Die Hauswirtschaftskräfte auf Teneriffa haben die Organisation eines landesweiten Streiks in Spanien gefordert, um auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen und Verbesserungen durchzusetzen. Die Forderungen richten sich vor allem gegen die Praxis der Subunternehmer und für eine bessere soziale Absicherung in der Hotelbranche. Ein solcher Streik könnte gerade auf den Kanarischen Inseln, die stark vom Tourismus abhängig sind, erhebliche Auswirkungen haben.
Die Beschäftigten berichten von ernsthaften gesundheitlichen Problemen, darunter Karpaltunnelsyndrom, Rückenschmerzen und stressbedingte Erkrankungen. Zudem wird eine hohe Zahl an Krankmeldungen von den Arbeitgebern oft als unentschuldigtes Fehlen interpretiert, was die Situation weiter verschärft. Die Hauswirtschaftskräfte kritisieren, dass die aktuelle Umsetzung der Tourismusgesetzgebung der Kanarischen Inseln nicht ausreicht, um ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Zu den konkreten Forderungen gehört die Einführung der überarbeiteten Tourismusgesetze, die beispielsweise verstellbare Betten in Hotels vorschreiben, um die körperliche Belastung der Hauswirtschaftskräfte zu reduzieren. Auch sollen motorisierte Wagen leichter bedienbar sein. Die Beschäftigten verlangen ein Ende der Auslagerung von Dienstleistungen, die bislang nur in der Provinz Santa Cruz de Tenerife verboten ist. Für Mitarbeiter ab 58 Jahren fordern sie eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit von acht auf sechs Stunden ohne Einkommenseinbußen. Darüber hinaus setzen sie sich für Boni in der Sozialversicherung ein, die eine vorzeitige Rente ermöglichen sollen.
Die Hauswirtschaftsvereinigung auf Teneriffa ruft zudem die Arbeitsaufsichtsbehörde zu stärkerem Eingreifen auf. Sie kritisiert, dass die bisherige Untätigkeit dazu führt, dass dauerhafte Berufsunfähigkeiten zwar ausgeglichen werden müssen, private Versicherungen jedoch auf Kosten der Arbeitnehmer profitieren. Ein konsequenteres Vorgehen gegen Missstände in der Branche wird als notwendig erachtet.
Für die Bevölkerung und Urlauber auf den Kanaren könnte ein solcher Streik Einschränkungen in der Servicequalität und Verfügbarkeit von Hotelangeboten bedeuten, da die Hauswirtschaft eine zentrale Rolle im Tourismussektor spielt. Auch Arbeitnehmer in der Branche stehen vor möglichen Belastungen durch die Auseinandersetzungen und den Druck auf die Hotellerie. Die Vereinigung hat die Abstimmung zu diesem Schritt bereits am 29. Juli auf Teneriffa beschlossen und will nun auf nationaler Ebene Unterstützung mobilisieren. Wie und wann die Streikorganisation konkret erfolgt, bleibt offen, ebenso wie die Reaktionen der Behörden und Unternehmen.
Quelle: tenerifeweekly.com
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