Hohe Krankschreibungsrate auf den Kanaren belastet Wirtschaft und Gesundheitssystem – Gesundheit (Krankenhaus)

Hohe Krankschreibungsrate auf den Kanaren belastet Wirtschaft und Gesundheitssystem

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Von Thomas John - Redaktion Kanaren Nachrichten

14 Juli, 2026

Die Kanarischen Inseln sehen sich mit einer der höchsten Krankschreibungsraten in Spanien konfrontiert: Rund 8 Prozent der Erwerbstätigen sind derzeit temporär arbeitsunfähig. Diese Situation hat nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik eine intensive Debatte ausgelöst. Unternehmen beklagen erhebliche Produktivitätseinbußen und steigende Sozialversicherungskosten, während Ärzte und Gewerkschaften die Ursachen vor allem in den langen Wartezeiten des öffentlichen Gesundheitssystems sehen.

Die wirtschaftlichen Folgen der hohen Krankheitsausfälle sind für viele Firmen spürbar. Der Präsident der Handelskammer Santa Cruz de Tenerife weist darauf hin, dass Unternehmen einerseits die Gehälter für abwesende Mitarbeiter weiterzahlen müssen und andererseits Kosten für Ersatzkräfte tragen. Besonders kleine Unternehmen geraten dadurch unter Druck, da die Doppelbelastung ihre Existenz gefährden kann.

Während Unternehmensvertreter eine strukturelle Lösung fordern und auch über finanzielle Sanktionen gegen Krankgeschriebene nachdenken, betonen medizinische Fachkräfte und Gewerkschaften, dass die lange Dauer der Arbeitsunfähigkeit meist durch Verzögerungen im Gesundheitssystem verursacht wird. Der Präsident der Kanarischen Ärztekammer weist darauf hin, dass es sich bei vielen Krankmeldungen um „administrativ-politisch bedingte“ Ausfallzeiten handelt, da Betroffene oft monatelang auf Operationen oder Facharzttermine warten müssen.

Aktuelle Zahlen untermauern diese Einschätzung: Über 32.000 Personen stehen auf den Wartelisten für Operationen, mit einer durchschnittlichen Wartezeit von 106 Tagen. Die Wartezeit für Facharzttermine liegt sogar bei 162 Tagen. Diese Verzögerungen sind deutlich länger als im spanischen Durchschnitt und führen dazu, dass viele Arbeitnehmer länger krankgeschrieben bleiben, als medizinisch eigentlich nötig.

Die Diskussion um mögliche Lösungen ist komplex. Gewerkschaften warnen vor Ungleichbehandlungen von Patienten, sollten Behandlungen für Krankschreibungen bevorzugt werden. Gleichzeitig werden Vorschläge diskutiert, die Rolle der Unfallversicherungsträger auszubauen, um Beschäftigte mit Berufskrankheiten besser zu unterstützen. Dennoch gibt es Skepsis, ob diese Maßnahmen kurzfristig Entlastung bringen können.

Die politischen Auseinandersetzungen spiegeln die Schwierigkeit wider, zwischen wirtschaftlichen Interessen und der Sicherstellung einer funktionierenden Gesundheitsversorgung einen Ausgleich zu finden. Forderungen nach einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die das Thema gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium angeht, zeigen den Willen, das Problem an der Wurzel zu packen.

Für Einwohner, Urlauber und Auswanderer auf den Kanarischen Inseln bedeutet diese Situation eine Belastung sowohl für die regionale Wirtschaft als auch für die Gesundheitsversorgung. Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob konkrete Maßnahmen zur Verkürzung der Wartezeiten und zur Unterstützung der Betroffenen umgesetzt werden. Ein erster Schritt ist die geplante Einrichtung eines Arbeitskreises, dessen Ergebnisse in den nächsten Wochen erwartet werden.

Quelle: tenerifeweekly.com
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Hinweis: Diese Kurzmeldung wurde redaktionell aufbereitet und basiert auf öffentlich zugänglichen spanischen Quellen. Inhalte werden geprüft und verständlich zusammengefasst.

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