Grüner Flugkraftstoff auf den Kanaren: Steigen bald die Flugpreise durch SAF-Pflicht? – Tourismus (Flugzeuge Airport)

Grüner Flugkraftstoff auf den Kanaren: Steigen bald die Flugpreise durch SAF-Pflicht?

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

29 Juni, 2026

Nachhaltigkeit wird in der Luftfahrt zur Kostenfrage: Der nachhaltige Flugkraftstoff (SAF) ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern ein fester Posten in den Bilanzen europäischer Fluggesellschaften. Er soll helfen, die Emissionen drastisch zu senken, doch die Umstellung bringt erhebliche Mehrkosten mit sich, die sich auf den Ticketpreis auswirken dürften – auch für Reisende auf die Kanarischen Inseln.

Ab 2025 schreibt die EU mit der Verordnung ReFuelEU Aviation vor, dass mindestens 2 Prozent des verwendeten Flugkraftstoffs aus nachhaltigen Quellen stammen müssen. Diese Quote soll schrittweise bis 2050 auf 70 Prozent steigen. Parallel dazu wird das Emissionshandelssystem (EU ETS) reformiert: Kostenlose Emissionsrechte fallen ab 2026 weg, was die Betriebskosten der Airlines weiter erhöht. Nachhaltigkeit wird damit zur verbindlichen Kostenkomponente im Flugpreis.

Für Fluggesellschaften bedeutet das eine große Herausforderung. Besonders Billigflieger, deren Geschäftsmodell auf knappen Kosten und hoher Auslastung basiert, geraten unter Druck. SAF ist derzeit drei- bis sechsmal teurer als herkömmliches Kerosin. Das schmälert die Spielräume, die Mehrkosten ohne Preiserhöhungen zu absorbieren – vor allem auf preisempfindlichen Strecken, wie sie viele Kanaren-Flüge sind.

Die Verbraucher stehen vor einem Dilemma: Einerseits wächst das Umweltbewusstsein, andererseits sind viele nicht bereit, deutlich höhere Preise für den grüneren Flug zu zahlen. Diese Diskrepanz kann bei Buchungen spürbar werden und das Image der Airlines belasten. Öffentliche Förderungen sollen den Übergang erleichtern. So stellt der EU ETS 20 Millionen Emissionszertifikate bereit, um bis zu 95 Prozent der Mehrkosten für besonders fortschrittliche SAF-Varianten (elektro-basierte SAF) zu decken. Dennoch bleibt eine beträchtliche Kostenlücke.

Die Verfügbarkeit von nachhaltigem Flugkraftstoff ist ein weiteres Problem. Bio-SAF basiert hauptsächlich auf gebrauchten Speiseölen und tierischen Fetten, deren Mengen begrenzt sind. Elektro-SAF, hergestellt aus erneuerbarem Strom, Wasserstoff und CO₂, steckt noch in der Entwicklung und ist derzeit nicht in großen Mengen verfügbar. Die Konkurrenz um Rohstoffe wird sich verschärfen, was die Preise weiter hochtreiben könnte.

Für die Kanarischen Inseln als beliebtes Reiseziel und Wohnort bedeutet das: Flugpreise werden sich künftig stärker an den Kosten für umweltfreundlichen Betrieb orientieren. Das hat Folgen für Tourismus, Anbindung und Mobilität. Reisende müssen mit höheren Kosten rechnen, während Airlines und Flughäfen nachhaltige Investitionen tätigen, um Emissionen zu senken und EU-Vorgaben zu erfüllen.

Die spanische Luftfahrtbranche fordert deshalb verstärkte Anreize zur Förderung der SAF-Produktion und -Nutzung, um die Kostenlücke zum herkömmlichen Kerosin zu verringern. Nur so kann der Übergang zur klimafreundlichen Luftfahrt wirtschaftlich gelingen – ohne dass die Preise für Passagiere unverhältnismäßig steigen. Für alle, die auf den Kanaren leben, arbeiten oder Urlaub machen, heißt das: Nachhaltigkeit hat ihren Preis, der sich in den kommenden Jahren im Flugticket widerspiegeln wird.

Quelle: hosteltur.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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