Fuerteventura: Parkinson-Diagnosen bei 20-Jährigen alarmieren Experten – Gesundheit (Fallback Gesundheit)

Fuerteventura: Parkinson-Diagnosen bei 20-Jährigen alarmieren Experten

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

15 Juni, 2026

Die Parkinson-Krankheit trifft zunehmend auch jüngere Menschen. Die Initiative Parkinson No Limits aus Fuerteventura hat bei einem internationalen Kongress in Phoenix, Arizona, alarmierende Daten präsentiert: Immer mehr Patienten erhalten die Diagnose Parkinson bereits im Alter von rund 20 Jahren. Dieser Befund wirft ein neues Licht auf die Verbreitung und Ursachen der Krankheit und fordert eine Anpassung der Behandlungsmethoden.

Francesca de Bartolomeis, Koordinatorin der Projekte bei Parkinson No Limits, berichtete in einem Interview bei Radio Insular in Fuerteventura von der erstmaligen Teilnahme der Organisation an einem internationalen Fachkongress. Dort stellte die Gruppe die Ergebnisse von sechs Studien vor, die sich mit der Lebensqualität von Parkinson-Patienten beschäftigen. Drei der Arbeiten basieren auf wissenschaftlichen Untersuchungen, drei weitere fokussieren soziale Aspekte. Die Forschung baut auf einer eigens entwickelten Methodik auf, die in Zusammenarbeit mit einer italienischen Universität und mehreren Neurologen entstand.

Ein Schwerpunkt liegt auf der lebensnahen Frage, wie ergänzende Therapien und sportliche Aktivitäten Menschen mit Parkinson und deren Familien helfen können. Besonders innovativ ist eine Studie, die sich mit der Behandlung von Frauen mit Parkinson beschäftigt. De Bartolomeis machte darauf aufmerksam, dass die meisten Medikamente gegen Parkinson bislang an Männern getestet wurden. Die hormonellen Veränderungen bei Frauen könnten die Wirksamkeit der Medikamente beeinflussen. Für junge Frauen mit Parkinson wirke das Medikament oft nur ein bis zwei Wochen pro Monat. Die Studie soll die wissenschaftliche und pharmazeutische Gemeinschaft dafür sensibilisieren, Therapien geschlechtsspezifisch anzupassen.

Eine weitere Untersuchung beschäftigte sich mit Alltagsproblemen, etwa dem Ankleiden. Gemeinsam mit Neurologinnen aus England und einer Forscherin aus Italien analysierte das Team, wie schlecht Kleidung auf die Bedürfnisse von Menschen mit motorischen Einschränkungen zugeschnitten ist. Die Erkenntnisse zeigen, dass Mode häufig nicht barrierefrei gestaltet ist. De Bartolomeis bezeichnete die Resultate als „impactant“ und erwähnte den Austausch mit einem Designer, der an zugänglicheren Kleidungsstücken arbeitet.

Darüber hinaus präsentierte Parkinson No Limits Studien zu therapeutischen Urlaubsangeboten und einer speziellen Methodik, die klassische Therapien mit Aktivitäten wie Surfen, Kitesurfen oder Bootsausflügen auf Fuerteventura kombiniert. Diese Angebote sind für die Teilnehmer kostenlos, da die Regierung, das Inselparlament (Cabildo) und die Gemeinden die Kosten übernehmen. Dies ist international ungewöhnlich, da Betroffene in anderen Ländern oft selbst für Therapien zahlen müssen. Das milde Klima, die saubere Luft, die hochwertige Ernährung und der geringe Stress durch wenig Verkehr machen Fuerteventura zu einem idealen Forschungsstandort.

Die Organisation betreut derzeit etwa 500 Menschen, davon mehr als 200 mit Parkinson. Die übrigen sind Senioren, Menschen mit anderen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Die positive Resonanz auf die vorgestellten Arbeiten bestärkt Parkinson No Limits, die internationale Vernetzung weiter auszubauen. Der nächste große Kongress findet in drei Jahren in Quebec, Kanada, statt. Bis dahin will die Organisation die Datenbasis durch ihre tägliche Arbeit auf der Insel kontinuierlich erweitern.

Für Urlauber und Auswanderer auf den Kanaren bedeutet das: Fuerteventura entwickelt sich zu einem wichtigen Zentrum für Parkinson-Forschung und -Therapie. Die Kombination aus innovativen Behandlungsmethoden und der Unterstützung durch öffentliche Institutionen schafft neue Perspektiven für Betroffene. Die Erkenntnisse über die Frühdiagnosen bei jungen Menschen rufen zudem verstärkt dazu auf, auf die Symptome zu achten und geeignete Therapien frühzeitig einzuleiten.

Quelle: lavozdefuerteventura.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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