Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) ist in vielen Hotels auf den Kanaren und darüber hinaus bereits Alltag, etwa durch den Einsatz von ChatGPT oder ähnlichen Tools zur Unterstützung bei E-Mails, Dokumenten oder Marketingkampagnen. Doch der Sprung von einzelnen Tests und sporadischer Nutzung hin zu einer unternehmensweiten, kontrollierten und messbaren Anwendung der Technologie stellt die Hotellerie vor erhebliche Herausforderungen. Die Plattform Hospitalidad Emprendedora, die in den letzten zwei Jahren über 30 Hotelunternehmen und mehr als 500 Fachkräfte geschult hat, beschreibt diesen Schritt als die „zweite Brücke“ der KI im Hotelgewerbe. Dabei geht es nicht mehr darum, Zugang zur Technologie zu erhalten, sondern sie mit klaren Geschäfts- und Kontrollkriterien zu verankern. Die bisherige Nutzung von KI in Hotels ist häufig individuell, unregelmäßig und schwer zu bewerten. Viele Unternehmen zeigen zwar Interesse, es fehlt jedoch an Rahmenbedingungen, um die Neugier in stabile und nachhaltige Prozesse umzuwandeln. Hospitalidad Emprendedora identifiziert sieben wesentliche Hürden, die einer breiten Implementierung im Wege stehen. Dazu gehört, dass der Start oft bei der Technologie selbst und nicht bei einem konkreten Problem erfolgt. Stattdessen sollte die Auswahl eines Anwendungsfalls auf einer klar definierten, wiederkehrenden Aufgabe basieren, bei der der Zeitaufwand, die Verantwortlichkeit und das Potenzial für eine Verbesserung bekannt sind. Ein weiterer Stolperstein ist die falsche Wahl des ersten Anwendungsfalls, der zwar beeindruckende Ergebnisse liefern kann, aber keinen nachhaltigen Nutzen bringt. Zudem warnt die Plattform davor, eine überzeugende Antwort der KI mit einer korrekten zu verwechseln, da generative KI-Modelle auch bei Fehlern selbstbewusst auftreten. Deshalb empfiehlt sie, im Vorfeld klare Kriterien für Quellen, Überprüfung und Fehlergrenzen festzulegen. Ein weiteres Problem ist der Umgang mit Daten. Einige Hotels fürchten Datenschutzprobleme und lehnen KI ab, während andere bedenkenlos sensible Informationen einfließen lassen. Eine verantwortungsvolle Handhabung erfordert interne Richtlinien zu erlaubten Daten, Datenschutzmaßnahmen und die Auswahl geprüfter Anbieter. Die Abhängigkeit von einzelnen Personen, die das Wissen zum KI-Einsatz halten, sowie das Fehlen sicherer Testumgebungen erschweren die Skalierung zusätzlich. Auch fehlen oft geeignete Kennzahlen, um den Erfolg der KI-Anwendungen zu messen. „Funktioniert“ allein reicht nicht; stattdessen sollten Faktoren wie Zeitersparnis, Fehlerquote, Kosten und Nutzerzufriedenheit berücksichtigt werden. Häufig bleiben Projekte im Pilotstadium stecken, weil sie sich zu sehr auf die Schnelligkeit der Ergebnisse konzentrieren, ohne deren Wiederholbarkeit oder Integration in die tägliche Arbeit zu prüfen. Ebenso wird kritisiert, Prozesse zu automatisieren, die nicht klar strukturiert sind – KI kann Fehler nicht korrigieren, sondern nur beschleunigen. Die Einführung sollte schrittweise erfolgen, beginnend mit unterstützenden Funktionen und unter menschlicher Kontrolle, bevor mehr Autonomie gewährt wird. Die Hotellerie auf den Kanaren ist somit gefordert, die KI-Nutzung von einer individuellen Spielerei zu einem bewährten Geschäftsprozess weiterzuentwickeln. Dabei spielt auch die Einhaltung des europäischen AI Act eine Rolle, der klare Vorgaben zum Einsatz von KI-Systemen macht. Für Hotels bedeutet das, dass sie genau definieren müssen, welche Systeme sie nutzen, zu welchem Zweck, mit welchen Daten und in welcher Rolle sie als Unternehmen agieren. Ein strukturierter und verantwortungsvoller Umgang mit KI verspricht nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch mehr Sicherheit und Qualität in den Abläufen. Die nächsten Schritte für Hotels auf den Kanaren liegen darin, konkrete Anwendungsfälle auszuwählen, interne Richtlinien zu schaffen und Schulungen gezielt auf die verschiedenen Bereiche zuzuschneiden. So kann die Technologie nachhaltig in den Betriebsalltag integriert werden und echte Mehrwerte schaffen.
Quelle: hosteltur.com
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