegen Lanzarote bei 35,8 Prozent, Teneriffa bei 35,5 Prozent und Gran Canaria bei 30,7 Prozent Neubauten aus dem 21. Jahrhundert.
Diese Zahlen basieren auf Daten des Katasteramts, das insgesamt 1.538.537 städtische Wohneinheiten auf den Kanarischen Inseln erfasst hat. Davon wurden 239.154 Einheiten, also 15,5 Prozent, vor 1970 errichtet. Die ältesten Gebäude verteilen sich vor allem auf die westlichen Inseln. El Hierro weist mit 30,3 Prozent den höchsten Anteil an vor 1970 gebauten Wohneinheiten auf, gefolgt von La Gomera mit 28 Prozent und La Palma mit 24,3 Prozent. Im Gegensatz dazu haben die östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura mit 7,1 beziehungsweise 4,6 Prozent deutlich weniger Altbauten.
Innerhalb von La Gomera liegen die Gemeinden Hermigua, Vallehermoso und Agulo an der Spitze, wenn es um den Anteil alter Bausubstanz geht: In Hermigua stammen 60,3 Prozent der Immobilien aus der Zeit vor 1970, in Vallehermoso sind es 59,6 Prozent und in Agulo 55,9 Prozent. Auch auf La Palma ist die Gemeinde Garafía mit 54,4 Prozent älteren Gebäuden prominent vertreten.
Während die westlichen Inseln eine größere Anzahl historischer Wohngebäude bewahren, konzentrieren sich ältere Immobilien zahlenmäßig auch in den größeren Städten der Kanaren. So führen Las Palmas de Gran Canaria mit 63.097, Santa Cruz de Tenerife mit 30.825 und San Cristóbal de La Laguna mit 19.692 Wohneinheiten, die vor 1970 entstanden sind. Zusammen machen diese drei Städte fast die Hälfte aller älteren Einheiten auf den Kanarischen Inseln aus.
Die hohe Neubautätigkeit auf Fuerteventura ist Teil eines Trends, der auch in einigen anderen Gemeinden sichtbar wird: Sechs Gemeinden auf den Kanaren haben mehr als die Hälfte ihres Wohnungsbestands im 21. Jahrhundert errichtet. Angeführt wird diese Liste von Yaiza (62,4 Prozent), gefolgt von Puerto del Rosario (62 Prozent) und Granadilla de Abona (60,8 Prozent). Diese Zahlen zeigen, dass insbesondere die östlichen Inseln und bestimmte Gemeinden verstärkt neue Wohngebiete erschließen.
Die Gründe für die unterschiedlichen Altersstrukturen im Wohnungsbestand liegen unter anderem in der Bevölkerungsentwicklung, dem Tourismus und der Ausweitung von Wohngebieten. Das Kataster liefert jedoch keine detaillierten Erklärungen für die Entstehungshistorie der jeweiligen Gemeinden. Für Bewohner und Immobilieninteressierte auf den Kanaren bedeutet dies, dass je nach Insel und Gemeinde sehr unterschiedliche Wohnumfelder vorzufinden sind – von historischen Vierteln mit teils jahrzehntealten Gebäuden bis hin zu modernen Neubaugebieten, die vor allem auf Fuerteventura dominieren.
Quelle: tenerifeweekly.com
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